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Europas größter Schlachthof: Der Fleischkonzern Tönnies darf seine Kapazitäten in Rheda-Wiedenbrück weiter aufstocken. - © Tönnies
Europas größter Schlachthof: Der Fleischkonzern Tönnies darf seine Kapazitäten in Rheda-Wiedenbrück weiter aufstocken. | © Tönnies

Wirtschaft Tönnies darf in Rheda-Wiedenbrück mehr Schweine schlachten

Der Konzern will die Kapazitäten im Stammwerk erhöhen: Die Schlachtzahl steigt von 26.000 auf täglich 30.000 Tiere

Martin Krause
03.12.2018 | Stand 03.12.2018, 18:17 Uhr

Rheda-Wiedenbrück. Die Tönnies-Gruppe hat sich durchgesetzt: Der Kreis Gütersloh hat die Genehmigung für die Kapazitätserweiterung in Rheda-Wiedenbrück erteilt. Das teilte André Vielstädte als Sprecher des größten deutschen Fleischunternehmens mit. Tönnies darf die Schlacht-Zahlen um mehr als 15 Prozent aufstocken: "Mit dem Bescheid zur Erweiterung der Schlachtkapazität von 3.000 auf 3.500 Tonnen pro Tag hat das Unternehmen nun Planungssicherheit für die mittelfristige Entwicklung in Ostwestfalen", erklärte Vielstädte. Tönnies will am Stammsitz, der zugleich auch der größte Unternehmensstandort ist, künftig 30.000 statt bisher 26.000 Schweine täglich schlachten. Die Erweiterung ist umstritten, gegen die Pläne hatte sich eine Bürgerbewegung formiert. Das Bündnis befürchtet unter anderem einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Schlachthof und der Belastung der Ems mit multiresistenten Keimen.  Schlachthof-Gegner rechnen mit Klagen Zudem müssten in der Region nun wohl 500 neue Mastanlagen geschaffen werden, glauben die Gegner - was zu weiteren Umweltbelastungen führen könnte. Michael Pusch vom „Bündnis gegen die Tönnies-Erweiterung" denkt dabei etwa an eine steigende Grundwasserbelastung durch Gülle und an noch mehr Keime, die in die Umwelt gelangen. „Im Falle einer Genehmigung wird es wahrscheinlich Klagen geben, entweder von uns, von Betroffenen oder von Umweltverbänden", hatte Pusch bereits Mitte November gesagt, als die Genehmigung absehbar war. Der Kreis Gütersloh hatte damals mitgeteilt, dass es keine Notwendigkeit für eine Umweltverträglichkeitsprüfung gebe. „Wir prüfen derzeit alle Möglichkeiten", bekräftigte Pusch nun. Der Kreis und die Stadt Rheda-Wiedenbrück ignorierten die Gefahren, so der Vorwurf. Mit dem Einbau einer vierten Reinigungsstufe in das städtische Klärwerk seien diese Gefahren nicht gebannt. Tönnies erklärte, in dem 26 Monate dauernden Prüfungsverfahren seien zahlreiche Emissionsprüfungen auf Geruch, Abwasser, Lärm und Verkehrsbelastung durchgeführt worden. Durch Präventionsmaßnahmen seien die Emissionen eingedämmt worden, so dass die Genehmigung nun möglich wurde. Keine kurzfristigen Baumaßnahmen geplant Das Unternehmen kennt aber die  laut gewordene Kritik und versucht, die Wogen zu glätten. "Wir nehmen die Meinungen der Anwohner und Kritiker auch weiterhin sehr ernst, daher ist es uns wichtig, dass diese auch zukünftig mit uns das Gespräch führen", so Vielstädte diplomatisch. Weitere Baumaßnahmen will das Unternehmen demnach kurzfristig nicht durchführen. "Durch die Effizienzsteigerung in der Produktion und den gleichzeitigen Ausbau der Automatisierungstechnik konnten die Produktionsprozesse kontinuierlich verbessert werden", so die Erklärung.

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