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Schon jetzt, wenige Wochen nach dem Vogelschießen der Senner Schützen, hat sich Tischler Josef Delker an die Arbeit gemacht, um das Prunkstück, den Holzadler für 2015, zu erstellen. Das macht viel Spaß, sagt Delker. - © FOTO: MANUELA FORTMEIER
Schon jetzt, wenige Wochen nach dem Vogelschießen der Senner Schützen, hat sich Tischler Josef Delker an die Arbeit gemacht, um das Prunkstück, den Holzadler für 2015, zu erstellen. Das macht viel Spaß, sagt Delker. | © FOTO: MANUELA FORTMEIER

Schloß Holte-Stukenbrock Der Adler wird (zer-)fliegen

In der Senne wird jetzt schon für 2015 geschnitzt

von Manuela Fortmeier
25.07.2014 | Stand 23.07.2014, 20:50 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. In Deutschland gibt es ja für alles Vorschriften, sogar für den Bau eines Schützenadlers: Nägel und Schrauben dürfen nicht verwendet werden. Das macht den Bau des Holzvogels natürlich komplizierter. Und auch deshalb fängt Josef Delker jetzt schon damit an. Obwohl erst am 1. Mai nächsten Jahres auf den Adler geschossen wird.

Es ist der 49. Schützenadler, den Josef Delker aus Stukenbrock-Senne für die St.-Achatius-Bruderschaft baut. "Diese Tradition habe ich von meinem Vater Lorenz übernommen. Er war Tischlermeister und auch er hat schon damals über viele Jahre den Vogel für die St.-Achatius-Schützen erstellt." Und der 62-Jährige denkt noch lange nicht ans Aufhören. "Das möchte ich noch viele Jahre weitermachen."

Information

Das nächste Vogelschießen

Der nächste Schützenkönig wird am Sonntag, 10. August, in Stukenbrock gesucht. Das Vogelschießen der St.-Johannes-Bruderschaft beginnt um 14.30 Uhr auf dem Schützenplatz.

Die Jungschützen schießen ihre Majestäten bereits am Samstag, 9. August, ab 16.45 Uhr aus.

Das Schülerprinzenschießen beginnt am 8. August um 18 Uhr.

Josef Delker und seine Familie wohnen idyllisch am Jägergrund in einem mehr als 100 Jahre alten Fachwerkhaus. Es ist sein Elternhaus, und dort gibt es immer etwas zu tun. Zum Glück, denn Delker sagt über sich, er sei ein echter Holzwurm. Zu dem Haus gehört eine große Holzwerkstatt, in der im Winter meist nicht gearbeitet werden kann. Also macht sich Delker schon jetzt mit Kreissäge, Stichsäge, Bandsäge und vielen anderen Werkzeugen an die Arbeit.

1,5 Quadratmeter Massivholz wird er verarbeiten. "Abachiholz oder Fichtenholz eignen sich am besten." Besonders viel Verschnitt gibt es an den Rundungen, jedoch weiß Delker die Reste gut zu verwerten. "Das leime ich dann oftmals zusammen und setze das verleimte Holz an anderen Stellen wieder ein."

Bereits nach dem Aussägen mit der Stichsäge sind die groben Konturen erkennbar. Und wenn man Josef Delker dabei beobachtet, wie er das 40 Millimeter starke Holz bearbeitet, dann sieht man ihm an, wie viel Freude ihm das macht.

Mit Stech- und Schnitzeisen werden die Flügel und der Rumpf geschnitzt. In all den Jahren habe er darin reichlich "Übung" bekommen, sagt Delker. Zum guten Schluss wird der Adler noch mit einer Grundbeize und einem Klarlack versehen. "Das muss sein."

Dann braucht der Holzadler noch die Insignien, die traditionell als erste abgeschossen werden, bevor der Vogel nach Hunderten von Schüssen regelrecht zerfliegt. Delker fertigt auch diese an seiner Drechselbank von Hand.

Sowohl das Zepter als auch die Krone sind schon fertig. Der Apfel steckt noch eingespannt in der Drechselbank, ist aber ebenfalls fast fertig. Innerhalb der nächsten Wochen werden die Insignien dann noch bemalt.

Auf einer Holzplatte, die etwas abseits in der großen Werkstatt steht, sind bereits die Umrisse für den Schützenadler 2016 zu erkennen. "Das wird der 50.", sagt Josef Delker, der ein Senner Schützen mit Leib und Seele ist. Seit 46 Jahren Mitglied und Träger des Hohen Bruderschaftsordens.

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