0
Die Britenhäuser in Gütersloh werden wieder für Geflüchtete hergerichtet. - © Ludger Osterkamp
Die Britenhäuser in Gütersloh werden wieder für Geflüchtete hergerichtet. | © Ludger Osterkamp

Newsblog Folgen des Ukraine-Kriegs im Kreis Gütersloh: Geflüchtete beziehen wieder Britenhäuser

Der Angriffskrieg auf die Ukraine durch Russlands Präsident Putin hat Auswirkungen bis in den Kreis Gütersloh. Hier gibt es alle Informationen dazu.

Christian Geisler
10.11.2022 | Stand 10.11.2022, 17:07 Uhr
Lena Vanessa Niewald

Max Maschmann

Irja Most

Kreis Gütersloh. Seit dem 24. Februar 2022 greift Russlands Präsident Putin die Ukraine an und führt Krieg gegen das Land. Auch im Kreis Gütersloh leben Angehörige, sind Menschen zutiefst betroffen und wollen helfen. Geflüchtete haben zudem Sicherheit in der Region gesucht.

Nachdem im gesamten Kreisgebiet Sporthallen als Notunterkünfte hergesrichtet wurden, sind mittlerweile viele Hallen wieder frei. In Gütersloh leben derzeit 905 Flüchtlinge aus der Ukraine - davon leben mehr als 600 in städtischen Unterkünften.

In unserem Newsblog erhalten Sie alle aktuellen Informationen zu  den Auswirkugen des Ukraine-Kriegs auf den Kreis Gütersloh.

Info: Aufgrund neuer Datenschutzrichtlinien ist der Liveticker zunächst verdeckt - bitte einfach im unten folgenden Bereich "Empfohlener redaktioneller Inhalt" auf "Externe Inhalte" klicken, um den Ticker zu sehen.

Der Krieg gegen die Ukraine und die Auswirkungen auf den Kreis Gütersloh


Es kommt noch ein dritter Modul-Bau

Rheda-Wiedenbrück. Die zweite Wohnunterkunft für Geflüchtete ist geliefert und auf einem Grundstück am ehemaligen Bahnhof Wiedenbrück platziert worden. Bieten werden die zweigeschossigen Container Platz für bis zu 80 Menschen. Die Räume brauche die Stadt, so Bürgermeister Theo Mettenborg. Darum sei noch ein drittes Gebäude geplant.

Derzeit leben 997 Schutzsuchende in Rheda-Wiedenbrück, Ende September waren es 929. Vor drei Monaten kamen 550 von ihnen aus der Ukraine. Heute sind es 577 überwiegend Frauen und Kinder, die vor dem russischen Angriffskrieg auf ihr Land Zuflucht suchen. 420 Geflüchtete haben andere Nationalitäten. 59 von ihnen sind privat untergebracht. „Die Lage bleibt sehr dynamisch“, so Stadtsprecherin Lena Henkenjohann.

Kämmerer rechnet mit 7,5 Millionen Euro Kriegsfolgekosten

Rund 150 ukrainische Menschen leben in Privathaushalten. Mehr als 50 Wohnungen hat die Stadt angemietet. Sie verfügt noch über etwa 100 freie Plätze für Personen. Die Kommune ist weiterhin froh über weitere Angebote von Bürgern. Wer privaten Wohnraum zur Verfügung stellen kann, wird gebeten, sich im Rathaus zu melden unter Tel. 05242 963242, E-Mail an Urkainehilfe@rh-wd.de

Seit September ist die erste Unterkunft in Modularbauweise bezogen. Sie steht am Amselweg auf einem von Firma Venjakob gepachteten Grundstück. Das Gebäude bietet 16 Wohneinheiten mit je zwei Räumen und 33 Quadratmetern. Pro Etage gibt es WC-Anlagen, einen Raum für Waschmaschine und Trockner sowie Küche und Aufenthaltsraum.

Nahezu geräuschlos und von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen bewältigten die Mitarbeitenden aus der Verwaltung die Herausforderung, die die Flüchtlingskrise für die Stadt mit sich bringe, lobte Mettenborg das Team. Das habe rechtzeitig vorgesorgt, so dass in Rheda-Wiedenbrück anders als in anderen Kommunen Turnhallen aktuell nicht mehr als Unterkünfte genutzt würden.
Auch in den Gemeindehäusern St. Pius und St. Johannes leben aktuell keine Geflüchteten mehr, daran sei auch nicht gedacht. Es habe zwar präventive Vorgespräche dazu gegeben, aber keine konkrete Planung, so Henkenjohann auf Nachfrage.

Um weiterhin gut vorbereitet zu sein, will die Stadt eine dritte Flüchtlingsunterkunft errichten. Unklar ist, ob es ein Container- oder Holzständerbau, so wie beispielsweise die Flüchtlingsunterkunft in St. Vit, wird. Auch der Standort muss „konkretisiert werden“, so Henkenjohann. Im Haushalt für 2023 sind für das Gebäude 4 Millionen Euro eingeplant. Der Betrag ist den steigenden Preisen geschuldet. Die machen sich schon bei dem Bau am Amselweg bemerkbar. Kalkuliert worden war der mit 1,8 Millionen Euro. Kosten wird er 1,7 Millionen Euro mehr, auch wegen erhöhter Anforderungen an den Brandschutz und steigenden Energiepreise, so Kämmerer Torsten Fischer.

