Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes bewachen den Rathaus-Haupteingang in Steinhagen. - © Frank Jasper
Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes bewachen den Rathaus-Haupteingang in Steinhagen. | © Frank Jasper

Kreis Gütersloh Sicherheitsdienst eingeschaltet: Rathausmitarbeiter werden von Asylbewerber bedroht

Mehrfach musste sogar die Polizei anrücken

Frank Jasper

Kreis Gütersloh. Zwischenfälle mit Bedrohungsszenarien habe es in der Gemeindeverwaltung immer mal wieder gegeben, sagt der Steinhagener Bürgermeister Klaus Besser. Dass er einen privaten Sicherheitsdienst anheuern musste, um seine Mitarbeiter zu schützen, sei allerdings einmalig. Seit mehreren Wochen versetzt ein 26-jähriger Asylbewerber die Rathausmitarbeiter regelmäßig in Alarmzustand, was zuletzt zu drastischen Maßnahmen führte. „Sobald ein Mitarbeiter den Mann kommen sieht, schließen wir das Rathaus", sagt Bürgermeister Besser. Dennoch sei die Situation in der vergangenen Woche einmal mehr außer Kontrolle geraten. Der 26-Jährige sei trotz Hausverbots in die Verwaltung gelangt und habe dort Mitarbeiter beleidigt und mit dem Tod bedroht, berichtet Klaus Besser. Auch unbeteiligte Besucher seien in unmittelbarer Nähe gewesen. Alle anderen Eingänge wurden gesperrt Die Gemeindeverwaltung habe sich nun dazu gezwungen gesehen, einen Sicherheitsdienst zu engagieren, der jetzt während der Öffnungszeiten den Haupteingang bewache. Alle anderen Eingänge seien für den Publikumsverkehr zugesperrt worden. Vorerst für zwei Wochen sollen diese Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden. Der Mann habe Anspruch auf Asylbewerberleistungen und sei darum regelmäßiger Gast im Rathaus gewesen, erklärt Bürgermeister Klaus Besser die Hintergründe. Dort habe er bisher immer einen Scheck ausgehändigt bekommen. Inzwischen sei man dazu übergegangen, das Geld auf ein Konto zu überweisen. Eine Maßnahme, die bei dem Mann abermals zu Ausrastern geführt haben soll. Inzwischen habe er auch Hausverbot in der betreffenden Bank. Abschiebung bislang offenbar nicht möglich Für die Verantwortlichen in Steinhagen ist der Mann ein alter Bekannter. Bereits 2014 ist er nach Deutschland eingereist und in Steinhagen untergebracht worden. Zwischenzeitlich weggezogen, ist er im Juli aber erneut Steinhagen zugewiesen worden. Untergebracht ist er in einer gemeindeeigenen Unterkunft, in einem Einzelzimmer. Der Mann, dessen Nationalität bis heute ungeklärt ist, hat nur ein geduldetes Aufenthaltsrecht. Eine Abschiebung war bislang offenbar nicht möglich. "Man kann ihn nicht dauerhaft einsperren" In Steinhagen, wo sich professionelle Betreuer, ehrenamtliche Flüchtlingshelfer und nicht zuletzt Verwaltungsangestellte um die hier lebenden Flüchtlinge kümmern, ist man zunehmend ratlos. „Die Polizei hat den Mann vergangene Woche für einen Tag in Gewahrsam genommen. Man kann ihn aber nicht dauerhaft einsperren", sagt der Bürgermeister. Eine psychische Störung liege bei dem Mann laut Polizeisprecherin Katharina Felsch nicht vor. Wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Bedrohung und Beleidigung muss er sich bald vor Gericht verantworten. „Zusammen mit Polizei, Amtsgericht und Ausländerbehörde arbeiten wir an einer Lösung", versichert Bürgermeister Klaus Besser.

realisiert durch evolver group