0
Thomas Marks (v.l., Ingenieurbüro Hegers), Sören Schmidt, Alfons Buske, Klaus Meiertoberens, Werner Kloß (alle Fachbereich Tiefbau), Christian Stork (Firma Tiefbau Hark) und Stadtbaurätin Nina Herrling. - © Andreas Frücht
Thomas Marks (v.l., Ingenieurbüro Hegers), Sören Schmidt, Alfons Buske, Klaus Meiertoberens, Werner Kloß (alle Fachbereich Tiefbau), Christian Stork (Firma Tiefbau Hark) und Stadtbaurätin Nina Herrling. | © Andreas Frücht

Gütersloh Verler Straße wird für eineinhalb Jahre zur Einbahnstraße

Die Spexarder Ortsdurchfahrt wird ab Freitag komplett umgebaut und damit für anderthalb Jahre zur Einbahnstraße.

Ludger Osterkamp
15.08.2019 | Stand 15.08.2019, 15:42 Uhr

Gütersloh. Donnerstag geht es los. 20 Jahre, nachdem im Gesamtverkehrsplan der Stadt erstmals der Umbau der Verler Straße Erwähnung fand, rollen jetzt tatsächlich die Bagger an. "Es ist eine der größten Tiefbaumaßnahmen in Gütersloh der vergangenen Jahre", erklärt Alfons Buske, Leiter des städtischen Fachbereiches. Und es ist eine Maßnahme, die vielen Autofahrern zunächst Einschränkungen aufnötigt. "Es wird erst mal schlimmer, bevor alles besser wird", sagt Baudezernentin Nina Herrling. "Das ist ja bei solchen Dingen so." Strecke, Kosten & Bauzeit Der Umbau umfasst den 700 Meter langen Abschnitt zwischen Max-Planck- und Ohmstraße. Die Baukosten sind mit rund drei Millionen Euro veranschlagt, davon zahlt das Land 1,4 Millionen. Die Stadt rechnet mit einer Bauzeit bis Dezember 2020. Grund für den Umbau Im Bereich der Spexarder Ortsdurchfahrt sind auf der Verler Straße täglich bis zu 28.000 Fahrzeuge unterwegs, an manchen Abschnitten sogar bis zu 29.000. "Die Straße ist hoch belastet und in keinem guten Zustand mehr", sagt Buske. Der Unterbau halte dem heutigen Verkehr nicht mehr stand. Man habe Spurrillen von bis zu acht Zentimeter Tiefe gemessen, auch sei die Fahrbahn inzwischen teilweise glatt und nicht mehr griffig genug. Für Fußgänger und Radfahrer sei das Überqueren der Straße heikel. Umbau Die Stadt erneuert den kompletten Fahrbahnaufbau, die Regenwasserkanäle und die Kreuzung mit Hüttenbrink/Bruder-Konrad-Straße. Sie baut auf beiden Seiten Geh- und Radwege, llegt Querungshilfen, Parkplätze und Grünflächen an. Sie muss 15 Bäume fällen, pflanzt dafür aber 40 neue. Gleichzeitig erneuert die Netzgesellschaft der Stadtwerke ihre Versorgungsleitungen. Abschnittsweise, insgesamt auf circa zwei Drittel der 700 Meter, legt die Stadt in der Mitte der Fahrbahn einen 3,25 Meter breiten Multifunktionsstreifen an. Er ist flach, kann überfahren werden, erzielt aber eine optisch schöne, vor allem drosselnde Wirkung. Der Streifen ist aus anthrazit-grauem Prägeasphalt, der erstmals in Gütersloh Verwendung findet. Der Radweg verläuft auf beiden Seiten hochbordig und ist rot gepflastert. Er ist zwei Meter breit und mit einem Sicherheitsstreifen von 75 Zentimetern, mitunter auch nur 35 Zentimetern von der Fahrbahn abgetrennt. Dadurch, so der städtische Verkehrsplaner Michael Wewer, werde die Sicherheit für Radfahrer erhöht. Der Nachteil, dass der Radweg durch die vielen Grundstückszufahrten und die ständigen Absenkungen wellig wird, sei dafür in Kauf zu nehmen. Einschränkungen Während der kompletten Bauzeit wird die Verler Straße zur Einbahnstraße. Fahrzeuge können nur noch stadteinwärts fahren. Der Anliegerverkehr wird weitgehend aufrecht erhalten, so Buske; nur kurzzeitig könnte von diesem