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Stukenbrocks Ortslandwirt Karl-Heinz Deppe im Getreidefeld. Im Hintergrund sieht man einen Mähdrescher, vorn ist zu sehen, wie das kurzgeratene Getreide unter Niederschlägen gelitten hat. - © FOTO: JENNIFER MILES
Stukenbrocks Ortslandwirt Karl-Heinz Deppe im Getreidefeld. Im Hintergrund sieht man einen Mähdrescher, vorn ist zu sehen, wie das kurzgeratene Getreide unter Niederschlägen gelitten hat. | © FOTO: JENNIFER MILES

SCHLOSS HOLTE-STUKENBROCK Nur der Mais mag ihn

Der Hin-und-her-Sommer macht Landwirten wenig Freude

VON JENNIFER MILES
03.08.2011 | Stand 02.08.2011, 19:51 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock Mal Trockenheit und Hitze, dann starker Niederschlag und Kälte. Heute soll es noch die Sonne scheinen, für den Rest der Woche ist schon wieder Regen angekündigt. Das Wetter ist nicht nur für die Kinder in den Ferien ein Graus, sondern auch die Landwirte haben zu kämpfen.


"Durch dieses unbeständige Wetter ist eine gute Ernte fast unvorstellbar", befürchtet Arnold Weßling, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Gütersloh. Schon die schlechten Aussaatbedingungen habe eine geringere Ernte erahnen lassen, und dieser Sommer schaffe es nicht, das Getreide zu retten.

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Bauernregeln

"Was der Juli verbricht, rettet der September nicht."

"Im August viel Regenschauer ist Verdruss für jeden Bauer."

"Wenn es regnet Petri Kettenfeier (1.8.), wird Korn und Weizen teuer."

"Oswaldtag (5.8.) muss trocken sein, sonst werden teuer Korn und Wein."

"Wer Rüben will, recht gut und zart sä’ sie an Maria Himmelfahrt."

"Die Nächte kühl, die Tage schwül, so wird’s des Erntesegens viel."

"Ist es hell am St. Laurentiustag (10.8.), viele Früchte man sich versprechen mag."

"Von meiner Aussaat konnte ich bisher nur knapp ein Viertel ernten. Der Rest ist entweder einfach noch nicht reif oder schon verdorben", stellt der Stukenbrocker Ortslandwirt Karl-Heinz Deppe fest. Eine Menge Korn werde bald reif, jedoch sei es bei dem wechselhaften Wetter sehr schwierig, den richtigen Zeitpunkt zum Mähen und Dreschen zu finden. "Wenn man jetzt erntet, muss man das Getreide maschinell trocknen, was enorme Kosten bedeutet.", weiß Arnold Weßling. Außerdem bestehe die große Gefahr, dass die Ähren abbrechen, wenn man versucht, sie im nassen Zustand zu dreschen. Dadurch würde noch einmal eine Menge Korn zerstört werden.

"Es wird wohl auch enorme maschinelle Engpässe geben, wenn plötzlich das Wetter gut ist und dann alle Landwirte gleichzeitig ihr Getreide dreschen wollen. Denn bis jetzt hat die ganze Ernte gestockt", erklärt Landwirt Deppe weiter. "Besonders die Gerste ist in diesem Jahr deutlich unterdurchschnittlich gewachsen. Wir erwarten Einbußen bis zur Hälfte der Aussaat", erläutert Weßling. Doch Weßling weiß auch, dass Ostwestfalen noch Glück mit dem Wetter hatte. "Die ganz starken Unwetter mit mächtigem Hagel sind an uns vorbeigezogen." Somit gebe es einige Gebiete, die noch stärker betroffen seien.

Eine Hoffnung gibt es in diesem Jahr aber dennoch. Laut Landwirt Karl-Heinz Deppe ist die Maisernte in diesem Jahr äußerst zufriedenstellend. "Dem Mais bekommt dieses Wechselwetter sehr gut, und er hat viele Kolben angesetzt. Jedoch darf es jetzt wieder nicht zu heiß werden, denn dann bilden sich die Kolben nicht weiter aus." Seine anderen rund 20 Hektar mit Getreide sind vom Wetter ziemlich stark in Mitgliederschaft gezogen worden. Da spielt nicht zuletzt auch der Senne-Sandboden eine große Rolle, denn dieser kann das generell eher knappe Regenwasser kaum im Boden halten. "Die Senne ist aber keine große Ackerbauregion, deshalb hat eine schlechte Ernte keine großen Auswirkungen auf die Getreidepreise", erklärt Karl-Heinz Deppe. Die großen Ackerbauregionen hätten generell mehr Glück mit dem Wetter gehabt.

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