Im städtischen Etat macht sich die Aufnahme Geflüchteter kaum bemerkbar. Zwar geht Fischer aktuell von Kriegsfolgekosten von 7,5 Millionen Euro aus. Doch können diese ebenso wie die 30 Millionen Euro Corona-Kosten isoliert werden, „um rein rechnerisch das Ergebnis des Haushaltes zu entlasten“. Beschlossen hatte der NRW-Landtag im April die „Verordnung zur Anwendung des Kommunalhaushaltsrechts im Zusammenhang mit Maßnahmen zur Aufnahme und Unterbringung von anlässlich des Krieges in der Ukraine eingereisten Personen in den Kommunen im Land Nordrhein-Westfalen“.

Bezahlen muss die Kosten dennoch. Sie sind ab 2026 aufzulösen, so der Kämmerer. Dafür gewährt der Gesetzgeber den Kommunen einen Zeitraum von 50 Jahren.

 19.12.2022, 17:20

Kirche zeigt Solidarität mit Menschen in der Ukraine

Dicke Socken und warme Mäntel sind angesagt, wenn Gläubige die Gotteshäuser des Pastoralverbundes Reckenberg besuchen. Die Kirchen werden nur so weit geheizt, dass Orgeln und Kunstgegenstände keinen Schaden nehmen. Beschlossen haben das der Pastoralverbundsrat und die Gremien, wie Pfarrdechant Reinhard Edeler und Verwaltungsleiter Roland Junghardt im Pfarrbrief informieren.
Zur Begründung der Einsparung werden nicht nur die „horrend steigenden Energiekosten“ genannt. Es gehe primär darum, Solidarität zu zeigen. Es sei „weder pathetisch noch pietätlos“, einen Bezug herzustellen, heißt es in dem Pfarrbrief. Dort wird erinnert an den 23. November, als bei einem russischen Raketenangriff in der Region Saporischja ein Krankenhaus getroffen und in der Entbindungsstation ein gerade geborener Säugling getötet wurde – das spiegele „den Irrsinn und die Abartigkeit dieses wie jeden Krieges komprimiert“. Dieses Kind, wie alle Getöteten der Kriege, seien gleichsam Märtyrer und Zeugen Christi. „Zugleich zerstört Russland die Infrastruktur der Ukraine, Millionen von Menschen in der klirrenden Kälte des Winters ohne Wasser, Strom und vor allem auch ohne Heizung.“
Bewusst habe der Pastoralverbund entschieden, alle Kirchen geöffnet zu halten. Das bedinge Verständnis und auch gewisse Opfer, „die aber im Vergleich zu dem, was unzählige Menschen zu erleiden haben, sicherlich erträglich sind“, so Edeler und Junghardt. Es sei durchaus zumutbar, sich wärmer anzuziehen oder auch eine Decke mitzubringen.
„Mitnichten wollen wir noch die Letzten aus der Kirche vertreiben, sehr wohl aber in Gedanken, Worten und Werken der Solidarität unseren bescheidenen Beitrag für den Frieden in der Welt leisten.“ Sollte es zu langer, klirrender Kälte kommen, „werden wir flexibel reagieren“. (pok)

 19.12.2022, 13:36

Gütersloh plant Solidaritätspartnerschaft mit ukrainischer Stadt

Die Stadt Gütersloh soll eine sogenannte Solidaritätspartnerschaft mit einer noch auszuwählenden Kommune in der Ukraine eingehen und in diesem Zusammenhang Fördergelder für Hilfsprojekte beantragen. Das sieht ein fraktionsübergreifender Antrag vor, der kurzfristig vor der heutigen Ratssitzung von Grünen, CDU, BfGT, SPD, FDP und Ratsmitglied Camila Cirlini (Die Linke) eingereicht wurde.

Die Dringlichkeit ergebe sich aus der aktuellen Situation der Ukraine aufgrund des Angriffskriegs durch Russland, heißt es zur Begründung. Es gelte, auf kurzem Wege zielgerichtete und bedarfsorientierte Unterstützung zu leisten – zum Beispiel bei der Sicherstellung der lokalen Gesundheitsvorsorge, beim lokalen Katastrophenschutz oder bei Selbsthilfeaktivitäten. Der Eigenanteil der Stadt für derartige Projekte soll laut Antrag die Grenze von 5.000 Euro nicht überschreiten.

