Das Buch unterm Arm: Norbert Johannimloh las zur Eröffnung seiner Ausstellung im Heimathaus aus seinen Texten. Matthias Holzmeier und Regina Bogdanow (v.l.) begrüßen ihn freudig. - © ANJA HUSTERT
Das Buch unterm Arm: Norbert Johannimloh las zur Eröffnung seiner Ausstellung im Heimathaus aus seinen Texten. Matthias Holzmeier und Regina Bogdanow (v.l.) begrüßen ihn freudig. | © ANJA HUSTERT

Verl Der malende Schriftsteller aus Verl

Norbert Johannimloh eröffnet seine Ausstellung im Heimathaus mit Auszügen aus seinen literarischem Werk

Anja Hustert

Verl. Er sei mit einem kleinen Unbehangen ins Heimathaus gekommen, verrät Norbert Johannimloh. "Weil ich nicht weiß, ob meine Bilder genauso gut in Verl ankommen, wie meine Gedichte und Bücher." Doch die Sorge des Heimatdichters ist unbegründet - sämtliche Stühle im Heimathaus sind am Mittwochabend zur Ausstellungseröffnung besetzt. Norbert Johannimloh wird in seinem Geburtsort sowohl als Autor und Dichter als auch als Maler geschätzt. "Ich danke Frau Bogdanow und Herrn Holzmeier, die diese Ausstellung so hervorragend gestaltet haben", sagt der 85-Jährige zur Begrüßung. Und auch seiner Ehefrau dankt er - sie hatte ihn zu dieser Ausstellung ermutigt. Doch zunächst lässt Norbert Johannimloh nicht seine Bilder sondern seine Bücher sprechen. "Ich habe in den letzten Jahren mehr gemalt als geschrieben - ich habe leider nichts Neues zu bieten", sagt er fast entschuldigend. Aber ein gutes Buch könne man ja auch zwei oder drei Mal lesen. Und zu diesen "guten Büchern", zählt auf jeden Fall sein autobiografischer Roman "Appelbaumchaussee", in dem Norbert Johannimloh seine Kindheit in Verl verarbeitet. Er liest das Kapitel "Zahlkarte, Stachelbeerwein und Räucherkammer", in dem von dem hart arbeitenden Vater - ein Maurer, der sich am Sonntag als Kirchen-Schweizer etwas dazuverdient - erzählt wird. Fast erdrückend sind die Hypotheken, die er aufgenommen hat, um für seine Familie ein eigenes Häuschen bauen zu können. Bang wartet die Familie am Samstag auf seine Heimkehr, wenn er nach der Arbeit noch in einer Kneipe Halt gemacht hat. "Es ist ein außergewöhnliches Vergnügen ihn zu hören - auf Platt und auf Hochdeutsch", sagt der Heimatvereinsvorsitzende Matthias Holzmeier, der sich freut, dass Norbert Johannimloh seine Ausstellung mit seinem literarischen Werk eröffnete. Seine meist abstrakten Bilder tragen alle keinen Titel, der Betrachter soll sich selbst seine Gedanken dazu machen. Gezeigt werden knapp 50 Bilder - Aquarelle, Ölgemälde, Pastellzeichnungen und Lithografien Die Ausstellung "Tohous in Viärl" von Norbert Johannimloh ist zum Volksfest "Verler Leben" noch bis Sonntag, 6. September täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Vermutlich bis Ende Oktober ist die Ausstellung im Heimathaus an der Sender Straße 8 zu den üblichen Öffnungszeiten - mittwochs und sonntags von 15 bis 17.30 Uhr - zu sehen.

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