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Schöner Anblick - aber für viele Vögel ein Graus. - © Pixabay
Schöner Anblick - aber für viele Vögel ein Graus. | © Pixabay

Gütersloh Ballon-Verbot: Gütersloh schränkt das Aufsteigen von Luftballons ein

Städtische Einrichtungen wie Kitas oder Schulen in Gütersloh dürfen keine Ballons mehr fliegen lassen. Gütersloh geht damit über EU-Recht hinaus in die Vorreiterrolle.

Ludger Osterkamp
02.09.2019 | Stand 03.09.2019, 09:09 Uhr

Gütersloh. Die Stadt Gütersloh wird bei eigenen Veranstaltungen künftig keine Luftballons mehr steigen lassen. Dieses Verbot gilt auch für Kindergärten und Schulen. Auch bei der Kirmes, die auf dem Marktplatz und damit auf öffentlichem Boden stattfindet, wird die Stadt es nicht mehr zulassen, Ballons aufsteigen zu lassen. Einstimmig sind die Fraktionen einem entsprechenden Bürgerantrag gefolgt. Die Stadt, so Umweltamtschefin Sonja Wolters, nimmt damit eine Vorreiterrolle ein. Denn: Im Bundes- oder Landesrecht ist dazu nichts geregelt. Und auf EU-Ebene gilt zwar ein Verbot für Plastik wie Trinkhalme, Einweggeschirr, Wattestäbchen oder dünne Obsttüten, aber Luftballons fallen nicht darunter; man hatte darüber diskutiert, ein Verbot aber letztlich verworfen. "Ein klarer Fall von Umweltverschmutzung" Die Politiker waren sich einig. „Ein klarer Fall von Umweltverschmutzung", urteilte etwa Thomas Krümpelmann (SPD). Georg Hanneforth (CDU) sagte, das Vermüllen der Umwelt durch Plastikballons sei „nicht länger zu akzeptieren", und Jens Hesse (Grüne) sprach schlichtweg von „einem Problem und Ärgernis". In ihrem Bürgerantrag hatte die Antragstellerin auch auf die gravierenden Folgen für die Tierwelt hingewiesen: Vögel verhedderten sich in den Schnüren, Tiere hielten das Plastik für Nahrung und verendeten. Auch Manfred Reese (Linke) stimmte dem Verbot zu, wenngleich er zu bedenken gab, wie viel Freude man den Kindern damit nehme. „Wo fängt man an, wo hört man auf? Mit gleicher Konsequenz müsste man auch über Osterfeuer und das Silvesterfeuerwerk nachdenken", so Reese. Bloß eine symbolische Bedeutung? Außer symbolischer Bedeutung wird das städtische Verbot freilich wenig bewirken. Nach Angaben der Stadt unterliege das Aufsteigen von Luftballons keiner Genehmigungspflicht – meistens erfahre sie daher nichts davon. Lediglich 25 telefonische Anfragen gingen jährlich bei ihr ein, vorwiegend für private Hochzeits- oder Geburtstagsfeiern. Dort habe die Stadt aber auch künftig keine Handhabe. Hinzu kommt, dass sie bei Demos oder Versammlungen, die auf höherem Recht beruhen, auch künftig nicht dagegen vorgehen darf.

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