Bei der Suche nach einer geeigneten Kommune soll eine spezielle Servicestelle um Hilfe gebeten werden. Sie firmiert unter der Bezeichnung „Engagement global gGmbH – Servicestelle Kommunen in der Einen Welt“ (SKEW) und ist im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung tätig. „Eine Solidaritätspartnerschaft ist keine Städtepartnerschaft im eigentliche Sinne“, so die Erläuterung, „sondern eine neue kommunale partnerschaftliche Beziehung vor dem Hintergrund des Kriegs gegen die Ukraine.“ Kommunen könnten auf diese Weise ihre Solidarität zum Ausdruck bringen. (Rainer Holzkamp)


 10.11.2022, 18:06

Ukrainer werden in Britenhäusern untergebracht

Die Bezirksregierung Detmold reaktiviert die Notunterkunft für ukrainische Geflüchtete an der Englischen Straße in Gütersloh. Zunächst können dort bis zu 300 Menschen vorübergehend eine Unterkunft finden, wie die Behörde mitteilt. Mittelfristig soll die Kapazität 500 Plätze betragen (die NW berichtete). Die ersten Bewohner werden voraussichtlich in den kommenden Tagen aufgenommen.

Die Bezirksregierung betreibt diese Notunterkunft in den Gebäuden in der Siedlung der Englischen und Waliser Straße seit Mitte April. Zwischenzeitlich waren dort ukrainische Schutzsuchende untergebracht. Seit Anfang Juni war die Einrichtung eine Reserve-Einrichtung.

Die geplante Nutzungsfläche umfasst rund 14 Häuser mit Baujahr 1951, die jeweils rund 160 Quadratmeter groß sind. Ziel ist, die Menschen vor der akuten Obdachlosigkeit zu bewahren, sie zu verpflegen sowie eine erste medizinische Versorgung zu sichern. Die Aufenthaltsdauer in landeseigenen Notunterkünften für Geflüchtete aus der Ukraine beträgt in der Regel 14 Tage. Die Kosten werden vom Land getragen. Eigentümerin der Liegenschaft ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA).

Die Betreuung der geflüchteten Menschen übernimmt die Johanniter-Unfall-Hilfe im Auftrag der Bezirksregierung. Für die Sicherheit sorgt das Unternehmen PMC.

Die Bezirksregierung reaktiviert die Notunterkunft auf Bitte des Landes. Die Unterbringungskapazitäten in ganz NRW sollen aufgrund steigender Zahlen an Geflüchteten erhöht werden.
 10.11.2022, 16:55

Verl kauft Haus für Flüchtlinge

Die Stadt Verl hat ein weiteres Gebäude zur Unterbringung von Flüchtlingen erworben. Es handelt sich um ein Zweifamilienhaus in der Kirchstraße in Kaunitz. Der Rat stimmte im nichtöffentlichen Teil seiner Sitzung am Dienstagabend dem Kauf zu. Die Immobilie aus dem Baujahr 1958 bietet auf insgesamt 190 Quadratmetern Fläche fünf Schlafräume, zwei Bäder und zwei Küchen. (Roland Thöring)
 10.11.2022, 16:49

Wie ukrainische Kinder in Rheda-Wiedenbrück betreut werden

Bereits während der letzten Flüchtlingswelle vor sechs Jahren, hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Rheda-Wiedenbrück sehr gute Erfahrungen mit einer Spielgruppe speziell für Flüchtlingskinder gemacht. „Mit diesen Erkenntnissen wollten wir nun auch den Kindern aus der Ukraine die Möglichkeit bieten, sich mit Gleichgesinnten in einer Spielgruppe langsam an den Kindergartenalltag zu gewöhnen und die Sprache zu lernen“, sagt Johannes Granas, stellvertretender Vorsitzender des DRK-Ortsvereins.

Im ehemaligen DRK-Heim am Ostring, das die Stadt vor einigen Jahren gekauft hat, konnte das so genannte Brückenprojekt „Pusteblume“ Mitte September einziehen. Die Stadt hat dem DRK die Räume für die Projektdauer erneut zur Verfügung gestellt. Für Ruth Lohmeier vom Jugendamt Rheda-Wiedenbrück ist es ein starkes und wertvolles Projekt, weil die Kitas in der Stadt allesamt voll ausgelastet sind und diese Kinder im Alter zwischen zwei und fünf Jahren sonst zuhause bleiben müssten, keine sozialen Kontakte zu deutschen Kindern aufbauen können und auch die Sprache nicht lernen.

Lediglich für die angehenden Schulkinder hätte man Lösungen in den Kitas gefunden, so Lohmeier. „Ich finde das Brückenprojekt, dass auch durch Landesmittel unterstützt wird, sehr gut, weil die Kinder aus einem fremden Land hier einen sanften Einstieg in ihre spätere Kita bekommen und dann einen guten Übergang haben“, fügte sie hinzu.

Organisiert hat das Projekt Xenia Dik, die Geschäftsführerin des Rheda-Wiedenbrücker DRK. Sie konnte die Erzieherin Roswitha von Lieven gewinnen, die nun einen halben Tag in einer anderen DRK-Kita arbeitet und immer vormittags in der Spielgruppe ist. zwischen 8 und 13 Uhr werden aktuell elf Kinder betreut. Der Vorteil: Die Zeiten as harmoniert sehr gut mit den Sprachkursen, die die Eltern besuchen.

Besonders wertvoll ist die Kinderpflegerin Svetlana Boldt, die zudem auch Russisch spricht und Kindern wie Eltern vieles übersetzen kann. Ferner unterstützen Natalie Koller und Emma Meulenkamp das kleine Team.

