Bei der Arbeit: Theophylaktos Emmanouilidis (l.) reiste mit einem siebenköpfigen Team nach Burkina Faso. Auch einheimische Ärzte halfen bei den Operationen mit. - © Privat
Bei der Arbeit: Theophylaktos Emmanouilidis (l.) reiste mit einem siebenköpfigen Team nach Burkina Faso. Auch einheimische Ärzte halfen bei den Operationen mit. | © Privat

Bünde Ein Held für die Kinder

Zum 14. Mal in Burkina Faso: Dr. Emma verbrachte für das Hammer Forum zweieinhalb Wochen in Westafrika und half wieder vielen kleinen Patienten

Melina Mainz
15.03.2018 | Stand 15.03.2018, 06:19 Uhr
Annalena Janzon

Maren Weber

Björn Kenter

Bünde. 94 Kinder untersucht, 56 von ihnen unter schwierigsten Umständen erfolgreich operiert - und das alles in nicht einmal drei Wochen. Das sind die nackten Zahlen der Reise von Theophylaktos Emmanouilidis nach Burkina Faso. Zweieinhalb Wochen weilte "Dr. Emma" für das Hammer Forum in dem westafrikanischen Land, das er bereits zum 14. Mal besuchte. Gemeinsam mit zwei Medizin-Studentinnen, zwei Anästhesisten und zwei OP-Schwestern behandelte der Bünder Mediziner die Kinder in Ouhigouya, einer 180 Kilometer von der Hauptstadt Ouagadougou entfernten Stadt. In Ouagadougou hatte Dr. Emma zunächst ein Waisenhaus besucht und dort 18 Kinder untersucht. Sechs von ihnen operierte er später in Ouahigouya. Für den Transport der kleinen Patienten sorgte die Hilfsorganisation A.M.P.O. Die Schicksale haben bei dem erfahrenen Arzt Spuren hinterlassen. "Oft war es schwer, die Eindrücke psychisch zu verkraften", sagt der 78-Jährige. So operierte er ein 14-jähriges Mädchen, das mit einem Oberschenkelbruch im Krankenhaus lag. "Sie war zwei Tage in Pappe eingewickelt ", so Emmanouilidis erschüttert. Die Armut in Burkina Faso habe seit einigen Jahren deutlich zugenommen. "Viele können sich nicht einmal etwas zu essen leisten. Deshalb geht ein Großteil nicht zum Arzt. Auch Wasser ist immer knapp", berichtet Emmanouilidis. "Die Hygiene wird oft vernachlässigt." Unterernährung und der extreme Wassermangel sind ein Grund für die hohe Sterblichkeitsrate. "Im Schnitt werden 6,1 Kinder geboren, doch jedes Fünfte stirbt bis zum fünften Lebensjahr", schildert Dr. Emma. Die medizinische Ausstattung für die Operationen wurde vom Hammer Forum per Container nach Burkina Faso transportiert, darunter auch ein tragbares Narkose-Gerät. Die Kliniken in Burkina Faso sind nur schlecht ausgestattet. Dr. Emma brachte auch einen Bohrer aus dem Baumarkt für orthopädische Operationen mit. "Meinen medizinischen Bohrer konnte ich den Ärzten vor Ort leider nicht überlassen. Der ist unglaublich empfindlich und muss intensiv gereinigt werden. Das wäre dort nicht möglich", bedauert Emmanouilidis. Zwei Kinder brachte der Chirurg mit nach Deutschland. Ein elfjähriges Mädchen wird in Papenburg behandelt, um einen siebenjährigen Jungen mit einer Knochenentzündung kümmern sich Ärzte in Hamburg. Zwei Kinder sollen im Mai nachkommen. Dann sitzt Dr. Emma aber nicht auf der Couch, sondern ist schon wieder im Kongo unterwegs. Bereits im April begibt sich der 78-Jährige auf eine viertägige Reise in den Libanon.

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