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Neues Angebot: Seit Jahresbeginn bietet Femina Vita im Projektbüro „Mädchen und Medien(power)“ präventive Medienarbeit mit Mädchen und jungen Frauen an. Eva-Lotte-Heine (sitzend) wird dabei von Jessica Wawrzyniak (2. v. l.) und Silke Steinkamp (r.) unterstützt. Ingrid Schneider freut sich, dass für zunächst drei Jahre ein nachhaltiges Arbeiten möglich ist. - © Foto: Ralf Bittner
Neues Angebot: Seit Jahresbeginn bietet Femina Vita im Projektbüro „Mädchen und Medien(power)“ präventive Medienarbeit mit Mädchen und jungen Frauen an. Eva-Lotte-Heine (sitzend) wird dabei von Jessica Wawrzyniak (2. v. l.) und Silke Steinkamp (r.) unterstützt. Ingrid Schneider freut sich, dass für zunächst drei Jahre ein nachhaltiges Arbeiten möglich ist. | © Foto: Ralf Bittner

Herford Kritische Mediennutzerinnen als Ziel

Femina Vita: Neues Projektbüro für präventive Medienarbeit mit Mädchen und jungen Frauen

Ralf Bittner
12.03.2015 | Stand 12.03.2015, 18:27 Uhr

Herford. „Mädchen und Medien(power)“ heißt ein neues Projekt vom Verein Femina Vita Mädchenhaus Herford. Dank 70-prozentiger Förderung durch die Aktion Mensch ist das insgesamt 220.000 Euro teure Medien- und Präventionsprojekt für zunächst drei Jahre gesichert, inklusive neuem Projektbüro im Haus Elverdisser Straße 4 und Team. Projektleiterin Eva-Lotte Heine wird von Jessica Wawrzyniak bei der inhaltlichen Arbeit und Silke Steinkamp bei der Verwaltung unterstützt. „Femina Vita hat seit 2006 seit immer wieder Projekte zum Thema Cybermobbing oder den Gefahren für Mädchen im Internet angeboten“, sagt Geschäftsführerin Ingrid Schneider. Die seien aber oft so kurzfristig finanziert gewesen, dass an ein nachhaltiges Arbeiten kaum zu denken gewesen sei. Das neue Projekt möchte Mädchen zwischen 10 und 23 Jahren zu selbstständigen und kritischen Mediennutzerinnen machen. „Für Android- oder iPhone-Mädchen bieten wir Workshops mit vier Nachmittagsterminen an“, sagt Heine. Die ersten drei finden im Projektbüro statt, der letzte im Informatikraum der jeweiligen Schulen. „Schwerpunkte sind die Smartphone-Nutzung und die sozialen Medien wie Youtube, Instagram oder Whatsapp“, sagt Heine, Facebook sei bei den jungen Mädchen beinahe wieder out, ebenso die Nutzung eines Computers oder Laptops: „Wenn die Mädchen im Netz sind, dann mit dem Smartphone und quasi immer und überall.“ Themen sind die Gefahren in den sozialen Medien, wie etwa das unbedachte Teilen von Fotos: „Wenn ich jemandem ein freizügiges Foto über Whatsapp oder Instagram schicke, gebe ich die Kontrolle darüber, was damit passiert aus der Hand“, sagt Heine. Gerade jungen Mädchen fehle oft das Gefühl dafür, welche Gefahren dieser Kontrollverlust berge. „Die Folgen können gravierend sein“, sagt Schneider und bis zur Erpressung reichen, bei der es um bares Geld geht. Mit dem Projekt solle Mädchen ein Gefühl dafür vermittelt werden, was geht und was nicht, was ihnen selbst unangenehm ist oder für andere unangenehm sein könnte. Aber auch die Frage, wo sie sich Hilfe holen können, spiele eine Rolle. „Die Eltern verlieren hier an Bedeutung“, sagt Heine, gefragt sind Gleichaltrige oder Geschwister, die sich mit den jeweiligen Medien auskennen, oder sogar die Großeltern: „Die kennen sich zwar auch nicht aus, drohen aber im Gegensatz zu Eltern nicht gleich mit Handy- oder Internet-Entzug.“ Außerdem geht es um die technische Sicherheit. „Welche Apps greifen auf welche Daten zu und wie kann ich das verhindern?“, sagt Wawrzyniak: „Will ich wirklich, dass ich auf Schritt und Tritt zu orten bin?“ Beide Mitarbeiterinnen im Büro kennen sich sowohl mit den aktuellen Entwicklungen der Mediennutzung – das Selfie wird bereits vom Livestream verdrängt – und den gängigen Betriebssystemen der Handys aus. „Wenn wir die Jugendlichen erreichen wollen, müssen wir ganz nah dran sein.“ Neben den jungen Mädchen sollen vermehrt Fortbildungen für Multiplikatoren wie Lehrer, oder pädagogische Mitarbeiter in Vereinen und Eltern-Kind-Programme angeboten werden. „Auch mit angehenden Erzieherinnen an den Berufskollegs arbeiten wir“, sagt Heine: „Die stehen als junge Frauen an der Grenze zwischen Zielgruppe und Multiplikatorinnen.“ Zu erreichen ist das Projektbüro per E-Mail an medienpower@feminavita.de oder, noch wichtiger, über www.facebook.com/medienpower

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