In wenigen Wochen hat man mit Farbe, Möbeln aus anderen Kitas, gespendeten Spielsachen und gesponserten Materialien von heimischen Firmen aus dem ehemaligen DRK-Heim ein kleines Paradies für die Kinder geschaffen, in dem sie sich sehr wohl fühlen. Besonders erwähnt wurde bei der Besichtigung DRK- Hausmeister Peter Lepp, der für den Möbeltransport und die Einrichtung verantwortlich zeichnete.

Schön sei mit anzusehen, wie schnell die Kinder über das Spiel die deutsche Sprache erlernen würden, freut sich Xenia Dik. Bürgermeister Theo Mettenborg schaute sich gemeinsam mit dem DRK-Vorstand die Räumlichkeiten. „Wenn man von einer guten Idee begeistert ist, verleiht das Flügel, das sieht man hier deutlich“, meinte er anerkennend. Alle gemeinsam lobten die unkomplizierte Zusammenarbeit zwischen DRK, Stadt, Jugendamt und den Erzieherinnen. (Waltraud Leskovsek)
 10.11.2022, 16:48

Verl sucht Mietwohnungen für Flüchtlinge

Die Stadt Verl sucht angesichts steigender Flüchtlingszahlen weiterhin Wohnraum für geflüchtete Menschen. Die Wohnung beziehungsweise das Haus sollten zur Miete angeboten werden und eine abgeschlossene Einheit bilden. Eine funktionierende Kücheneinrichtung darf gerne vorhanden sein. Zudem sollten die Räume ohne größeren Renovierungsbedarf zeitnah bezugsfertig sein. Angebote können gemeldet werden unter wohnungen@verl.de oder Tel. (0 52 46) 96 16 10.
 28.10.2022, 11:27

Hilfstransport aus Rheda-Wiedenbrück

Groß war die Hilfsbereitschaft der Leute im März, als die Happe-Gruppe um Spenden für Menschen in der Ukraine gebeten hatte. Zwei mit je 130 Umzugskartons bepackte Lastwagen waren gen Osten gefahren. Nun gibt es einen zweiten Hilfeaufruf des Baustoffhändlers, der auf eine ebenso große Spendenbereitschaft wie zu Beginn des russischen Angriffskrieges hofft.

Während die Temperaturen hier zu Lande noch mild sind, „erreicht unsere Hilfe Regionen, in denen es bereits winterlich kalt ist und wo es gar keinen oder nur zeitweise Strom gibt“, informiert Christoph Schültken, der die Aktion „Happe hilft“ koordiniert. Wie es in dem 2.200 Kilometer entfernten Kriegsgebiet aussieht, weiß das Unternehmen von einer ukrainischen Mitarbeiterin in Rheda-Wiedenbrück. Happe steh zudem in Kontakt mit seinem langjährigen Lieferanten „Golden Tile“ mit Sitz in Kiew sowie mehreren Werken in der Ukraine.

Von dort aus erhält der Baustoffhändler weiter Fliesen und Keramik. In der Ukraine werde versucht, zu produzieren, auch wenn das mit den zunehmenden Stromausfällen in Folge der durch russische Angriffe zerstörten Infrastruktur zunehmend schwieriger werde. „Uns ist es wichtig, durch unsere Aufträge die Werke unseres Lieferanten zu stützen“, sagt Schültken.

Golden Tile habe für den Krieg eine Stiftung gegründet. „Sie unterstützt uns bei dieser Hilfsaktion und übernimmt den Transport von Rheda nach Charkiw.“ Sie verteilt auch die Sachgüter an die Zivilbevölkerung und das in der Ostukraine aktive Bataillon Nummer 92. Sie hat auch aufgelistet, was die Menschen in der Ukraine jetzt brauchen.

Das sind Schlafsäcke und Isomatten, Decken und Powerbänke, Hygieneartikel und haltbare Baby- und Kindernahrung, Desinfektionsmittel und Medikamente wie Schmerzmittel und blutstillende Mittel, funktionstüchtige Stromgeneratoren und Mikrowellen zum Abkochen sowie gut erhaltene warme Kleidung für Kinder und Erwachsene, gerne Thermokleidung. Das sind zudem Öl- und Gasheizgeräte, gerne stromlos, sowie Kachel- oder Specksteinöfen sowie Kamine.

„Wir sind für jede Unterstützung dankbar und garantieren, dass die Hilfe kurzfristig an den richtigen Stellen ankommt.“ Schültken sagt auf Nachfrage, dass die Happe-Gruppe nicht nur organisiere und die Manpower bereit stelle, sondern auch Güter. So habe die Firma 30 Gasheizgeräte eingelagert, die verkauft werden sollten, „die wir jetzt aber spenden“. Happe spreche in der Region auch Firmen an und bitte um Geld, „von dem wir weitere Heizgeräte kaufen“.

