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Viele Teilnehmer legen vor der Mahn- und Gedenkveranstaltung Blumensträuße und Kränze nieder. Der namensgebende Akt soll an die unzähligen sowjetischen Kriegsgefangenen erinnern, die auf dem Friedhof in der Senne begraben liegen. - © FOTOS: YAN
Viele Teilnehmer legen vor der Mahn- und Gedenkveranstaltung Blumensträuße und Kränze nieder. Der namensgebende Akt soll an die unzähligen sowjetischen Kriegsgefangenen erinnern, die auf dem Friedhof in der Senne begraben liegen. | © FOTOS: YAN

SCHLOß HOLTE-STUKENBROCK Gedenken in der Senne

Hubert Kniesburges erinnert an den Kriegsbeginn mit der Sowjetunion vor 70 Jahren

VON YANNICK RAMSEL
06.09.2011 | Stand 05.09.2011, 21:06 Uhr

Schloß Holte- Stukenbrock. Anlässlich des Antikriegstages am 1. September findet schon seit vielen Jahren die Mahn- und Gedenkveranstaltung "Blumen für Stukenbrock" jeweils am ersten Wochenende im September statt. Auf dem sowjetischen Soldatenfriedhof Stukenbrock- Senne kamen am vergangenen Samstag wieder Menschen aller Altersklassen zusammen, um Blumenkränze am Obelisken niederzulegen und der Opfer der Nazidiktatur zu gedenken.

Eröffnet wurde die Veranstaltung dieses Jahr von Hubert Kniesburges, Vorsitzender des Arbeitskreises "Blumen für Stukenbrock". Schon seit 1967 existiert der gemeinnützige Arbeitskreis, der sich aus einem Zusammenschluss von kirchlichen Persönlichkeiten, Kommunisten und Sozialdemokraten aus Ostwestfalen gebildet hatte. Kniesburges übernahm das Amt vor zwei Jahren von Werner Höhner, einem der Mitbegründer. "Ich freue mich, dass hier jährlich Friedensbewegte aus Ostwestfalen zusammenkommen, um die Verbrechen der Wehrmacht in Stukenbrock nicht vergessen zu lassen", sagt Kniesburges. In seiner Eröffnungsrede erinnerte er unter anderem an den Überfall der Nationalsozialisten auf die Sowjetunion, der sich vergangenen Juni zum 70. Mal jährte. Zudem forderte Kniesburges stellvertretend für den Arbeitskreis einen Stopp der Kriegsübungen in der Senne und den Abzug der deutschen Truppen aus Afghanistan.

Noch bevor Kniesburges seine Eröffnungsrede vortrug, erinnerte der Sänger Achim Bigus mit dem "Lied der Soja" an die Russin Soja Anatoljewa Kosmodemjanskaja. Sie starb als Partisanin und wurde posthum als erste Frau zur Heldin der Sowjetunion ernannt.

Zu den Gastrednern gehörte in diesem Jahr unter Anderem Prof. Dr. Peter Strutynski von der Universität Kassel. In seinem Vortrag sprach sich das Mitglied des Kasseler Friedensforums gegen Kriegspolitik und sogenannten Geschichtsrevisionismus aus, bei dem die gegenwärtige Sicht auf geschichtliche Ereignisse geleugnet oder revidiert wird. Man müsse dem "braunen Spuk" ein Ende bereiten, womit Strutynski auf die hohe Beteiligung der NPD in vielen Landtagen hinwies. Ihm folgten russische Gastschüler, die selbst verfasste Briefe vorlasen. In ihnen nannten sie die Welt "unser gemeinsames Haus" und forderten ein friedliches Zusammenleben. Man müsse Lehren ziehen aus den schlimmen Verbrechen der Wehrmacht.

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