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Frisches Grün: Markus Neukötter (v.l.), Bauleiter der Firma Heiler, Martin Uekötter (Stadt Harsewinkel), Frank Nobbe vom Landschaftsarchitekturbüro Wolf aus Rietberg sowie TSG-Platzwart Gerd Niewöhner begutachten den frisch verlegten Kunstrasenplatz auf der Sportanlage am Moddenbachstadion. - © Burkhard Hoeltzenbein
Frisches Grün: Markus Neukötter (v.l.), Bauleiter der Firma Heiler, Martin Uekötter (Stadt Harsewinkel), Frank Nobbe vom Landschaftsarchitekturbüro Wolf aus Rietberg sowie TSG-Platzwart Gerd Niewöhner begutachten den frisch verlegten Kunstrasenplatz auf der Sportanlage am Moddenbachstadion. | © Burkhard Hoeltzenbein

Harsewinkel Das Moddenbachstadion in Harsewinkel bekommt neuen Kunstrasenbelag

Dank der intakten Tragschicht reduzieren sich die Kosten. Im gesammelten Ausschreibungsverfahren fasst die Stadt drei Maßnahmen zusammen

Burkhard Hoeltzenbein
13.08.2018 , 13:20 Uhr

Harsewinkel. Auf dieses frisch sprießende Immergrün können die von der anhaltenden Dürre geplagten Landwirte und Hobbygärtner in Harsewinkel nur neidisch blicken. Der Kunstrasenplatz neben dem Moddenbachstadion hat nach 19 Jahren einen frischen Belag bekommen.

„Die Fasern sind abgespielt, da können Nähte reißen. Das wird irgendwann zum Risiko für die Sportler"

Innerhalb von vier Wochen haben Mitarbeiter des Sportplatzspezialisten Heiler aus Bielefeld-Ummeln auf dem 105 mal 71 Meter messenden Spielfeld den alten „Rasen" samt Quarzsand aufgenommen und das neue Gemisch aufgebracht. „Das wurde Zeit. So ein Platz ist normalerweise schon nach 15 Jahren auf", sagt Frank Nobbe vom Landschaftsarchitekturbüro Wolf in Rietberg. Der alte Kunstrasenbelag gehörte noch zur ersten Generation, auf der die Fußballer nur ungern grätschten, weil beim Rutschen auf blanker Haut schnell mal die „Tapete" durchgescheuert war.

„Die Fasern sind abgespielt, da können Nähte reißen. Das wird irgendwann zum Risiko für die Sportler", erklärt Nobbe. Harsewinkel kommt sogar kostengünstig davon. „Der Unterbau ist noch gut, da gab es nichts Überraschendes", vermeldet Martin Uekötter, im Rathaus für das Begleiten städtischer Baumaßnahmen zuständig. Die Drainagestränge liegen in einem Kiesbett. Darüber kommt eine wasserdurchlässige Schottertragschicht. Auf dieser wird eine 35 Millimeter starke elastische Tragschicht aus Gummi-Granulat gelegt.

Wäre diese sogenannte „ET-Schicht" großflächig beschädigt, müsste sie ebenfalls ausgetauscht werden. „Dann kämen schnell bis zu 100.000 Euro Kosten für den neuen Unterbau und die Entsorgung des alten Materials hinzu", erklärt Nobbe. So mussten nur einige Stellen ausgebessert werden.
Uekötter hatte das Sanierungsverfahren (siehe Kasten) angeschoben, nachdem der Rat grünes Licht gegeben hatte. „Das Zeitfenster war sehr eng", sagt er mit Blick auf den Terminplan. Am 19. Mai habe die Stadt direkt nach dem Schluss der Fußballsaison 2017/18 die für den Kunstrasen so wichtigen Drainagen geprüft und gereinigt.

Am Sonntag weihen die Fußballer den Platz ein

„Da war ein bisschen Wurzeleinwuchs von der Abrooksbachseite", sagt er. Um den angeschwemmten kristallierten Sand zu beseitigen, seien zwei zusätzliche Löcher gebohrt und gespült worden. „Ansonsten haben wir nur normalen Verschleiß vorgefunden", erklärt er. Zunächst zerlegte die Firma Heiler ab Anfang Juli den alten Belag in Streifen und nahm diesen mit einer Maschine auf. Der eingestreute Quarzsand wurde getrennt. Dieser wird anderswo als Füllmaterial weiterverwendet. „Der neue Sand wird staubtrocken eingestreut", erklärt Bauleiter Markus Neukötter.

Daher sei das heiße Wetter ideal für das Baumaterial, aber nicht unbedingt für die Bauarbeiter gewesen. „Die schwarze Deckschicht darunter heizt sich nämlich ziemlich auf." Bei dem neu aufgebrachten Material verwendet Heiler nur Granulat aus Neugummi, bei dem Gesundheitsrisiken ausgeschlossen seien. „Recyclinggranulat aus Altreifen ist zwar günstiger, birgt aber Nachteile", sagt er mit Hinweis auf die vor einigen Jahren aufgekommene Diskussion um belastete Sportplatzbeläge. Der neue „Rasen" der jüngsten Generation hat eine gekräuselte Oberflächenstruktur.

„Dadurch verringern sich die Folgekosten, weil die Faser nicht so leicht herauszutreten ist", erklärt der Fachmann. So bleibe das eingestreute Granulat da, wo es hingehöre. Die Probe aufs Exempel folgt am Sonntag. Dann weiht der Kreisliga-B-Club Anadolu Harsewinkel den Platz mit dem ersten Meisterschaftsspiel ein.

Information

Drei Projekte aus einer Hand

  • In einer Gesamtausschreibung hat die Stadt drei Sanierungen von Sportflächen vergeben.
  • Die Firma Heiler erhielt den Zuschlag für ein Gesamtvolumen von maximal 394.000 Euro.
  • Da die Unterschicht am Fußballplatz intakt ist, reduziert sich der im Haushalt eingestellte Betrag etwa um 80.000 Euro.
  • Der Kunstrasen-Fußballplatz am Moddenbachstadion hat eine neue Oberdecke erhalten.
  • Der für Schulsport- und Freizeit genutzte Platz an der von-Galen-Schule hat einen neuen Boden nebst neuen Linien erhalten.
  • An der Löwenzahnschule erhält der Bolzplatz eine neue gummierte Oberfläche.