Abgegeben werden können Spenden im Happe-Lager, Nonenstraße 11, von Montag, 31. Oktober, bis Freitag, 4. November, von 9 bis 18 Uhr, nur nicht an Allerheiligen. Hilfsgüter werden außerdem angenommen am Samstag, 5. November, von 9 bis 15 Uhr. (pok)

 26.10.2022, 15:22


 26.10.2022, 14:39

Sporthalle soll wieder Schülern und Vereinen zur Verfügung stehen

Rheda-Wiedenbrück. Es ist von Schutzsuchenden aus der Ukraine zu hören, die in ihre Heimat zurückzukehren - auch wenn dort noch immer Krieg herrscht. 27 Menschen haben Rheda-Wiedenbrück wieder gen Osten verlassen. Der größte Teil der zumeist Frauen und Kinder, die vor dem russischen Angriffskrieg geflüchtet sind, bleibt. 392 von ihnen leben aktuell in Rheda-Wiedenbrück.
In der Sporthalle im Schulzentrum Burg, die als Notunterkunft gedacht war, wohnen inzwischen keine ukrainischen Flüchtlinge mehr. Sie haben eine Bleibe in städtischen Unterkünften gefunden oder sind in das Gemeindehaus St. Johannes umgezogen. Belegt wird das Gebäude an der Nonenstraße seit Ende Juni, wie die Stadt auf Anfrage mitteilt.
Das Ziel der Stadt ist es jetzt, zu Beginn des neues Schuljahres am Mittwoch, 10. August, die Sporthalle wieder den Schulen und Vereinen zur Verfügung zu stellen. "Allerdings hängt das von einigen externen Faktoren wie der Sicherheitsprüfung der Sportgeräte ab, so dass wir uns im Moment noch nicht auf das genaue Datum festlegen können", erklärt Marion Grauthoff, Referentin des Bürgermeisters. Informiert worden seien die Nutzer aber bereits, dass die Freigabe der Turnhalle am Burgweg für Anfang beziehungsweise Mitte August geplant sei.
Um vorbereitet zu sein, sollten weitere Kriegsflüchtlinge nach Rheda-Wiedenbrück kommen, hatte der Stadtrat die Errichtung von zwei zweigeschossigen Gebäuden in Modulbauweise mit einer Grundfläche von 600 Quadratmetern für 80 Flüchtlinge im März per Dringlichkeitsentscheidung beschlossen. Die erste Unterkunft dieser Art steht inzwischen am Amselweg. "Es ist geplant, dass Mitte August die baurechtliche Abnahme des Gebäudes erfolgt", so Grauthoff. Sobald die vorliegt und die Räume mit Mobiliar ausgestattet und bewohnbar sind, "ist eine zeitnahe schrittweise Belegung der Unterkünfte angedacht".
Das sollte eigentlich bereits Anfang Juni geschehen. Doch waren Wohncontainer auch andernorts sehr gefragt. Doch nicht nur darum verzögert sich die Aufstellung des zweiten Wohncontainers gleicher Bauart wie am Amselweg in Rheda-Wiedenbrück. Den will die Stadt am Hellweg, auf dem Parkplatz der Firma Westag postieren. Mit dieser Maßnahme wird nun "frühestens zum 1. Oktober begonnen", informiert Grauthoff. Als Begründung für die Verzögerung führt sie das Bundesnaturschutzgesetz an. Demnach ist es verboten, die für den Wohncontainer erforderlichen Grünarbeiten in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September auszuführen.
Dabei hatte die Stadt bereits innerhalb dieser Zeit bereits Bäume und Sträucher am ehemaligen Bahnhof in Wiedenbrück, der zunächst als Standort geprüft worden war, gekappt. Anfang Mai hieß es dazu aus dem Rathaus, dass "wegen der Dringlichkeit und besonderen Bedeutung, mögliche Standorte verfügbar zu halten, eine Ausnahmegenehmigung beantragt“ worden sei. Nur so sei es möglich gewesen, dieses Areal als "Standort kurzfristig weiter verfügbar zu halten und abzuwägen“.
Dass weitere Plätze für Flüchtlinge erforderlich seien, ist für die Stadt klar. Denn neben der Sporthalle am Burweg soll auch das Gemeindehaus St. Pius wieder seiner eigentlichen Nutzung zugeführt werden. Und selbst dann, wenn endlich Frieden in der Ukraine ist, würden die beiden Wohncontainer, die rund drei Millionen Euro kosten, weiterhin gebraucht. Sie sollen langfristig als Wohnquartiere für von Obdachlosigkeit Bedrohte und andere Flüchtlinge dienen. Denn kriegerische Auseinandersetzungen und Verfolgungen gibt es leider genug auf der Welt. (pok)
 20.07.2022, 14:46

 09.07.2022, 13:52

Sporthalle des Carl-Miele-Berufskollegs als Erstunterkunft geschlossen

Wie angekündigt, so umgesetzt: Seit Donnerstag ist die Sporthalle des Carl-Miele-Berufskollegs als Erstunterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine geschlossen, teilt die Stadt Gütersloh mit.

Anlaufadresse sei ab jetzt ein Gebäude auf dem Gelände der LWL-Klinik. Die Halle soll nach den Sommerferien wieder für den Sport zur Verfügung stehen. Die Ausstattung wird wie auch die Ausstattung der Sporthalle Spexard in von der BimA zur Verfügung gestellten ehemaligen Panzerhallen auf dem Mansergh-Gelände eingelagert.   


