Bei der Arbeit: Der Künstler Gunter Demnig verlegte im Jahre 2013 "Stolpersteine" in der Eschstraße. - © Corinna Schwanhold
Bei der Arbeit: Der Künstler Gunter Demnig verlegte im Jahre 2013 "Stolpersteine" in der Eschstraße. | © Corinna Schwanhold

Bünde Künstler verlegt letzte Stolpersteine in Bünde

Gunter Demnig schließt sein Projekt in Bünde ab

Bünde. Sie sind gerade einmal hundert Quadratzentimeter groß und bürden doch eine große Aufgabe: Stolpersteine sollen an Juden erinnern, die während der NS ermordet wurden. Auf Einladung der Initiative 9. November kommt der Initiator und Künstler Günter Demnig am Montag, 10. Oktober, nach Bünde, um weitere acht Steine in der Stadt zu verlegen und das Projekt abzuschließen. Insgesamt hat Demnig dann 60 Steine in der Stadt verlegt. Sie sind zehn mal zehn Zentimeter groß, aus Beton gegossen, mit einer Messingtafel versehen und werden vor der früheren Wohnung des Opfers oder einem späteren Neubau in die Straßen eingelassen. Jeder Stein ist ein handgefertigtes Unikat mit eingravierten Einzelheiten über das Schicksal des früheren Bewohners. Der Kölner Künstler hat das Projekt 1995 initiiert. "Das Grauen hat hier in den Städten, bei der Abholung aus den Wohnungen, begonnen", erklärt er. Stein für Stein kommt er seinem Ziel näher. "Ich will ein dezentrales Mahnmal schaffen, eine begehbare Skulptur über ganz Europa." Die Anregung, auf diese Art in Bünde zu gedenken, kam 2003 von Anna Maria Hof, einer Unterstützerin der Netzwerkgruppe vom Gymnasium am Markt. Die Schüler begeisterten sich schnell für diese Form des Gedenkens. Am Anfang war der Weg ein holpriges Unterfangen, denn Bünde war die erste Stadt in OWL, in der Stolpersteine verlegt wurden. Mit Hilfe von privaten Spendern konnten die Stolpersteine bald finanziert werden. Der Zeitplan am Montag: Um 14 Uhr verlegt Demnig an der Lena Straße 10 in Werfen für Franziska Spiegel, ihren Ehemann Gottfried Spiegel und ihren Sohn Rolf Stolpersteine. Um etwa 14.45 Uhr kommt der Künstler an der Winkelstraße 14 an. Die hier eingelassenen Steine erinnern an Johanna Sassen, Herta Simon und Else Burchard. Eine halbe Stunde später werden an der Hindenburgstraße 32 für Berta Blumenau, Helene Lebenstein und Johanne Samson Stolpersteine verlegt. Ab etwa 15.40 Uhr verlegt Demnig einen Stein an der Eschstraße 40 für Rudolf Blumenau. Mit einem Stein wird an Mathilde und Ernst Friedlich gedacht. Der Stein wird gegen 15.45 Uhr in der Straße Auf?m Tie 3 eingelassen. Schließlich wird ein Stolperstein um etwa 16.05 Uhr an der Bahnhofstraße 13 für Fritz Münchhausen verlegt. Von 16.30 Uhr bis 17.30 Uhr findet eine Begegnung mit dem Künstler in der Aula des Gymnasiums am Markt.

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