Rheda-Wiedenbrück Heimaverein kann Auflagen nicht erfüllen

Verein kann Auflagen nicht erfüllen

Das Künstlerhaus: Diese Immobilie sollte der Heimatverein Wiedenbrück-Reckenberg erben. Der Verein verzichtete. - © Foto: ID
Das Künstlerhaus: Diese Immobilie sollte der Heimatverein Wiedenbrück-Reckenberg erben. Der Verein verzichtete. | © Foto: ID

Rheda-Wiedenbrück (id). Umfassende Informationen über die Erbschaft der jüngst verstorbenen Witwe Mathilde des akademischen Bildhauers Hubert Hartmann, gaben in der Jahreshauptversammlung der Vorsitzende des Heimatvereins Wiedenbrück-Reckenberg, Manfred Schumacher und Vorstandsmitglied Alfons Brielmann. Mit einem Lichtbildvortrag über das Innere des Künstlerhauses an der Rietberger Straße gaben sie dem Thema besonderen Diskussionstoff.

Das Haus wurde um die Jahrhundertwende von Bildhauer Heinrich Hartmann, einem Vertreter der Wiedenbrücker Schule, erbaut. Die beiden Söhne, die späteren akademischen Bildhauer Bernd und Hubert, machten sich nach dem Tod des Vaters 1937 selbstständig und waren in ihren Berufen erfolgreich. Bernd Hartmann-Lintel baute sich am Wasserturm sein Atelier. Hubert Hartmann ließ sich im Elternhaus nieder. Er starb hochbetagt im Jahr 2006. Jetzt schied seine Frau Mathilde aus dem Leben. Sie vermachte ihr Haus samt Inhalt mit dem Grundstück dem Heimatverein Wiedenbrück-Reckenberg - das allerdings mit vielen Auflagen. Wegen dieser Pflichten sah sich der Heimatverein nun gezwungen, auf das Erbe zu verzichten.

Schumacher erklärte den Heimatfreunden, es sei schwer gefallen, das Erbe auszuschlagen, aber der Verein habe weder finanziell noch personell die Kraft, alle mit dem Erbe verbundenen Auflagen zu erfüllen. Zu den strengen Bedingungen gehörten zum Beispiel der bauliche Unterhalt des immerhin rund 100 Jahre alten Gebäudes und des künstlerischen Inventars mit dem Auftrag, es der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Leider habe die Stadt Rheda-Wiedenbrück keine Möglichkeit gesehen, dem Heimatverein zu helfen, so der Vorsitzende. In der Versammlung war viel Verständnis für den Verzicht auf das Erbe zu vernehmen. Aber das Verhalten der Stadt durch die Verweigerung ihrer Hilfe und dass sie nicht nach Lösungen gesucht habe, das fand wenig Verständnis. Diese Feststellung wurde mehrfach geäußert. Es wurde zudem daran erinnert, dass auch das Atelier des Bildhauers Julius Mormann nicht für die Bürgerschaft habe gerettet werden können.

Was für die Allgemeinheit nun verloren geht, das zeigten die Fotos des Vorsitzenden. Das Hartmann?sche Haus ist angefüllt mit Kunst. Selbst Elisabeth Witte, stellvertretende Bürgermeisterin, bekannte nach der Fotoschau, einen ganz neuen Eindruck bekommen zu haben. Das Haus und Grundstück erben jetzt Familienangehörige.

Copyright © Neue Westfälische 2018
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
realisiert durch evolver group