Kreis Gütersloh Original Schinkenbild wieder da

VON JÜRGEN WOHLGEMUTH
25.02.2011 | Stand 25.02.2011, 13:32 Uhr

Steinhagen. 111 Jahre alt und nun zurück in Steinhagen: Das original Schinkenhäger-Bild, das millionenfach auf den Etiketten von Schinkenhäger-Krügen um die Welt ging, hängt jetzt im Historischen Museum in Steinhagen. Es ist eine Leihgabe des ehemaligen Steinhageners Harald König, der längst in Österreich lebt. "Das ist eine echte Bereicherung für unser Museum", sagte gestern Fritz Fahrtmann vom Museumsverein, welcher das Bild erstmals der Öffentlichkeit vorstellte. Es hängt nun im Erdgeschoss des Museums, gleich in der Ecke des Verkaufsstandes, wo es eben auch Schinken- und Steinhäger zu kaufen gibt.

"Ich bin überrascht von der guten Qualität nach so vielen Jahren", sagte Gerhard Gold·becker, Vorsitzender des Vereins Historisches Museum. "Es ist fantastisch und sieht aus wie abfotografiert", so Vorstandsmitglied Dorothea Kern, ebenfalls ganz begeistert von dem Bild, das einst eine 19 Jahre junge Frau gemalt hatte.

Bekanntes westfälisches Frühstück

Das Gemälde zeigt das bekannte westfälische Frühstück, wie es um die Jahrhundertwende auf vielen Höfen üblich war, mit Schinken, Pumpernickel, Radieschen – und natürlich dem Steinhäger Urquell. Für die Etiketten der Steinhäger- und Schinkenhäger-Krüge wurde später noch ein Glas Pilsbier hinzugefügt, vor geraumer Zeit aber auch wieder entfernt. "Und", so Gerd Goldbecker weiter, "mittlerweile hat der Schinken auf den Etiketten weniger Speck."

Dabei ist es der Schinken, der dem Bild seinen umgangssprachlichen Namen gab. In den Wirtschaften bestellte man früher häufig nicht bloß einen Steinhäger, sondern fügte oft hinzu: "... aber den mit dem Schinken." Viele forderten auch einen Schinkenbild-Steinhäger. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis Mitte der 1950er Jahre  aus dem Steinhäger der Schinkenhäger wurde. So wurde nicht nur der Markenname, sondern auch das Bild selbst zur Schutzmarke.
Auch heute noch prangt das Schinkenbild auf dem Etikett des Schinkenhägers der Firma Heydt in Haselünne. Doch: Produziert wird der Schinkenhäger noch immer in Steinhagen.

Immer noch in Privatbesitz

Das originale Schinkenbild befindet sich weiterhin im Privatbesitz von Harald König. Als Geschäftsführer der H. C. König GmbH in Salzburg hing das Gemälde lange in dessen Büro. Das bestätigte gestern Henrich König, Harald Königs Vetter zweiten Grades, ehemaliger Chef der fusionierten König & Schlichte und jetziger Geschäftsführer der Perus GmbH & Co. KG.

Vor wenigen Tagen hatte Harald König das Bild persönlich nach Steinhagen gebracht, um es im Historischen Museum der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Es soll eine dauernde Leihgabe sein. Dort ist es nun zu den regulären Öffnungszeiten (donnerstags und samstags von 15 bis 17 Uhr) zu bewundern.

Johanne König, Tochter des Brennereibesitzers und Firmengründers Hermann Henrich Christoph König, hatte das Bild im Alter von 19 Jahren gemalt. Es war ein Geschenk für ihren Vater. Der fand das Bild von dem westfälischen Frühstück so beeindruckend, dass er es mit auf dem Etikett seiner Steinhäger-Krüge verwendete. Das war erstmals 1925. 

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