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Ein Pferd ist vor einer Kutsche zusammengebrochen – in Ostrumänien ein alltägliches Bild.
Ein Pferd ist vor einer Kutsche zusammengebrochen – in Ostrumänien ein alltägliches Bild.

Harsewinkel "Leid der Pferde ist unfassbar"

Malerin Simone Beckmann unterstützt Tierschutzorganisation von Markus Raabe

VON RICHARD ZELENKA
11.07.2013 | Stand 09.07.2013, 20:26 Uhr

Harsewinkel. Das Leid der Pferde ist für uns unfassbar. "Sie werden mit Benzin übergossen und angezündet. Dazu klatschen die Leute auch noch Beifall", berichtet der Harsewinkeler Schmiedemeister Markus Raabe von seinen bitteren Erfahrungen in Ostrumänien. Der 39-jährige Harsewinkeler wollte und konnte dem Elend nicht tatenlos zusehen – und gründete vor fünf Jahren die Hilfsorganisation "Equiwent": Mensch & Tier e.V."

Jetzt stellt sich die Malerin, Aktionskünstlerin und Kunstpädagogin Simone Beckmann in den Dienst der guten Sache. Die 45-Jährige, die an der Beelener Straße in Greffen ein Atelier betreibt und selbst passionierte Reiterin ist, malte und spendete ein großformatiges Gemälde für den Tierschutzverein von Markus Raabe. Das etwa 1,50 mal 0,85 Meter große, mit Acrylfarben und Ölkreide gemalte Bild mit dem Motiv einer galoppierenden Herde wilder Pferde, wird zugunsten von "Equiwent" verlost.

Raabe, der auf seinem Hof am Heerdamm gemeinsam mit der Schmiedin und Physiotherapeutin Tiffany Hild eine Hufbeschlagschmiede betreibt, konnte einen schlagkräftigen Partner für seine Benefizaktion gewinnen: die Fachzeitschrift "Reiter und Pferd in Westfalen". In der aktuellen Ausgabe hat "Reiter und Pferd" einen langen Artikel über Markus Raabe und seine Arbeit in Rumänien veröffentlicht und gleichzeitig die Spendenaktion für die Hilfsorganisation gestartet (Infokasten).

Geld brauchen Markus Raabe und seine Mitstreiter dringend. Denn bereits seit acht Jahren engagiert sich der Harsewinkeler Hufschmied aktiv für den Tierschutz. Das 2005 gegründete Projekt "Schmiede ohne Grenzern" kümmerte sich zunächst um die medizinische Notversorgung bei Huferkrankungen sowie um die Schulung von Pferdebesitzen und Schmieden in vielen Ländern Europas. Seit seinem ersten Besuch in Rumänien steht der bitterarme Osten des südeuropäischen Landes im Fokus der Tierschützer. Raabe erinnert sich mit Schaudern an viele schreckliche Szenen, die einen Tierfreund erschüttern, im Osten Rumäniens aber zum Alltag gehören. "Die Menschen empfinden keine Empathie gegenüber dem Tier. Die Pferde laufen dort vor dem Karren, bis sie tot umfallen. Dann werden die nächsten angespannt. Die Auswahl ist groß, es gibt dort so viele Pferde wie bei uns Ratten", erinnert sich der 35-Jährige an seine Reisen nach Rumänien. Das Elend ließ ihn nicht ruhen. Mit einer Handvoll ehrenamtlicher Helfer gründete er den Verein "Equiwent".

Es mangelt an allem im Rumäniens Osten: Es gibt kaum Futter, es fehlen medizinische Betreuung und Ausrüstung. Das Schlimmste für Raabe und sein Team ist aber das Problem der aktiven Tierquälerei, die auch vor grausamen Verstümmelungen der Pferde nicht halt macht. "Equiwent" hat mit Hilfe von Spendern und Sponsoren eine eigene Tierpraxis in der Nähe der Stadt Iasi aufgebaut. Die Organisation kümmert sich rund um die Uhr hauptsächlich um Arbeitspferde, aber auch Familien- und humanitäre Hilfe werden mittlerweile von "Equiwent" angeboten.

Alleine in Iasi schätzt Raabe die Zahl von Arbeitspferden auf etwa 25.000, in ganz Ostrumänien seien es mehr als 280.000. Der erste Schritt ist stets die medizinische und orthopädische Versorgung der Tiere. Der zweite Schritt ist die Schulung und Sensibilisierung der Besitzer sowie die Ergänzung von fehlenden Ausrüstungsgegenständen wie Halfter oder Gebisse. Markus Raabe, der weltweit einen ausgezeichneten Ruf genießt (er war bei den olympischen Reiterspielen in London Schmied der australischen Equipe), wünscht sich, dass die Arbeit der Hilfsorganisation auch in seiner Heimat ein bisschen mehr Unterstützung und Anerkennung findet: "Es ist leichter, beim Bundesamt einen Termin zu bekommen als im Rathaus in Harsewinkel".

Weitere Informationen unter:

www.simonebeckmann.de
www.reiter-und-pferde.de
www.equiwent.de

Information

Mit fünf Euro dabei


Jeder, der "Equiwent" unterstützen und das Bild von Simone Beckmann gewinnen möchte, muss einen Betrag von mindestens fünf Euro spenden.

Das Pferdebild der Greffenerin wird im Rahen der Pferdesportmesse Westfalenwoche vom 23. bis 28. Juli in Münster zu sehen sein.

Nach Ablauf der Aktion wird das Gemälde unter allen Spendern verlost, unabhängig vom Spendenbeitrag.

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