Die alte Sporthalle des Ravensberger Gymnasiums ist in die Jahre gekommen. - © Jens Reddeker
Die alte Sporthalle des Ravensberger Gymnasiums ist in die Jahre gekommen. | © Jens Reddeker

Herford Welchen Einfluss das G9-Abitur auf das Bauprojekt am RGH hat

Schulausschuss und Rat: Das Ravensberger könnte vier Klassenräume mehr brauchen, als geplant

Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford. Die geplante Dreifach-Sporthalle am Ravensberger Gymnasium (RGH) soll als Standard-Schulsporthalle mit 27 mal 45 Metern Sportfläche, zwei Trennwänden und Platz für 600 Zuschauer bis Ende 2020 gebaut werden. Diese günstigste Variante A würde 4,36 Millionen Euro kosten und vom Land gefördert werden. So lautet der neue, abgespeckte Vorschlag der Verwaltung an den Stadtrat, der sich am Freitag, 23. Juni, erneut damit beschäftigen wird. Schule und Vereine bevorzugen größere Halle Schon gestern standen Sporthallenneubau und Erweiterung des RGH auf der Tagesordnung des Schulausschusses. Schule und Vereine, so wurde hier deutlich, bevorzugen eine etwas größere, 900.000 Euro teurere Variante B der Halle. Der Beschlussvorschlag umfasst auch die Erweiterung des Gymnasiums um eine Mensa mit rund 150 Plätzen, vier Klassenräumen mit - und, das ist neu, Erweiterungsmöglichkeiten von vier weiteren Klassenräumen - sowie einem Verwaltungsbereich. Die denkmalgeschützte Turnhalle Lübberbruch soll ertüchtigt werden, wenn es Fördermittel gibt. Hier will man bis zur Ratssitzung mehr Klarheit haben. Es soll nach den Vorstellungen der Verwaltung einen Architektenwettbewerb geben. Das Projekt, das insgesamt rund 10 Millionen Euro kosten könnte, soll durch einen Generalunternehmer realisiert werden. Auswirkungen auf die Planung hat die von der neuen Landesregierung angestrebte Wiedereinführung von G 9 - dem Abitur nach neun Jahren. Am RGH, so die Prognose, wäre mit 90 zusätzlichen Schülern zu rechnen, sollte G 9 ab dem Schuljahr 2019/20 eingeführt werden. Ab dem Jahr 2027/28 könnten drei weitere Klassen- und ein Fachraum benötigt werden. Halle Lübberbruch als Mensa Die Nutzung der Halle Lübberbruch als Mensa ist nach Recherchen der Verwaltung aus bautechnischer Sicht möglich. Sie ist nach Eröffnung der Dreifach-Sporthalle für den Schulsport entbehrlich, doch ergäben sich Einschränkungen für Vereine. Die Sporthalle Lübberbruch sowie die alte RGH-Sporthalle sind täglich mit Sportgruppen belegt. Nicht alle Gruppen sind in einer Dreifach-Turnhalle miteinander verträglich, da häufig Musik eingesetzt wird. Manche Gruppen aus der Lübberbruch-Halle könnten nicht in anderen Hallen unterkommen, da sie für Senioren und in der Beweglichkeit eingeschränkte Nutzer nicht zu erreichen wären. Eine Arbeitsgruppe hat auch Kosten und Vorteile größerer Sporthallen-Varianten insbesondere für Vereine ermittelt. So böte eine größere Auslauffläche mehr Sicherheit, der Eingangsbereich hätte eine größere Aufenthaltsqualität bei Veranstaltungen, drei Trennwände schafften mehr Flexibilität und die Basketballer könnten sämtliche Saisonspiele hier absolvieren. Für Irritation sorgten beim Ratsherrn Wolfgang Rußkamp und dem Ausschussvorsitzenden Hans-Jürgen Rühl der aktuell geäußerte Wunsch der Schule, die der Halle zum Opfer fallende Außensportanlage zu ersetzen.

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