Manfred Schumacher (l.) und Alfons Brielmann zeigen ein Fenster von Ima Hartman-Rochelle. Beleuchtet ist es von hinten mir einer Lampe. Das Kunstwerk befindet sich im Besitz des Heimatvereins Wiedenbrück-Reckenberg. - © FOTO: WILHELM IDE
Manfred Schumacher (l.) und Alfons Brielmann zeigen ein Fenster von Ima Hartman-Rochelle. Beleuchtet ist es von hinten mir einer Lampe. Das Kunstwerk befindet sich im Besitz des Heimatvereins Wiedenbrück-Reckenberg. | © FOTO: WILHELM IDE

Rheda-Wiedenbrück Wertvolle Hinterlassenschaft

Ima Hartmamm-Rochelle schuf auch das Fensterband für die Friedhofskapelle

VON WILHELM IDE

Rheda-Wiedenbrück. Im März verstarb im Alter von 86 Jahren in Grünwald, Bayern, die Künstlerin Ima Hartmann-Rochelle. Seit dem Tod ihres Mannes, Bildhauer Bernd Hartmann, 1972, mit dem sie seit 1956 verheiratet war, unterhielt sie auch in München ein Atelier. Die Verbindung zu Wiedenbrück riss jedoch nicht ab. Das bestätigte jetzt Manfred Schumacher, Vorsitzender des Heimatvereins Wiedenbrück-Reckenberg.

Bei einem Rundgang durch das Depot des Wiedenbrücker Schule Museums sagte er, dass die Nachricht vom Tode der Künstlerin bei allen, die sie kannten, Trauer ausgelöst habe. Auch durch den Erfolg ihrer Arbeiten fand Wiedenbrück als Stadt der Kunst im In- und Ausland Verbreitung. Jetzt ruhen ihre sterblichen Überreste in der Gruft der Familie Hartmann auf dem städtischen Friedhof.

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International ausgezeichnet

Viele Ehrungen wurden Ima Hartmann Rochelle zuteil. Die Ehrendoktorwürde Dr. h.c. of Art verlieh ihr die University of Humanistic in Florida. Sie bekam ferner den Päpstlichen Orden für ihre Verdienste um die Kunst in Nazareth und die Medaglia d’Òro de Accademie Italia Delle Arte sowie die Euro-Medaille in Gold für Kunst des Europäischen Kulturkreises.

Durch die Verbindung zu der Künstlerin verfügt der Heimatverein Wiedenbrück-Reckenberg über eine wertvolle Sammlung von Fotografien und Dokumenten aus dem Leben und Schaffen des Künstler-Ehepaares. Schon vor längerer Zeit übergab sie dem Heimatverein Kartons mit kleineren Kunstwerken, Modellen, Gestaltungsversuchen, Zeichnungen und Entwürfen. Hinzu kamen Statuen aus dem religiösen Bereich und Studien für Köpfe herausragender Zeitgenossen, alles aus dem gemeinsamen Atelier Hartmann-Rochelle – und wichtig für die museale Arbeit, aber auch für die Forschung zur Wiedenbrücker Schule.

Ein auch materiell besonders wertvolles Exponat ist ein Originalfenster aus hartem Material mit einem Kunstwerk aus Glasstücken darin. Es wartet auf eine adäquate Konstruktion, um es im Wiedenrbrücker Schule Museum ausstellen zu können.

Ima Hartmann-Rochelle erblickte in Ostpreußen das Licht der Welt, kam mit den Eltern während der Flucht nach Arnsberg und machte dort ihr Abitur. Zuerst bekam sie eine Ausbildung in Keramik. Daran schloss sich ein Studium an den Kunstakademien in Düsseldorf und Köln an. Bald arbeitete sie als selbstständige Bildhauerin, Designerin, Glaskünstlerin und Malerin. Im gemeinsamen, weitläufigen Atelier an der Bernd-Hartmann-Straße, schuf sie eigene Werke und Arbeiten mit ihrem Mann zusammen.

Dazu zählte auch die Fensterarbeit sowie die künstlerische Innengestaltung für die Friedhofskapelle in Wiedenbrück. Bei der Entstehung des Fensterbandes für die Friedhofskapelle in ihrem Atelier ließ sich die Künstlerin über die Schulter schauen. Mit geschickten Händen griff Hartmann-Rochelle zu den Glaskörpern und fügte sie nach Farbbestimmung, gemäß ihrer künstlerischen Intention zusammen. Der Fensterfries spendet durch ihre Kunst Licht und mystischen Eindruck.

Arbeiten von Hartmann-Rochelle gibt es in vielen Ländern zu sehen. Oft war sie rund um den Erdball auf Studienreisen. Mit besonderer Liebe schuf sie Bronze-Kunstwerke aus der Welt der Kinder.

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