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Vor dem Gericht: Das Ehepaar soll schwungvollen Drogenhandel betrieben haben. - © picture alliance
Vor dem Gericht: Das Ehepaar soll schwungvollen Drogenhandel betrieben haben. | © picture alliance

Gütersloh Gütersloher Ehepaar soll im großen Stil Hanf angebaut haben

Die beiden sollen einen schwunghaften Handel mit Drogen betrieben haben. Die Angeklagten schweigen vor dem Bielefelder Landgericht. Der Prozess wird fortgesetzt.

Nils Middelhauve
11.09.2019 | Stand 11.09.2019, 23:33 Uhr

Gütersloh/Bielefeld. Am 12. Juli des vergangenen Jahres durchsuchten Polizeibeamte ein Anwesen in Gütersloh. Dabei stießen die Ermittler neben allerlei Drogen und entsprechendem Zubehör auch auf eine Cannabisplantage. Nun müssen sich Miriam M. (27) und ihr gleichaltriger Ehemann Benno (Namen aller Betroffenen geändert) vor dem Bielefelder Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht von folgendem Geschehen aus: Vermutlich bereits seit 2017 betrieben die Eheleute M. einen schwunghaften Handel mit verschiedensten Drogen. Am 1. Juli fuhren die Angeklagten gemeinsam nach Zwickau, wo sie ihrem Abnehmer Mario B. 1.000 Ecstasypillen, die sie zuvor aus den Niederlanden eingeführt hatten, übergaben. Als Bezahlung erhielten sie hierfür sowie für ein weiteres, noch abzuwickelndes illegales Geschäft, das gebrauchte Wohnmobil des Käufers. Der Wert des Fahrzeugs belief sich auf 8.000 Euro. In Zwickau wurde ein entsprechender Kaufvertrag aufgesetzt und das Wohnmobil später auf den Namen des Vaters von Miriam M. angemeldet. Am 4. Juli erfolgte der zweite Teil des Geschäfts: In Hannover erhielt Mario B. 2.500 Ecstasy-Pillen sowie 50 Gramm MDMA ausgehändigt. Allerdings war B. bereits ins Visier der Polizei geraten. Bei einer eine Woche später erfolgten Durchsuchung seiner Wohnung stellten die Ermittler eine Restmenge der von den Eheleuten M. verkauften Drogen sicher. Mario B. wurde mittlerweile in Zwickau zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Aufgrund der Angaben von B. richtete die Polizei ihr Augenmerk nunmehr auf das dealende Ehepaar. Drogen, Verpackungen und Feinwaagen Am 12. Juli 2018 durchsuchte die Polizei das Anwesen, in dem das Paar seinerzeit lebte. Die Beamten stellten Drogen, Verpackungsmaterial und Feinwaagen sicher. In einem Anbau des Haupthauses befand sich eine Plantage mit zehn Cannabispflanzen im Gesamtgewicht von 423 Gramm. In einem anderen Teil des Anwesens lagerten die Angeklagten aus früheren Anbauphasen stammendes Marihuana, pulverisiertes Cannabis sowie Cannabisstengel. An der Zugangstür zur Plantage lehnte griffbereit ein Baseballschläger an der Wand. Dieser Umstand könnte die Angeklagten strafrechtlich besonders teuer zu stehen kommen, sieht der Gesetzgeber für das bewaffnete Handeltreiben mit Betäubungsmitteln doch eine Gefängnisstrafe von nicht unter fünf Jahren vor. In der Verhandlung vor der XX. Großen Strafkammer des Bielefelder Landgericht schwieg das Paar, das mittlerweile nicht mehr in Gütersloh lebt, zu den Vorwürfen. Der Prozess wird am 25. September fortgesetzt.

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