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SCHLOß HOLTE-STUKENBROCK Kranzniederlegung am Ehrenfriedhof

70. Jahrestag des Überfalls auf die UdSSR/ Teilnehmer gedenken den sowjetischen Kriegsgefangenen

23.06.2011 | Stand 22.06.2011, 20:44 Uhr
Vorsitzender des Arbeitskreises Hubert Kniesburges (rechts) gedenkt den Opfern. Unterstützend hält Günter Bennardt die Vereinsfahne des VVN-BdA. - © FOTO: KATRIN EWERT
Vorsitzender des Arbeitskreises Hubert Kniesburges (rechts) gedenkt den Opfern. Unterstützend hält Günter Bennardt die Vereinsfahne des VVN-BdA. | © FOTO: KATRIN EWERT

Schloß Holte-Stukenbrock (kew). Trotz Gewitter lassen sie sich nicht beirren: Standhaft zeigen sich die Mitglieder des Arbeitskreises "Blumen für Stukenbrock" gestern bei der Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof für sowjetische Kriegsgefangene in Stukenbrock-Senne.

Sie gedenken damit den Opfern des Kriegsgefangenen-Mannschafts-Stammlagers "Stalag 326", das in der Nähe des Friedhofes lag. Heute befindet sich dort die Landespolizeischule. Anlass ist der 70. Jahrestag des Überfalls Hitler-Deutschlands auf die Sowjetunion.

Außer den Mitgliedern des Arbeitskreises nehmen auch Vertreter der Verdi-Bildungsstätte, Mitglieder der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, des Bundes der Antifaschisten (VVN-BdA) und interessierte Bürger teil. Die Kranzniederlegung erfolgt im kleinen Kreis mit 20 Teilnehmern.

Nachdem der Kranz vor den 10 Meter hohen Obelisken liebt, hält der Vorsitzende des Arbeitskreises, Hubert Kniesburges, eine Rede. Er gedenkt damit vor allem den sowjetischen Kriegsgefangenen aber auch stellvertretend allen Menschen, die im zweiten Weltkrieg gestorben sind. "Wir gedenken außerdem allen, die wir in Afghanistan, im Irak und derzeit in Libyen verloren haben und verlieren", fügt Hubert Kniesburges hinzu. "Leiden, wie die im Stalag 326, werden oft vergessen. Wir sorgen mit diesem Gedenktag dafür, die Erinnerungen wach zu halten", sagt der Vorsitzende, "Dieser Ort soll nicht nur mahnen. Dieser Ort soll eine Lernstätte für eine bessere Welt sein."

Im Anschluss an die Rede von Hubert Kniesburges tritt Elfriede Haug, die regelmäßig Friedhofsführungen organisiert, vor den Obelisken. Sie verdeutlicht den Anwesenden nochmals den historischen Hintergrund des Lagers und das Leiden der Gefangenen.

"Stalag 326" wurde im Juni 1941, unmittelbar nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion, von den ersten Kriegsgefangenen selbstständig errichtet. Sie lebten in grausamen Zuständen, denn es gab weder ausreichende Ernährung noch Schlafmöglichkeiten oder sanitäre Anlagen. Bei diesen Bedingungen ist es klar, dass viele Gefangene durch die ständige Erschöpfung und Unterernährung krank wurden. "Sie bekamen eine Tagesration von 800 Kalorien. Davon hauptsächlich Brot, indem mehr Sägespäne als Roggenmehl war", betont Elfriede Haug.

Wie viele Menschen im Lager "Stalag 326" gestorben sind, ist bis heute unklar. Die Mitglieder des Arbeitskreises Blumen für Stukenbrock gehen nach wie vor von 65.000 Toten aus.

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