 24.06.2022, 15:12

Große Registrierungsaktion für Geflüchtete aus der Ukraine

"Die Situation rund um die Ukraine-Flüchtlinge hat sich eingespielt", sagte Angela Lißner, Dezernentin Gesundheit, Ordnung und Bevölkerungsschutz, im Kreisausschuss. Derzeit lebten 3.350 Menschen im Kreis Gütersloh, die vor dem Krieg in der Ukraine geflohen sind. "Wir hatten aber auch schon einige Wegzüge - Menschen, die zu ihren Verwandten in andere Kreise oder andere Bundesländer gehen", so Lißner.

Besonders ärgerlich: Wer wegzieht, meldet sich nicht ab. So sei es in den vergangenen Tagen vorgekommen, dass vereinbarte Termine für die Erstellung eines elektronischen Aufenthaltstitels im Kreishaus Gütersloh gebucht und dann doch nicht wahrgenommen wurden. "Wir bitten darum, Termine, die nicht wahrgenommen werden können, so früh wie möglich abzusagen. Das geht ganz unkompliziert unter der Telefonnummer, die auf dem Terminzettel steht", bat Lißner.

1.005 Flüchtlinge sind bereits offiziell beim Ausländeramt registriert - ein Prozedere, das etwa eine Stunde dauert. In der kommenden Woche läuft gemeinsam mit der Stadt Gütersloh im Rathaus eine große Registrierungsaktion. Der Kreis bekommt dafür vom Land mehrere Pik-Stationen (das steht für Personalisierungsinfrastrukturkomponente). Die Registrierung ist nötig, um Aufenthaltspapiere zu bekommen – Voraussetzung für Arbeitserlaubnis, Sprachkurse und Sozialleistungen.

Der Übergang der Ukraine-Flüchtlinge in die Zuständigkeit des Jobcenters habe gut geklappt, so Lißner. Seit dem 1. Juni haben Geflüchtete aus der Ukraine Anspruch auf Arbeitslosengeld II. "2.748 Personen sind vom Jobcenter übernommen worden, 1.250 Bedarfsgemeinschaften, darunter 730 mit Kindern unter 18 Jahre", informierte die Katastrophenschutz-Beauftragte den Kreisausschuss.

1.089 Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine seien in den Kreis gekommen, die Beschulungsquote liege bei 76 Prozent. Einige Schüler würden aber nach wie vor per Distanzunterricht in der Ukraine beschult. Dort würden jetzt aber auch die Sommerferien beginnen. (jahu)


 14.06.2022, 16:17

Rheda-Wiedenbrück baut Container für Geflüchtete

Nach der Dringlichkeitsentscheidung des Stadtrates im März für die Aufstellung von Flüchtlingsunterkünften fragt Günter Arlt, Fraktion Freie-Linke, wann mit deren Bau begonnen werden soll. Er erinnert, dass das „Projekt, welches unseren Haushalt 2022 zusätzlich mit über 3 Millionen Euro belasten wird, so dringlich verabschiedet worden war“. Arlt halte es für dringend erforderlich, dass die Verwaltung „schnellstens einen aktualisierten Sachstand veröffentlicht“.

Auf Nachfrage der NW bei der Stadtverwaltung heißt es, dass der Ausschuss für Grundstücke und Gebäude im Mai den Standort Amselweg als Alternative zum angedachten Werlplatz politisch beschlossen habe. Aufgestellt werden sollen Flüchtlingsunterkünfte in Containerbauweise zudem am Hellweg auf dem Parkplatz der Firma Westag. Vom Standort auf dem Bolzplatz an der Pius-Bonifatius-Schule, gegen den sich Kinder, Eltern und Lehrkräfte gewehrt hatten, ist in der Antwort aus dem Rathaus keine Rede.

Laut Stadtsprecherin Lena Henkenjohann würden die vorbereitenden Arbeiten für das Aufstellen der Unterkünfte sowie die Ausschreibungen bereits erfolgen. Zunächst werde der Wohncontainer am Amselweg installiert, um Platz für bis zu 80 Personen zu bieten. „Der ursprüngliche Zeitplan verschiebt sich um etwa drei bis vier Wochen.“

Die bestellten Unterkünfte würden dringend benötigt, „da wir die bisherigen größeren Unterkünfte wieder der eigentlichen Nutzung zuführen wollen“. Damit sind die Turnhalle Burg sowie das Gemeindehaus St. Pius gemeint, in denen Menschen, die vor dem russischen Angriffskrieg aus der Ukraine geflüchtet sind, derzeit leben. Zudem sei eine räumliche Reserve weiterhin zwingend erforderlich, „auch wenn weniger Menschen aus der Ukraine bei uns Zuflucht suchen sollten als erwartet“, informiert Henkenjohann. Aktuell sind rund 360 ukrainische Flüchtlinge nach Rheda-Wiedenbrück gekommen, die Stadt hat anfangs mit 1.500 Personen gerechnet.

