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Treffen der Generationen: Pfadfinder aller Altersstufen des Stammes St. Johannes Baptist und Altpfadfinder der Gründergenration vor Maria Frieden, darunter auch Gründer Albert Kirchhofer (2. Reihe von oben in heller Jacke und blauem Pullover). - © Ralf Bittner
Treffen der Generationen: Pfadfinder aller Altersstufen des Stammes St. Johannes Baptist und Altpfadfinder der Gründergenration vor Maria Frieden, darunter auch Gründer Albert Kirchhofer (2. Reihe von oben in heller Jacke und blauem Pullover). | © Ralf Bittner

Herford Herforder Pfadfinder feiern 70-jähriges Bestehen

Zur Feier reisten auch viele Altpfadfinder der Gründergeneration an

Ralf Bittner
22.09.2016 | Stand 22.09.2016, 12:31 Uhr
Erinnerungen: Einige "Altpfadfinder" hatten ihre persönlichen, liebevoll gestalteten Fahrtentagebücher mitgebracht. - © Bittner
Erinnerungen: Einige "Altpfadfinder" hatten ihre persönlichen, liebevoll gestalteten Fahrtentagebücher mitgebracht. | © Bittner

Herford. "Die katholischen Pfadfinder in Herford entstanden 1946 aus einer Messdienergruppe", erzählt Albert Kirchhofer während der Feier des 70. Stammesgeburtstags. "Das war in der schwierigen Zeit vom Übergang der Staatsjugend zu einer freien Jugendarbeit."

Eine Einladung des Messdiener-Kaplans Josef Bayer, damals Pfarrer in Eilendorf bei Aachen, führte ihn ins Aachener Land. Durch das zerstörte Land und über teils noch immer verminte Straßen ging es nach Simmerath in ein Ausbildungslager für Pfadfinder aus dem Raum Aachen. "Gemeinschaft St. Georg" hieß das damals, denn Halstücher, Banner, Kluft und sogar die Bezeichnung Pfadfinder waren von der britischen Militärregierung verboten, obwohl England das Mutterland der internationalen Pfadfinderbewegung ist. Die Militärverwaltung befürchtete wegen der äußerlichen Ähnlichkeiten eine Fortführung der Hitler-Jugend. Trotzdem gründete Kirchhofer nach den Sommerferien 1946 eine Pfadfindergruppe.

Großfahrt: Die Pfadfinder boten früher eine der wenigen Chancen, die Welt zu sehen - wie hier 1952 Rom. - © Pfadfinder
Großfahrt: Die Pfadfinder boten früher eine der wenigen Chancen, die Welt zu sehen - wie hier 1952 Rom. | © Pfadfinder

Treffpunkt der anfangs illegalen Gruppe war eine Hütte auf dem damaligen Lübberbruch. "Die Wochenenden verbrachten wir oft mit Zelten in den Wäldern." In den Folgejahren entsteht die "Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg" (DPSG), die 1950 als Teil des Rings deutscher Pfadfinderbünde Mitglied im Dachverband der Internationalen Pfadinderbewegung wird.

Die neue Normalität ermöglicht die Teilnahme an Weltpfadfindertreffen in England oder Touren nach Dänemark oder Italien. "Unser Stamm war im Gegensatz zu heute ein reiner Jungenstamm", erinnert er sich.

Großer Auftritt: Mit Fahnen und in Kluft geht es 1951 zum Stadtjugendlager. - © Pfadfinder
Großer Auftritt: Mit Fahnen und in Kluft geht es 1951 zum Stadtjugendlager. | © Pfadfinder

1953/54 bildete sich auch eine Mädchengruppe, die sich der "Pfadfinderinnenschaft St. Georg" (PSG) anschloss, sich aber bald wieder auflöste, weil Pfarrer Jüngst der Gruppe bald die Raumnutzung untersagte und die Mädchen zum Wechsel in den Marienbund oder die Quickborngruppe drängte. "Das ist sehr schade, denn heute gehören Mädchen selbstverständlich dazu", sagt Giovanna Birnbaum, die für die Chronik diesen Teil der Geschichte recherchierte.

Bis 1969 bestand der Stamm, dann führten berufs- und studienbedingte Ortswechsel der Leitung zur Unterbrechung des katholischen Pfadfinderlebens in Herford - bis zur Neugründung 2005 und der Wiederanerkennung als Stamm 2007.

Während des zweitägigen Festes mit Lagerfeuerrunde in den Jurten, Erfahrungsaustausch, Spielen und Pfadfindergottesdienst rund um die Kirche Maria Frieden gratulierten auch Vertreter des DPSG-Diözesanverbands Paderbon und staunten nicht nur über die enge Verbundenheit zwischen Altpfadfindern und den Aktiven, sondern auch über über die vielfältigen Aktivitäten des heutigen Stammes in Gesellschaft und Gemeinde. Neben Fahrten- und Lagern gehören dazu Baumpflanzaktionen, Kanutouren, Gestaltung von Pfadfindermessen, das Verteilen des Friedenslichtes, Besuche der Synagoge oder eine Stadterkundung zum Thema "Fair Trade".

"Viele unsere Aktivitäten wären ohne die Unterstützung der Altpfadfinder so nicht möglich", sagt Anette Paashaus vom Vorstand, die 2005 auch zu den Wiedergründerinnen der neuen Gruppe gehörte.

Durch den Zusammenhalt auch über die Genrationen hinweg, bewahrheite sich immer wieder der Wahlspruch: "Einmal Pfadfinder, immer Pfadfinder".

Information

Der Stamm heute

  • Derzeit gehören zum Stamm St. Johannes Baptist etwa 35 Mitglieder in der Wölflingsmeute (8-10 Jahre), im Jungpfadfindertrupp (10-13 Jahre) und im Pfadfindertrupp (13-16 Jahre), dazu Leiterrunde und Vorstand.
  • Die Gruppen treffen sich freitags von 16.30 bis 18 Uhr in den Räumen der kath. St. Johannes Bapist- Gemeinde, Komturstraße 2-4. Dazu kommen Tages- und Wochenendaktivitäten.
  • Unterstützt werden die Aktiven vom Förderverein der Altpfadfinder „Freunde und Förderer".
  • Informationen auf 
www.herforder-
pfadfinder.de

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