Veganer werden immer wieder mit Vorurteilen konfrontiert. - © picture alliance / Uli Deck
Veganer werden immer wieder mit Vorurteilen konfrontiert. | © picture alliance / Uli Deck

Gütersloh Anfeindungen und Vorurteile: "Veganer werden noch immer diskriminiert"

Veganerin Kira Zabe muss sich regelmäßig blöde Sprüche anhören. Der Grund: Sie ernährt sich ausschließlich von rohen Lebensmitteln

Gütersloh. Kein Fleisch, keine Milch, kein Ei. Die Liste der Lebensmittel, auf die Veganer verzichten, ist lang. Genauso lang ist allerdings auch die Liste der Vorurteile, denen Veganer immer und immer wieder begegnen. Ein paar Klassiker: Veganer essen nur Salat, haben Mangelerscheinungen und sind eigentlich nur Opfer eines extrem gehypten Trends. Alles Quatsch, sagt Kira Zabe. Sie kennt diese Sprüche nur zu gut. Seit mehr als zwölf Jahren ernährt sich die 26-jährige Wahl-Gütersloherin vegetarisch; seit einigen Jahren vegan. Mittlerweile isst sie fast ausschließlich rohe Lebensmittel - rohvegane Ernährung nennt sich das im Fachjargon. Alles, was Zabe isst, darf nur bis maximal 42 Grad erwärmt worden sein. Und genau das scheint für viele ein Problem zu sein. "Ich bin zum Glück inzwischen gelassener geworden" "In meiner Familie bin ich die einizge, die sich so ernährt. Deshalb muss ich mir häufiger solche Sprüche anhören. Auch auf der Straße werde ich oft angeschaut, nur weil ich in eine rohe Gurke beiße", sagt Zabe.  Zwar sei die Toleranz in den vergangenen Jahren gestiegen, aber noch immer gebe es Diskriminierungen und Ausgrenzungen - nur aufgrund der Ernährung. "Ich bin zum Glück inzwischen gelassener geworden", sagt Zabe. Die meisten Menschen würden viel zu eindimensional denken und sich nicht auf etwas einlassen, das sie nicht kennen. Davon will sich die 26-Jährige aber nicht unterkriegen lassen. Menschen, die denken, dass sie nur grüne Salatblätter essen würde, überzeugt Zabe gerne vom Gegenteil. "Ich liebe zum Beispiel Buddha Bowls, in denen viel frisches Gemüse ist. Oder auch Rohkostpizza." Ständige Diskussionen nerven Bis vor kurzem hat Kira Zabe noch in einer WG gewohnt. Regelmäßig hat es dort aber mit ihren Mitbewohnern  Konflikte wegen Zabes Ernährung gegeben. Auf Fleisch hat dort nämlich niemand verzichtet.  "Ich konnte das einfach nicht mehr so gut sehen. Ich bin wirklich sehr tolerant und sage nichts. Aber, wenn mich jemand die ganze Zeit kritisiert, dann muss ich denjenigen ja aufklären", sagt die 26-Jährige. Jetzt lebt sie in Gütersloh zusammen mit einem Kumpel, der sich ebenfalls rohvegan ernährt. Das mache vieles einfacher und man müsse nicht mehr ständig diskutieren, sagt Zabe. Für sie selbst sei ihre Ernährung mittlerweile kein Problem mehr. Inzwischen gebe es kaum noch Herausforderungen im Alltag. Lediglich, wenn sie zum Essen eingeladen werde, müsse sie manchmal improvisieren. Aber auch das werde mit der Zeit immer besser. Viele Restaurants würden mittlerweile vegane Alternativen anbieten - vor allem in den größeren Städten. "Ich bin dankbar für jeden Schritt in diese Richtung." Auf Youtube ist Kira Zabe übrigens als Bloggerin unterwegs. Regelmäßig lädt sie dort Videos über ihre Ernährung hoch - passenderweise unter dem Künstlernamen "KiRAW".

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