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Tanz: Drei unterschiedliche Formationen des Stukenbrocker Karnevalsvereins (SKV) präsentieren sich auf der großen Bühne zwischen Rathaus und Gymnasium. Hier begeistern die erfahrenen Tänzerinnen Celina Bröckling, Chiara Kassen und Michele Carnin als Formation "Just for Fun". - © Karin Prignitz
Tanz: Drei unterschiedliche Formationen des Stukenbrocker Karnevalsvereins (SKV) präsentieren sich auf der großen Bühne zwischen Rathaus und Gymnasium. Hier begeistern die erfahrenen Tänzerinnen Celina Bröckling, Chiara Kassen und Michele Carnin als Formation "Just for Fun". | © Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock Tausende kommen zum Emsfest in den Bürgerpark

Viele Besucher bekommen beim bunten Kultursommer von Stadt und Kulturverband neben Chormusik und Tanz viele Aktionen und Informationen geboten

Karin Prignitz
09.09.2019 | Stand 09.09.2019, 13:21 Uhr |

Schloß Holte-Stukenbrock. Die Veranstaltungskonkurrenz ist groß, die Wetteraussichten sind ungewiss. „Ich bin erstaunt und erfreut, dass dennoch so viele Menschen zum Emsfest gekommen sind", sagt Bürgermeister Hubert Erichlandwehr am frühen Nachmittag. Sicherlich 1.000 Besucher tummeln sich da schon auf dem Platz zwischen Rathaus und Gymnasium. Alle drei Jahre findet das Fest seit dem Jahr 2004 statt. Jedesmal gibt es ein anderes Motto. Diesmal steht die Kultur im Vordergrund. Eines registrieren die vielen Besucher mit besonderem Erstaunen. Auch Moderatorin Tanina Rottmann von Radio Gütersloh hat angesichts der vielen großen und kleinen Sänger und Sängerinnen, die sie über den Tag verteilt ankündigt, den Eindruck, „dass jeder Zweite in Schloß Holte-Stukenbrock Mitglied in einem Chor ist oder sonst ein Talent hat". Und dabei, gibt Horst Dieter Schmelzer als Vorsitzender des Stadtkulturverbandes zu bedenken, „sind noch nicht einmal alle Chöre vertreten". Auch das Städtische Blasorchester SHS und das St.-Johannes-Blasorchester fehlen, denn sie sind beim zeitgleich stattfindenden Bundesfest in Schloß Neuhaus. Dennoch ist die Vielfalt groß. Beim St.-Johannes-Spielmannszug können ambitionierte Nachwuchs-Drummer wie Noel Storm (5) und Mika Rätzke (8) zeigen, ob sie den Rhythmus angeben können. Gleich nebenan präsentieren sich nach dem Jagdhornbläserkorps Stukenbrock die Chöre der evangelischen Kirchengemeinde, der Männergesangverein Eintracht 1878 Stukenbrock und der Städtische Frauenchor „LadyDur". Den „Süßfaktor", wie Tanina Rottmann es ausdrückt, bringen die „Bambinis" des Stukenbrocker Karnevalsvereins (SKV) mit. Ihnen folgen die Junior-Tanzgarde und die Tänzerinnen von „Just for Fun" (Celina Bröckling, Chiara Kassen und Michele Carnin). Während einer Pause werden die Vorbereitungen für einen ganz besonderen Auftritt getroffen. Gymnasial-Musiklehrer Knut Peters hat 100 „Schlossspatzen" für einen Auftritt mit einer Band, die aus sechs Lehrern besteht, gewinnen können. Damit ist die Bühne voll und auch der Platz davor füllt sich zu dieser Zeit noch einmal ordentlich. 23 Stände sorgen für ein buntes Bild Stadt und städtischer Kulturverband richten den „Bunten Kultursommer" gemeinsam aus. „Wir waren für das Bühnenprogramm zuständig, die Stadt für die Stände", erläutert Horst Dieter Schmelzer. Für den noch jungen Stadtkulturverband sei es die erste große Aktion. Die Vorbereitungen mit der Stadt zu bündeln, sei richtig gewesen. Schmelzer spricht von „einer Demonstration, dass wir an einem Strang ziehen". Am Freitag sei die endgültige Entscheidung gefallen, wettertechnisches Gottvertrauen zu beweisen, optimistisch nach vorne zu blicken und das Fest nicht ins Innere des Gymnasiums zu verlegen. „Atmosphäre und Lockerheit wären verlorengegangen", da ist sich Schmelzer sicher. „Draußen ist das ein ganz anderes Bild." Zu diesem bunten Bild trugen die 23 Stände bei. Während Kinder auf großen Strohballen rutschen oder sich schminken und in fremde Wesen verwandeln konnten, gab es umfassende Informationen von den Akteuren der Vereine und Interessengemeinschaften. 20 Gymnasiasten hatten große Notenschlüsse-Brezel gebacken und verschenkten sie an die Besucher, ebenso wie bunte Luftballone. Im Musikraum kamen derweil Technikfans auf ihre Kosten. Informatiklehrer Stefan Dreher und seine Kollegin Sonja Büscher führten dort einen 3-D-Drucker vor. Sie hatten außerdem eine Robotik-Präsentation vorbereitet. Auf der Bühne ging es mit dem „Schloss-Akkord" weiter, dem Männerchor 1905 Schloß Holte und der Kindergruppe des Vereins „Generationen Vielfalt". Semer Makara und andere Mitglieder berichteten unterdessen am Stand von ihrem Vorhaben, ein Integrationsprojekt für die zu erwartenden Flüchtlinge zu realisieren. „Wir möchten helfen, eine Brücke zwischen den Kulturen zu bauen", sagt Makara. Auch die Flüchtlingshilfe SHS war vertreten. Und am Stand von „Demokratie leben" von Stadt und VHS konnte bei der Aktion „Colour for Democracy" gemeinsam kreativ gestaltet werden. „Wir sind mit vielen Menschen ins Gespräch gekommen", berichtete Christiane Vornholt von der Stadt. Viele Kinder hatten zu dieser Zeit am Stand des SKV bereits lustige Stuki-Masken gebastelt. Gleich daneben warben die Damen der Weiberfastnacht um Nachfolgerinnen, die die Organisation ab 2021 übernehmen sollen. Noch gibt es keine Aspirantinnen. Der facettenreich gestaltete Tag endete mit dem rockigen Auftritt des Vereins für Jugend & Kultur und der Band „Cosma Polite". Vor allem am Nachmittag füllte sich der Bürgerpark mit Besuchern.

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