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Reinhard Holz, der erste Übungsleiter des Schützen-Tambours-Corps St. Achatius Stukenbrock-Senne, bekommt vom aktuellen Leiter Frank Hachmann eine Dankeschön-Urkunde überreicht. Hinter den beiden haben sich die noch aktiven Mitglieder in ihren blauen Uniformen versammelt und König Rolf Schniedermann (r.). - © FOTO: KARIN PRIGNITZ
Reinhard Holz, der erste Übungsleiter des Schützen-Tambours-Corps St. Achatius Stukenbrock-Senne, bekommt vom aktuellen Leiter Frank Hachmann eine Dankeschön-Urkunde überreicht. Hinter den beiden haben sich die noch aktiven Mitglieder in ihren blauen Uniformen versammelt und König Rolf Schniedermann (r.). | © FOTO: KARIN PRIGNITZ

SCHLOß HOLTE-STUKENBROCK Hoffnung dank einer Rose

Verdiente Schützen mit Verdienstkreuz und Hohem Bruderschaftsorden geehrt

VON KARIN PRIGNITZ
15.05.2012

Schloß Holte-Stukenbrock. Wehmut spielt mit und ein paar Tränchen kullern, als Frank Hachmann beim Schützenfrühstück verkündet: "Das ist unser letzter Tag in Blau." Gut 28 Jahre nach der Gründung des Schützen-Tambour-Corps St. Achatius Stukenbrock-Senne hat sich der Spielmannszug aufgelöst. Der Nachwuchs fehlt.

"Für viele von uns war es keine leichte, sondern eine Vernunftentscheidung", erläuterte Frank Hachmann, der den Tambourstab 1986 übernommen hatte. Viele schlaflose Nächte seien vorausgegangen, denn die meisten "können sich eigentlich kein Schützenfest ohne blaue Uniformen vorstellen". Brudermeister Burkhard Deppe, der selbst viele Jahre lang die Pauke spielte, hat die Hoffnung denn auch noch nicht aufgegeben, dass der Spielmannszug irgendwann eine Wiedergeburt erfährt.

Deshalb hatte Deppe eine "Rose von Jericho" mitgebracht. "Sobald sie Wasser bekommt, fängt sie an, wieder aufzublühen. Sie soll Symbol für euch sein", rief er den verbliebenen 16 Aktiven zu. Gekommen war auch Reinhard Holz. Zusammen mit seinem Bruder Bernd war der heute 63-Jährige der erste Übungsleiter des Tambours-Corps St. Achatius und auch ihm blutete ein wenig das Herz, als er den gestrigen letzten Auftritt verfolgte.

Beim Schützenfrühstück im neuen Festzelt gab es aber auch Erfreulicheres zu beklatschen. Insbesondere bei den anstehenden Ehrungen, die Heiner Knocke vornehmen konnte. Neben einem sichtlich überraschten Schriftführer Hermann Rodenbeck, der das St.-Sebastianus-Ehrenkreuz verliehen bekam (siehe "Mein Stück vom Glück"), bat der Bezirksbundesmeister Franz Josef Biermeier, Karl-Heinz Kleinemeier und Wilfried Erichsmeier auf die Bühne. Alle drei wurden in Anerkennung ihrer großen Verdienste mit dem Hohen Bruderschaftsorden ausgezeichnet.

Das Silberne Verdienstkreuz konnten bereits davor Andreas Oberteicher, Robert Janus und Heribert Westermeier entgegennehmen. Auch sie hatten sich auf vielfältige und uneigennützige Weise für die Bruderschaft und deren Ideale eingesetzt. Diözesan-Jungschützen-Präses Jörg Plümper hatte drei weitere Auszeichnungen dabei. Marcel Pott erhielt das Diamantschliffabzeichen Kreuz-Pfeil in Bronze, Andreas Hachmann die silberne und Karl-Heinz Deppe die bronzene Ausführung.

"Feste organisieren, gestalten, einspringen, wenn Not am Mann ist", all das sei nicht selbstverständlich, hob Bürgermeister Hubert Erichlandwehr die funktionierende Gemeinschaft innerhalb der St.-Achatius-Schützenbruderschaft Stukenbrock-Senne hervor. "Schützenfest, das ist viel mehr als drei Tage feiern." Wie viele andere CDU-Anhänger im Zelt musste sich Landrat Sven-Georg Adenauer am Morgen danach noch von einem "nicht ganz einfachen Tag" nach dem desaströsen Abschneiden seiner Partei bei den Landtagswahlen erholen.

Weil Adenauer auch noch Fan des 1. FC Köln ist, erlebt er derzeit "ein paar harte Wochen". Gekommen war er trotzdem, "denn wenn man die Atmosphäre beim Schützenfest erlebt, dann kann es nur noch aufwärts gehen". Mal seien eben die einen vorne, mal die anderen. Mitgebracht hatte der Landrat Grüße von Elmar Brok, der gestern seinen 66. Geburtstag feierte.