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Einmal im Monat kommen viele Mütter mit ihren Kindern in die Wolters-Clinic. Dort werden die Kinder untersucht, gewogen und bekommen bei Unterernährung Spezialnahrung. In der Mitte des Tisches liegen die Impf-Spritzen bereit. - © FOTO: PRIVAT
Einmal im Monat kommen viele Mütter mit ihren Kindern in die Wolters-Clinic. Dort werden die Kinder untersucht, gewogen und bekommen bei Unterernährung Spezialnahrung. In der Mitte des Tisches liegen die Impf-Spritzen bereit. | © FOTO: PRIVAT

GÜTERSLOH Einsatz für Gambia

Gemeinnütziger Verein hilft seit 15 Jahren / Ärzte für Kurzeinsatz im Januar gesucht

VON JULIA GESEMANN
21.11.2011 | Stand 20.11.2011, 19:07 Uhr

Gütersloh. Gambia - ein winziges demokratisches Land im Westen Afrikas, mit Traumständen am Atlantik wie aus dem Reisekatalog und Palmen. Doch auch das ist Gambia: Eines der ärmsten Länder Afrikas, mit einer gering entwickelten Industrie, einer hohen Arbeitslosigkeit und einer kaum vorhandenen gesundheitlichen Versorgung. Die Gütersloherin Brigitte Eickholt und der Verein Gambia-Hilfe helfen schon seit vielen Jahren in dem kleinen Staat - mit vielen Projekten.

Wenn Brigitte Eickholt von Gambia und den dort lebenden Menschen spricht, gerät sie ins Schwärmen: "Es sind die Liebenswürdigkeit und die Gastfreundlichkeit, die den Lebensstil der Menschen dort ausmachen."

Egoismus gebe es nur sehr wenig. Im Gegenteil: "Es ist für die Gambianer normal, die wenigen Sachen, die sie haben, miteinander zu teilen." Und: "Von diesem Lebensstil können die Deutschen ganz viel lernen."

Information

Besuche in Gambia

Brigitte Eickholt lebt wieder in Deutschland.

Von Gütersloh aus organisiert sie Medikamente und Spenden.

Derzeit sind 44 Kartons mit Medikamenten im Container auf den Weg nach Gambia.

In regelmäßigen Abständen besucht Eickholt das Land.

Als nächstes wird der Verein Gambia-Hilfe am Samstag, 3. Dezember, einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt an der Apostelkirche haben.

Kontakt und Informationen zu den Projekten oder zu Möglichkeiten, wie man helfen kann, bei Brigitte Eickholt unter Tel. (0 52 41) 3 54 24 oder unter www.gambia-hilfe.de (juge)

Während eines Urlaubes in Gambia 1990 entschied sich die gelernte Heilpädagogin, für längere Zeit in diesem Land zu leben, um zu helfen. Eine wichtige Erfahrung hat Eickholt dabei gemacht: "Man kann dort nicht alles von einem Tag auf den anderen ändern." Sie ergänzt: "Wichtig ist die Hilfe zur Selbsthilfe über einen längeren Zeitraum."

Gemeinsam mit den Gambianern setzten sie, der im Jahr 1997 gegründete gemeinnützige Verein Gambia-Hilfe und viele Helfer verschiedene Projekte um.

So entstand im Küstenort Manjai ein Kindergarten und in Changally im Landesinneren wurde eine Grundschule gebaut. Diese ist mittlerweile eine staatliche Schule, die Regierung übernimmt die Personalkosten, Schulmaterial und -uniformen werden durch Spenden finanziert. 100 bis 120 Kinder werden hier in den Klassen 1 bis 6 unterrichtet.

Außerdem wurde dort 2000 die Buschklinik "Wolters Clinic" eröffnet, zu der ein Geburtshaus, eine Krankenstation und ein Raum für Zahnbehandlungen gehören. Zwei Pfleger führen die Klinik, einen Arzt, der dauerhaft vor Ort ist, gibt es nicht. Allerdings reisten in den vergangenen Jahren immer wieder deutsche Ärzte im Rahmen von Kurzeinsätzen nach Gambia.

Die Klinik ist eine wichtige Einrichtung zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung geworden. "Im Land gibt es viel zu wenig Ärzte. Menschen müssen oftmals Monate oder sogar Jahre auf einen operativen Eingriff warten", erklärt Eickholt. Und die Wege zu Ärzten seien weit und beschwerlich und oft nur mit Eselswagen zu befahren. "Seitdem die Klinik im Dorf ist, ist die Sterberate rückläufig", sagt Eickholt nicht ohne Stolz.

Anfang Januar wird eine deutsche Krankenschwester zum dritten Mal ehrenamtlich in der Klinik arbeiten. Für die Zeit sucht der Verein noch nach Ärzten, die sie bei ihrer Arbeit unterstützen. "Besonders dringend brauchen wir einen Zahnarzt", sagt Eickholt. Denn die Entfernung zur nächstgelegenen Praxis beträgt 60 Kilometer - eine unüberwindbare Distanz für einen Menschen mit starken Schmerzen. "Auch ein Gynäkologe oder ein Internist wären hilfreich."

Ein großes Ziel hat sich Brigitte Eickholt für ihre zukünftige Arbeit gesetzt: "Die Klinik soll weiterlaufen." Das sei auch für die Dorfbewohner das "Allerwichtigste".

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