Auch wenn diese Menschen aus der Ukraine hier irgendwann andere Wohnmöglichkeiten finden oder wieder in ihr Heimatland zurückkehren können, sollen die Unterkünfte in Containerbauweise stehen bleiben, heißt es auf Nachfrage. Sie „sollen auch langfristig als Wohnquartiere für Flüchtlinge und für von Obdachlosigkeit bedrohte Personen dienen“. (pok)

 03.06.2022, 15:37

Gütersloher Notunterkünfte werden zu Reserve-Einrichtungen

Die Bezirksregierung Detmold fährt in OWL ihre Kapazitäten für Geflüchtete aus der Ukraine herunter, wie aus einer aktuellen Mitteilung hervorgeht. Die Notunterkünfte in Gütersloh sollen voraussichtlich noch im Juni in sogenannte Reserve-Einrichtungen umgewandelt werden. Hintergrund ist die stark zurückgehende Zahl an neu ankommenden Menschen aus der Ukraine. Die Zahl der Unterbringungsplätze in der Region soll deshalb auf 1.400 reduziert werden. In Gütersloh, wo die Geflüchteten derzeit die Britenhäuser bewohnen, stehen gegenwärtig 300 Plätze zur Verfügung.
 02.06.2022, 16:56


 26.05.2022, 18:14

Mansergh-Quartier wird doch nicht Flüchtlingsunterkunft

Täglich kommen in diesen Tagen etwa 10 bis 20 Menschen aus der Ukraine, um in Gütersloh Schutz vor Bomben und Krieg zu suchen. „Zurzeit stellt sich die Unterbringungssituation entspannter dar, als wir in den ersten Tagen nach Kriegsbeginn annehmen mussten,“ sagt Henning Matthes, Beigeordneter für Soziales bei der Stadt Gütersloh. Wenngleich eine Prognose noch immer schwierig sei, gehe die Stadt davon aus, dass die jetzt vorhandenen Unterbringungsmöglichkeiten und die kurzfristig herzurichtenden Gebäudekapazitäten ausreichen, um Geflüchteten, die nach Gütersloh kommen, Unterkunft zu bieten.
In Summe kommt die Stadt derzeit auf rund 1.100 Plätze, die bereits jetzt oder kurzfristig als Unterkünfte verfügbar sind, weitere 400 Plätze können aufgrund der Landeseinrichtung an der Englischen/Schottischen Straße auf die Aufnahmeverpflichtung der Stadt in Anrechnung gebracht werden. Zudem können mittelfristig bis zu rund 100 weitere Plätze hergerichtet werden. Und auch diejenigen ehemaligen Britenhäuser an der Töpferstraße, die zurzeit noch für eine Quarantäne-Unterbringung vorgehalten werden, könnten - vorbehaltlich noch mit dem Kreis zu führender Gespräche - mindestens teilweise für eine Flüchtlingsunterbringung genutzt werden.
Vor diesem Hintergrund hat sich die Stadt entschlossen, die Herrichtung von Gebäuden auf dem Mansergh-Gelände aufzugeben. „Hier hat sich nach allen Prüfungen klar abgezeichnet, dass der Herrichtungsaufwand einfach zu umfangreich und zu aufwändig wäre,“ sagt Henning Matthes. „Da wir mit den genannten Standorten ausreichend Kapazitäten haben, Menschen adhoc gut unterzubringen, werden wir diese Möglichkeiten vorrangig nutzen.“ Als mögliche Reserve blieben die Häuser aber noch immer erhalten, dies sei auch mit der BImA so besprochen.

Für voraussichtlich Ende Juni, so ist geplant, soll auch die Sporthalle des Carl-Miele-Berufskollegs, die zurzeit als Erstunterbringung genutzt wird, wieder frei gezogen werden. Eine Erstaufnahme soll dann in einem Gebäude an der Buxelstraße stattfinden, das die LWL-Klinik zur Verfügung stellt.

Stand 12.Mai sind 907 kriegsvertriebene Personen aus der Ukraine in Gütersloh registriert, 586 davon in städtischen Unterkünften untergebracht, 321, rund 35 Prozent, privat. Eine weitere ungekannte Anzahl ist privat bei Verwandten oder Bekannten untergekommen und nicht registriert.

 13.05.2022, 09:08

Friedensaktion am Städtischen Gymnasium

Gütersloh. Besonders vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs und der wöchentlich ansteigenden Neuaufnahmen ukrainischer Kinder an allen Schulen Güterslohs stand der diesjährige Europatag am Städtischen Gymnasium ganz im Zeichen des Friedens. Um ihrer Unterstützung und ihrem Einsatz für den Frieden Ausdruck zu verleihen, haben am Montag alle Schülerinnen und Schüler das Friedenszeichen auf dem Moltkeplatz dargestellt. Drohnenbilder entstanden dabei durch den Schüler Benno Schulz; ein Video ist auf der Homepage der Schule zu sehen. www.sg-guetersloh.de

 11.05.2022, 19:11

350 Flüchtlinge werden derzeit in Rietberg versorgt

Rund 190 Geflüchtete aus der Ukraine sind zurzeit in Rietberg registriert und bislang vorwiegend privat untergebracht. Das sind 30 mehr als noch vor einer Woche. „Für die kommenden zwei Wochen sind uns 22 weitere Asylsuchende angekündigt, allerdings nicht aus der Ukraine, sondern aus dem Irak, aus Afghanistan und Albanien“, teilte Bürgermeister Andreas Sunder im Stadtrat mit. Dieser Personenkreis werde auf ungefähr 20 städtische oder von der Stadt angemietete Unterkünfte verteilt.