Vorsatz abgewichen werden müssen. Max-Planck-Straße und Am Coesfeld vorerst nicht mehr von der Verler Straße aus angefahren werden. "Wir müssen um Verständnis bitten", sagt Buske, "bei derart umfangreichen Bauarbeiten sind Behinderungen und Unannehmlichkeiten leider unvermeidbar". Die Busse von Stadtwerken und Teutoburger Wald Verkehr (TWV) fahren weiter, werden aber teilweise anders geführt. Infos gebe es über die örtlichen Medien, über Aushänge an den Haltestellen, am ZOB. Umleitungen Für den stadtauswärts fahrenden Verkehr sind zwei Strecken ausgeschildert. Die eine führt über Sürenheide, die andere über Varensell. Sürenheide: Die Umleitung beginnt an der Carl-Bertelsmann-Straße, führt dann über die Spexarder und Sürenheider Straße zur Wald- und Thaddäusstraße. Varensell: Sie führt über den Stadtring Sundern, Neuenkirchener Straße, Haupt- und Varenseller Straße bis zur Wiedenbrücker Straße (in Höhe Kauers). An der Einmündung der Haupt- in die Varenseller Straße, nach der Durchfahrt durch Varensell also, wird vorübergehend eine mobile Ampel stehen; sie soll vor allem den Linksabbiegern helfen. Lkws: Sie werden zu den Autobahnanschlüssen Bielefeld und Rheda-Wiedenbrück geführt. Potenzieller Lebensmittelmarkt Ecke Bruder-Konrad-Straße Die Pläne von Schenke, an der Ecke Verler / Bruder-Konrad-Straße einen Supermarkt zu bauen, würden sich auf den Verkehr auswirken, sind aber nicht Teil des aktuellen Umbaus. Bislang sei der Markt planungsrechtlich gesehen nicht mehr als eine Idee, sagt Baudezernentin Nina Herrling, es fehle noch an einem Bebauungsplan dafür. Um den Markt nach den jüngst präsentierten Plänen eines Ingenieurbüros anzubinden, müsste die Fahrbahnaufteilung vor der Kreuzung verändert und die Fahrbahn möglicherweise verbreitert werden. Ein komplett neuer Umbau sei nicht erforderlich, so der städtische Verkehrsplaner Wewer. Weitere Bauabschnitte Ist die Stadt Ende 2020 mit der Ortsdurchfahrt fertig, rückt das Land an. Es knöpft sich die Abschnitte zwei bis drei vor: Zunächst baut es den 2,2 Kilometer langen Abschnitt von der Autobahn bis zum Abzweig Wiedenbrücker Straße (bei Kauers) um, danach das vergleichsweise kurze Stück vor der Mansergh-Kaserne zwischen Stadtring Sundern und Auf der Haar. Abschnitt zwei: Das Land wird den Abschnitt zwischen Autobahn und Kauers auf drei Spuren verbreitern; der Verkehr wird dann aus Verl Richtung Autobahn auf zwei Spuren fließen. Der Knoten mit der Thaddäusstraße wird erweitert, damit es mehr Linksabbieger über die Ampel schaffen. Einen besseren Verkehrsfluss versprechen sich die Behörden auch davon, von Gütersloh aus die beiden Linksabbiegespuren auf die Autobahn Richtung Dortmund und Hannover zu verlängern; aktuell kommt es oft zu Rückstaus, die den Geradeausverkehr Richtung Verl blockieren. Ferner verläuft der Radweg künftig durchgängig direkt entlang der Straße; der Versatz hinter "Haus 408" und über die TWE-Trasse entfällt. Abschnitt drei: Auch entlang der Mansergh-Kaserne wird der Verkehr dreispurig - zwei stadtein-, eine stadtauswärts. Eine der beiden Stadteinwärtsspuren biegt am Stadtring dann rechts Richtung Welle und Mohn Media ab. Wewer: "Im Moment ist diese Rechtsabbiegespur oft zu kurz. Wir haben den Landesbetrieb davon überzeugt, dass eine Verlängerung sinnvoll ist." Dabei spiele auch eine Rolle, dass auf dem Kasernengelände bis zu 1.000 Wohnungen geplant sind.

realisiert durch evolver group