Die Lothringer Straße in Gütersloh. - © Andreas Frücht
Die Lothringer Straße in Gütersloh. | © Andreas Frücht

Gütersloh "Autofahrer ignorieren den Betonklotz": Anwohner beschweren sich über Raser

An der Lothringer Straße wächst der Unmut der Anwohner über zu schnelle Autofahrer und die Stadtverwaltung - der aufgestellte Betonklotz hält Raser offenbar nicht auf

Ludger Osterkamp
14.05.2019 | Stand 14.05.2019, 13:42 Uhr

Gütersloh. Die Anwohner der Lothringer Straße scheinen auch mit ihrem zweiten Anlauf auf Verkehrsberuhigung zu scheitern. Die Stadtverwaltung empfiehlt den Ratsfraktionen, einen entsprechenden Antrag abzulehnen. Eine Messung habe ergeben, dass die Straße nicht übermäßig belastet sei. Sowohl die Zahl der Autos als auch deren Geschwindigkeit bewege sich „weiterhin im üblichen Rahmen von Wohngebieten". Nach einem ersten Antrag Anfang 2018 hatten die Ratsfraktionen beschlossen, im Winkel zur Carl-Miele-Straße einen Betonklotz aufzustellen und eine Linie herumzuziehen. Das entsprach zwar nicht den Erwartungen der Anwohner, sollte aber Entgegenkommen signalisieren und als Versuch gelten, das Tempo der Autofahrer, die in die Straße einbiegen, zu drosseln. Hilft eine Fahrbahneinengung? Doch leider, so schreiben die Anwohner in ihrem Bürgerantrag, habe sich diese Maßnahme als „wirkungslos" erwiesen. „Die Autofahrer ignorieren den Betonklotz." Man fordere daher, wie schon im ersten Antrag, eine Fahrbahneinengung im mittleren Teil der Lothringer Straße, ähnlich wie bei der Annenstraße. Die Stadtverwaltung sieht hingegen „keine zwingende Notwendigkeit für bauliche Maßnahmen". Sie habe wunschgemäß erneut die Verkehrsbelastung gemessen, zwar an einer Stelle, die von den Anwohnern als geeigneter, aussagekräftiger angesehen werde. Doch das Ergebnis habe sich kaum verändert: In der Spitze befuhren 115 Kraftfahrzeuge pro Stunde die Straße; 91,5 Prozent blieben unter Tempo 50. Ein Jahr zuvor (noch ohne Betonquader) waren es 134 Kfz gewesen, bei 97,3 Prozent unter Tempo 50. Der Planungsausschuss befasst sich am Dienstag mit dem Bürgerantrag.

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