Südlich der Mansergh-Kaserne wird zwischen Osthusweg und Auf der Haar gerade ein Haus nach dem anderen hochgezogen. Neben Mehrfamilien- finden sich dort auch Einfamilienhäuser und eine neue Kita. - © Andreas Frücht
Südlich der Mansergh-Kaserne wird zwischen Osthusweg und Auf der Haar gerade ein Haus nach dem anderen hochgezogen. Neben Mehrfamilien- finden sich dort auch Einfamilienhäuser und eine neue Kita. | © Andreas Frücht

Gütersloh Hier könnten in Gütersloh demnächst Wohn-Siedlungen entstehen

Die Fraktionen im Stadtrat haben 19 Gebiete ausgemacht, in denen sie sich irgendwann Wohnungsbau vorstellen können. Manche fallen direkt durch

Ludger Osterkamp

Gütersloh. Wo sollen in Gütersloh künftig neue Siedlungen entstehen? Seit die Empirica-Studie für Gütersloh bis 2035 einen Bedarf von sechs- bis siebentausend Wohnungen ergeben hat, läuft die Suche nach potenziellen Wohngebieten mit gesteigerter Intensität. Neben der Stadtverwaltung halten auch die Fraktionen ihre Augen offen und bringen Gebietsvorschläge ein. Beachtliche 19 waren es in den vergangenen Wochen – doch nicht alle kamen jetzt in einer Abstimmungsrunde im Planungsausschuss durch. Einige schon: Etwa der für eine Siedlung zwischen Stadtring Sundern und Stadtpark. Dieses Areal rund um die Straße Auf der Haar und um die Höfe Buschfranz und Neuhaus ist rund 30 Hektar groß. Es beginnt am Parkbad und zieht sich in westliche Richtung entlang Buschstraße und Stadtring bis zu den Häusern am Rudolf-Harbig-Weg. Derzeit dominieren dort Wiesen und Äcker und der freie Blick Richtung Stadtpark und Heidewaldstadion. Geht es nach CDU, BfGT, UWG und Grünen, könnte dieses Gebiet irgendwann auch für Wohnhäuser geeignet sein. Gegen Empfehlung der Stadtverwaltung Bei Enthaltung der SPD setzten sie durch, dass die Stadt es als „Potenzial- und Suchraum für die zukünftige Siedlungsentwicklung" in jene Liste aufnimmt, die die Stadt für die Neuaufstellung des Regionalplanes an die Bezirksregierung Detmold zu melden hat. Die Fraktionsmehrheit stellte sich damit gegen die Empfehlung der Stadtverwaltung – die hatte ausdrücklich davon abgeraten, diese 30 Hektar als Siedlungsfläche aufzunehmen. Gegen den Rat der Verwaltung entschied sich die Mehrheit des Aussschusses auch dafür, eine weiteren Siedlungsausbau in Pavenstädt in die Liste für Detmold einzutragen. Konkret geht es um eine 30 Hektar große Fläche zwischen Pavenstädter Weg / Im Fenne und Johannesfriedhof. Während der östliche Bereich nahe Auf dem Stempel bereits Bestandteil des regionalplanerisch festgelegten Allgemeinen Siedlungsbereichs (ASB) ist, ging es nun darum, den westlichen Teil Richtung Grüneweg und Am Stellbrink hinzuzunehmen – sämtliche Fraktionen, bis auf die sich enthaltende SPD, stimmten dafür; trotz, darauf hatte die Verwaltung verwiesen, der Nähe des Gebietes zur freien Natur, zur Grünspange West und zur Pufferzone für Windräder. Erweiterung einer Siedlung in Friedrichsdrof fiel durch Eine Erweiterung einer Siedlung in Friedrichsdorf fiel dagegen knapp durch. CDU und UWG hätten sich vorstellen können, die Bebauung eines 13 Hektar großen Streifen nördlich des Fasanenweges (Richtung Am Röhrbach) aufnehmen zu lassen, jedoch wurden sie von den anderen Fraktionen überstimmt. Auch die Verwaltung hatte empfohlen, die Fläche frei zu halten; sie verwies auf die Nähe zum Naturschutzgebiet Reiher- und Röhrbach und auf die aktuelle klare Siedlungskante. An anderer Stelle in Friedrichsdorf hielt der Ausschuss weiteren Siedlungsbau dagegen für eine Option. 20 Hektar könnten dafür zwischen Johannes-Brahms-Straße und Franz-Lehar-Straße bis hin zur Richard-Wagner-Straße ausgewiesen werden. Ob sie ganz oder nur zur Hälfte in Betracht kommen, ist freilich Zukunftsmusik; die Stadt plädiert dafür, allenfalls den östlichen Teil, also jenen angrenzend an die bestehende Siedlung zu erwägen. 20 Hektar in Kattenstroth Ungefähr die Hälfte der 19 Fraktionsvorschläge erwiesen sich nach Prüfung durch die Verwaltung als obsolet – sie sind bereits Teil des Allgemeinen Siedlungsbereichs (ASB). Bei diesen sei es nicht erforderlich, sie (erneut) nach Detmold zu melden. Dass man sich später, bei Überlegungen zur weiteren Siedlungsentwicklung damit im Detail befasst, sei gleichwohl klar, so die Stadt. Als neuen „Potenzial- und Suchraum" meldet die Stadt ein Gebiet am Brüningsweg in Kattenstroth, westlich des Brockweges Richtung Gut Schledebrück. 20 Hektar kämen dort in Betracht. Oberhalb davon hatte ein Dortmunder Gutachterbüro unlängst bereits eine potenzielle Siedlungsfläche ausgemacht, diese würde in südlicher Richtung erweitert. Etwas zurückhaltender bewertet die Stadt Vorschläge, die in Sundern und Avenwedde-Bahnhof zu verorten sind. In Sundern ginge es um einen Ausbau der Elbrachtsiedlung nördlich des Fritz-Steinhaus-Weges bis hin zum Wall des Stadtrings; auf 5,2 Hektar käme man dort. In Avenwedde-Bahnhof handelte es sich um einen nur ein Hektar umfassenden Streifen nördlich des Drosselweges bis zur Straße Am Röhrbach. Beide Flächen wird die Stadt nach Detmold melden, allerdings seien sie, weil sie so klein sind, eher nachrangig zu sehen. Der Fokus der Flächenentwicklung, so die Stadt, wäre zunächst woanders zu legen.

realisiert durch evolver group