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In Reih und Glied sind die Minis aus verschiedensten Baujahren aufgestellt. Die Mini-Fans sind aus ganz Deutschland angereist. - © FOTO: MARKUS VOSS
In Reih und Glied sind die Minis aus verschiedensten Baujahren aufgestellt. Die Mini-Fans sind aus ganz Deutschland angereist. | © FOTO: MARKUS VOSS

SCHLOß HOLTE-STUKENBROCK Klein, kultig, schnuckelig

Beim Mini-Treffen in der Senne dreht sich alles um das eigenwillige Auto von der Insel

VON MARKUS VOSS
10.09.2012

Schloß Holte-Stukenbrock. Es ist nicht so, dass sie nicht wüssten was Bequemlichkeit und Komfort ist. Elektrische Fensterheber, Servolenkung oder Klimaanlage – das hat was. Dennoch würden die Jungs von der "Unmöglichen Mini-I.G." nicht tauschen. Niemals. Für sie ist der Kleine von der Insel, der aus nicht viel mehr als vier Reifen, einem Lenkrad und einem Motor mit Blech drumherum besteht, einfach der Größte. Mini fahren – das ist eine Lebenseinstellung. Suchtgefahr inklusive.

Oder wie Ralf Köhne aus Werther sagt: "Es macht einfach Spaß, mit dem diesem kleinen kultigen schnuckeligen Auto zu fahren." Gemeinsam mit Peter Brinkmann aus Spenge, Hans-Werner Höhle aus Bad Salzuflen und den anderen aus ganz Ostwestfalen-Lippe stammenden Mitstreitern von der Mini-I.G. (I.G. steht übrigens für Interessengemeinschaft) hat er zum dritten Mal zum großen Mini-Treffen auf den Campingplatz "Am Furlbach" in Stukenbrock-Senne geladen. Und aus dem ganzen Land kamen sie angefahren – immer schön langsam, denn ein Mini beschleunigt zwar gerne mal wie wild, die Endgeschwindigkeit ist jedoch meistens gerade so dreistellig. "Wir haben hier Minis aus Neumünster, Essen, Frankfurt, Torgau oder von der Schweizer Grenze dabei", sagt Peter Brinkmann. 115 Menschen und mit ihnen 80 Autos sind dem Aufruf ins Furlbachtal gefolgt. Ralf Köhne: "Mit Hund und Kind und Kegel."
Sie alle eint die Liebe zu diesem charakterstarken eigentümlichen Gefährt, das bei den Fahrern vor allem auf kurvenreichen Strecken für Entzückung sorgt. "Das ist wie Gokart-Fahren", sagt Hans-Werner Höhle. Über den Zustand seines Rückens nach längeren Fahrten in der kleinen Blechbüchse möchte er lieber nicht sprechen: "Kein Kommentar!" Und überhaupt: Ralf Köhne ist felsenfest davon überzeugt, dass ein mehr als spartanisch eingerichtetes Cockpit vollkommen genügt: "Du musst wissen, wo der Tacho ist, wie viel Benzin im Tank ist und wie hoch Öldruck und Wassertemperatur sind. Mehr nicht." Und ein Radio? "Dafür ist der Motor sowieso zu laut."

Außer den obligatorischen Benzingesprächen stand für die Mini-Enthusiasten am Samstag eine Ausfahrt in der Kolonne auf dem Plan. "30 Fahrzeuge waren dabei", sagt Peter Brinkmann, "die Leute am Straßenrand haben ganz schön geguckt." Doch das ist auch bei nur einem Mini-Oldie schon so: "Viele fühlen sich an ihre Jugend erinnert." Früher war der Mini eben ein typisches Studentenauto für kleines Geld. Heute ist er ein gefragter Youngtimer, der auch schon mal bis zu 30.000 Euro kostet.