Bunte Laternen: Livia, Louisa, Heidi und Oskar (v. l.) haben am Martinsumzug teilgenommen. Insgesamt rund 300 Kinder und Eltern waren nach Schätzungen der Veranstalter dabei, als sich der Zug, angeführt von St. Martin (Nicole Schubert auf ihrem Pferd) auf dem Platz in Bewegung gesetzt hat. - © Karin Prignitz
Bunte Laternen: Livia, Louisa, Heidi und Oskar (v. l.) haben am Martinsumzug teilgenommen. Insgesamt rund 300 Kinder und Eltern waren nach Schätzungen der Veranstalter dabei, als sich der Zug, angeführt von St. Martin (Nicole Schubert auf ihrem Pferd) auf dem Platz in Bewegung gesetzt hat. | © Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock Einstimmen auf St. Martin

1. Senner Martinsmarkt: Besucher und Aussteller schwärmen gleichermaßen von der Atmosphäre auf dem großzügigen Areal am Campingplatz am Furlbach. 300 Kinder und Erwachsene nehmen am Martinsumzug teil.

Schloß Holte-Stukenbrock. Quittengelee mit Prosecco, er gehört zu den neuesten Kreationen der „Holter Curryqueen“. Swimmingpool heißt eine andere. Wenn Barbara Jürgens ihre Marmeladen, ihre Currywürste im Glas, ihre Knoblauchpaste, Pestosorten und andere hausgemachte Köstlichkeiten anbietet, dann besteht in jedem Fall Suchtgefahr. Neben den kulinarischen gibt es unter den rund 30 Ausstellern unzählige handwerkliche Angebote und erstaunliche Ideen. Die wohl ungewöhnlichste ist die sogenannte Massagepraline. Nicole Draak packt einer dieser Pralinen aus und lässt die Besucher probieren. Nicht im Munde zergehen lassen sollen sie das kleine keineswegs süße Stück, sondern sich damit die Hände reiben. Die werden angenehm warm und gecremt, ohne anschließend zu fetten. Nicole Draak gehört zu den Kreativanbietern des 1. Senner Martinsmarktes auf dem Campingplatz am Furlbach. Die Idee dazu war bei der Feier zum 60-jährigen Bestehen des Campingplatzes im Sommer entstanden. Vier Kreativstände hatte es dort gegeben. Die Resonanz war richtig gut. Ursprünglich hatte Betreiberin Annette Auster-Müller mit der Ausrichtung eines Weihnachtsmarktes auf dem großzügigen Gelände am Furlbach geliebäugelt, „weil das Areal unter den Eichen einfach so wunderbar dafür geeignet ist“. Da es ähnliche Märkte in der Umgebung aber bereits zuhauf gibt, entschied sich die 59-Jährige für einen Martinsmarkt „als Verknüpfung von Saisonabschluss und Kreativfest für die Menschen aus der Region“. Großer Andrang schon kurz vor dem Start Die Scheune, in der normalerweise Arbeitsmaterial lagert, wurde leer geräumt, unzählige Lichterkettern installiert, Tische und Bänke geschleppt, die auf dem Gelände platziert wurden. Zelte wurden aufgebaut, Anschlüsse verlegt. Bereits im Vorfeld wurden die Aussteller angesprochen und die Werbetrommel gerührt. Dass sich all diese Arbeit mehr als gelohnt hat, bewies der überaus große Zuspruch der Besucher. Lange Autoreihen schlängelten sich Richtung Campingplatz. Schnell waren alle Parkplätze vergeben. „Mein Mann hat auf der anderen Seite der B 68 geparkt“, erzählt Ausstellerin Julia Koch. „Schon kurz vor dem offiziellen Start um 15 Uhr war der Andrang groß.“ Auch der Martinsumzug mit Reiterin Nicole Schubert und regionaler Bläser-Begleitung unter der Leitung von Katrin Krusenotto entpuppte sich als Magnet. Etwa 300 Kinder und Erwachsene nahmen mit leuchtenden Laternen daran teil. „Der Kindergarten St. Achatius hat Laternen für die Kinder gebastelt, die keine dabei hatten“, berichtet Annette Auster-Müller vom Einbinden vieler Akteure. „Mitglieder des Fördervereins haben Vogelfutter verkauft.“ Der Heimat- und Verkehrsverein war mit einem Stand vertreten. Die Menschen aus der Region einzubinden, den Campingplatz zu öffnen, das ist der Betreiberin ein Herzensanliegen. „Wir wollen zeigen, dass er für alle ein Naherholungsgebiet sein kann.“ Besucher und Standbetreiber schwärmen am Ende unisono von einer „absolut tollen Atmosphäre“ und dem ungeheuer guten Zuspruch der Besucher. „Das hat Spaß gemacht“, sagt Bianca Schmitz. Der Zeitpunkt sei gut gewählt, denn die Weihnachtsmärkte kämen erst später. Von Genähtem, Gehäkeltem und Gestricktem, von Holz- und Betondeko bis hin zu Schmuck und Lampen aus Kaffeekannen gibt es in der Scheune und verteilt auf dem Gelände viel zu entdecken. Draußen brennt das Lagerfeuer. Dort mischt sich der Geruch von Glühwein mit dem von Bratwürsten und Waffeln. Überall bilden sich Menschengruppen, denn auch das Klönen ist ein wichtiger Punkt beim Senner Martinsmarkt. Nach der gelungenen Premiere soll es im kommenden Jahr eine Fortsetzung geben, das habe der Familienrat entschieden, kündigt Annette Auster-Müller an. „Der Erfolg macht Mut, es zu wiederholen.“

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