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Schloß Holte-Stukenbrock Mahn- und Gedenkfeier zum Antikriegstag

Arbeitskreis "Blumen für Stukenbrock" lädt am Samstag, 7. September, auf den sowjetischen Soldatenfriedhof ein

30.08.2013 | Stand 29.08.2013, 20:44 Uhr
Arbeitskreis-Vorsitzender Hubert Kniesburges. - © ARCHIVFOTO: NW
Arbeitskreis-Vorsitzender Hubert Kniesburges. | © ARCHIVFOTO: NW

Schloß Holte-Stukenbrock (gri). Der Antikriegstag erinnert an den Beginn des 2. Weltkrieges mit dem Angriff der Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939. Fast zwanzig Jahre später, 1957, riefen Gewerkschaften die Bürger erstmals zu Mahnwachen gegen den Krieg auf. Im Mittelpunkt des jährlichen Gedenktages stehen aber nicht nur vergangene Ereignisse. Auch auf aktuelle politische Konflikte wird hingewiesen.

Der Arbeitskreis "Blumen für Stukenbrock" lädt traditionell am ersten Samstag im September zu einer Mahn- und Gedenkfeier auf dem sowjetischen Soldatenfriedhof in Stukenbrock-Senne ein. Am Samstag, 7. September, werden nach der Kranzniederlegung um 15 Uhr Dr. Silvio Peritore vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und Lühr Henken vom Kasseler Friedensratschlag die Gedenkreden halten. Interessierte können um 14 Uhr an einer Friedhofsführung teilnehmen.

Mit der Veranstaltung soll an die Opfer des deutschen Nazi-Staates, dem vor achtzig Jahren die Macht übertragen wurde, erinnert werden. Durch den 2. Weltkrieg hatte dieses Regime für seine Weltherrschaftspläne Deutschland und fast die ganze Welt in eine Katastrophe gestürzt, wie sie die Menschheit bisher nicht erlebt hatte, teilt der Arbeitskreis mit. Mit diesem verbrecherischen Krieg begann auch der Leidensweg der Kriegsgefangenen des Stalag 326 in Stukenbrock Senne.

Mehr als sieben Jahrzehnte nach den Ereignissen verstummen die persönlichen Erinnerungen der Zeitzeugen in Deutschland wie in beteiligten Ländern – heute vor allem Russland, Weißrussland und die Ukraine. Deshalb sei es um so wichtiger, dass die unvorstellbaren und unmenschlichen Geschehnisse Bestandteil eines gesellschaftlichen Gedächtnisses und unterschiedlicher Erinnerungskulturen bleiben, meint Hubert Kniesburges, Vorsitzender des Arbeitskreises. Der Antikriegstages soll an das Friedensgebot des Grundgesetzes und an die Mahnung "Nie wieder Krieg" der Überlebenden des 2. Weltkrieges und der Konzentrationslager erinnern.

Auch die aktuellen Geschehnisse im Nahen Osten beschäftigen den Arbeitskreis. "Mit großer Sorge schauen wir auf den Konflikt in Syrien. Der erbittert geführte Bürgerkrieg, an dem längst auch auswärtige Mächte direkt oder indirekt beteiligt sind, rührt zu Recht an das Gewissen der Menschen auch in unserem Land. Der vermutete Einsatz von Giftgas in diesem Krieg darf indessen weder zu voreiligen einseitigen Schuldzuweisungen an die Adresse der Regierung in Damaskus noch zu militärischen ,Antworten‘ der ,internationalen Gemeinschaft‘ führen", sagt Hubert Kniesburges.

Bisher stehen Aussagen der "Rebellen" gegen Aussagen der Regierung, meint Kniesburges. "Von wem auch immer das unmenschliche Verbrechen begangen wurde, eine bewaffnete Intervention des Westens in Syrien würde zu einer unkontrollierten Eskalation des Krieges führen mit einer Vielzahl von Opfern unter der Zivilbevölkerung.

Ein verheerender Flächenbrand im Nahen Osten wäre dann kaum noch aufzuhalten. Der Arbeitskreis fordert daher eine unabhängige Untersuchung der Giftgasvorwürfe, eine sofortige Einberufung einer schon länger geplanten internationalen Konferenz und keine Militärintervention in Syrien." Bundesregierung und Bundestag werden aufgefordert, sich etwaigen Kriegsplanungen der NATO zu verweigern.
www.blumen-fuer-stukenbrock.de

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