Insgesamt versorgt die Stadt derzeit rund 350 Flüchtlinge sowohl in städtischen Unterkünften als auch privat. Für etwa ein Fünftel von ihnen ist das Asylverfahren bereits positiv abgeschlossen. „Aktuell sind wir dabei, weitere Objekte soweit herzustellen, dass sie als Wohnraum zur Verfügung gestellt werden können. Die entsprechenden Mietverträge sind zum Teil schon abgeschlossen oder werden in Kürze unterzeichnet“, informierte der Bürgermeister.

Ab Juni sollen ukrainische Geflüchtete Hilfen zur Sicherung ihres Lebensunterhalts, zur Gesundheitsversorgung und zur Integration erhalten. „Meines Wissens besteht dann auch die Möglichkeit, die Kosten der privat angebotenen Unterkünfte mit abzuwickeln“, teilte Sunder auf Nachfrage von Gabi Siepen (Grüne) mit.

Wie die Situation sich weiter entwickelt, ist ungewiss. Die Schutzsuchenden werden den einzelnen Kommunen nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel zugewiesen. Der berechnet auf Basis der Steuereinnahmen und der Bevölkerungszahl, wie viele Asylbewerber ein Bundesland aufnehmen muss. Dass Rietberg derzeit unterhalb einer hundertprozentigen Erfüllungsquote liegt, erklärte Sunder damit, dass die Geflüchteten aus der Ukraine zu Beginn des Krieges eher in größeren Städten mit Bahnverbindungen Schutz gesucht hätten. Städte wie Bielefeld lägen deshalb deutlich über der Erfüllungsquote.

„Wir liegen mit etwa 80 Prozent darunter, so dass wir noch einiges zu erwarten haben“, so Sunder. Der Krisenstab habe deshalb entschieden, die bislang noch nicht belegte Einfachsporthalle in Mastholte weiterhin als eine mögliche Unterkunft insbesondere für den Übergangsbereich möbliert zu lassen. Parallel dazu arbeite die Stadt daran, Alternativunterkünfte zu schaffen.

„Zurzeit sind wir dabei, die Hauptschule in Mastholte zu einer Unterkunft umzubauen. Die Arbeiten sind schon sehr weit fortgeschritten“, sagte der Bürgermeister. Allerdings gehe es nicht ganz so zügig voran wie gehofft. Denn die einzelnen Gewerke im Handwerk seien oft ausgebucht und die Personalkapazitäten knapp. Heißt im Umkehrschluss: „So lange die Hauptschule noch nicht belegbar ist, halten wir an der Turnhalle fest.“

Sunder wies im Stadtrat darauf hin, dass die Stadt nach wie vor in enger Abstimmung mit den vielen Ehrenamtlern im Stadtgebiet in Kontakt stehe und einen regelmäßigen Austausch mit den Fraktionsspitzen pflege. „Es hat sich bewährt, dass wir uns gegenseitig auf den aktuellen Stand der Dinge bringen“, sprach das Stadtoberhaupt den freiwilligen Helfern, „die uns bei unserer täglichen Arbeit wertvoll unterstützen“, seinen Dank aus. Ohne sie wären die Herausforderungen, die die Stadt täglich zu meistern habe, „so nicht leistbar“.

Ute Buchheim (FWG) wusste den anderen Bürgervertreten zu berichten, „dass die Zusammenarbeit zwischen dem Sozialamt und den Ehrenamtlern wirklich gut klappt und dass man sich gegenseitig unterstützt“. Allerdings habe sie auch gehört, dass gerade die Geflüchteten aus der Ukraine, die vorerst wohl nicht in ihre Heimat zurückkehren können, viel Einzelfallberatung benötigten. „Ist diese Aufgabe aus Sicht der Stadt von den Ehrenamtlern so noch zu leisten?“, wollte Buchheim wissen. Sunder bejahte das: „Bislang kriegen wir das noch hin. Wir begleiten uns gegenseitig und lassen niemanden auf Verschleiß laufen.“

Hajo Ahrens (FWG) teilte mit, dass Diakon Heinz Kaupenjohann sich bereit erklärt habe, Trauergespräche zu führen mit ukrainischen Frauen, die die Nachricht erhalten hätten, dass ihre Männer im Krieg gestorben seien. „Diese Aufgabe geht über die Möglichkeiten der Ehrenamtler stark hinaus“, weiß Ahrens. Allerdings sei es auch nicht ganz einfach, ein solches Gespräch mit einem Dolmetscher zu führen.


 09.05.2022, 16:05

 08.05.2022, 11:00

Mehr zum Thema

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken