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Neben dem ehemaligen Bertelsmann-Vorstand Gunter Thielen zählen Holger Flöttmann (l.) und Heino Nollmann (r.) zu den Inhabern der Firma. - © FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN
Neben dem ehemaligen Bertelsmann-Vorstand Gunter Thielen zählen Holger Flöttmann (l.) und Heino Nollmann (r.) zu den Inhabern der Firma. | © FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN

Dem Ascaron-Drachen geht das Feuer aus

Gütersloher Spiele-Entwickler beantragt Insolvenz

20.04.2009

Gütersloh. Der Hersteller von Computerspielen, die Gütersloher Ascaron Entertainment GmbH, ist insolvent. Laut Insolvenzverwalter Frank Welsch hat die Entwicklung für das Action-Spiel "Sacred2" mit vier Jahren zu lange gedauert. Er sei aber guter Hoffnung, das Unternehmen retten zu können.

Betroffen von der Insolvenz sind rund 80 Mitarbeiter bei Ascaron und in Tochterfirmen, davon 55 in Gütersloh. Zu den Inhabern zählen der Gründer der heute zu Arvato gehörenden Medienfabrik, Heino Nollmann, sowie der ehemalige Bertelsmann-Vorstand Gunter Thielen (er war vor vier Jahren mit seinem Privatvermögen eingestiegen). Thielen gehört auch das Firmengebäude an der Verler Straße.

In der Computerszene hat Ascaron einen klangvollen Namen. Das Unternehmen mit dem Drachenlogo brachte unter anderem "Anstoß", "Patrizier" und "Sacred" heraus, Spiele, die viele Millionen Mal verkauft wurden. Jedoch leidet Ascaron unter einem strukturellen Problem: Bis ein neues Spiel marktreif entwickelt ist, vergehen oft Jahre, bei laufenden Kosten.

So wurden die hohen Entwicklungskosten von "Sacred 2" (neun Millionen Euro) dem Unternehmen zum Verhängnis. Die Beantragung der Insolvenz wurde laut Welsch "notwendig, "nachdem es in der vierjährigen Entwicklungsphase des Erfolgstitels Sacred 2 zu Entwicklungsverzögerungen gekommen war." Trotz hohen persönlichen Einsatzes der Mitarbeiter - Nachtabeit - habe dieser Rückstand nicht aufgeholt werden können.

Hoffnung macht Welsch, dass Sacred 2 seit seiner Markteinführung im Oktober als PC-Version gut läuft. Das Spiel sei bereits 500.000 Mal verkauft worden und erhalte Auszeichungen. Zudem seien nun die Versionen für die Playstation 3 und die Xbox 360 fertig. Microsoft und Sony hätten die Lizenzen erteilt, ab Mitte Mai sollen beide Versionen in den Läden liegen. Derzeit arbeiten die Entwickler an begleitenden Produkten und am Nachfolger Sacred 3.

Laut Welsch hat die Leitung um Geschäftsführer Heike tom Felde und dem geschäftsführenden Gesellschafter Holger Flöttmann Gespräche mit "mehreren namhaften Interessenten zur Übernahme" aufgenommen.