„Blitzer Bernd" am Eggeweg in Bielefeld. Ein solches Modell schwebt auch der Gütersloher Verwaltung vor. - © Oliver Krato
„Blitzer Bernd" am Eggeweg in Bielefeld. Ein solches Modell schwebt auch der Gütersloher Verwaltung vor. | © Oliver Krato

Gütersloh Stadt verzichtet auf Tunnel-Blitzer - gibt's bald mobile Blitzer?

Wende: An der Friedrich-Ebert-Straße lohnt es sich plötzlich nicht mehr. Aber es gibt eine neue Idee

Ludger Osterkamp

Gütersloh. Überraschung: Die Stadtverwaltung will auf den seit Jahren geplanten Blitzer im Tunnel der Friedrich-Ebert-Straße plötzlich verzichten. Sie will damit einen Beschluss kippen, den eine Ratsmehrheit bereits 2016 und ein weiteres Mal Ende 2017 gefasst hat. Ordnungsdezernentin Christine Lang begründete den Verzicht gestern Abend mit der Zufahrt zur Paketstelle der Post an der Friedrich-Ebert-Straße. Dort werde sich in absehbarer Zeit etwas ändern, und das wiederum führe dazu, dass an jener Stelle ohnehin langsamer gefahren würde. Ein Blitzer, eigens für die speziellen Bedingungen und den Einbau in die Bahnunterführung gekauft, ergebe dann keinen Sinn mehr. „Wir würden ihn anschließend nicht mehr gebrauchen können", so Lang. Stadt schlägt "teilstationäre Anlagen" vor Statt die im Haushalt veranschlagten 360.000 Euro zu sparen, schlägt Lang vor, dass die Stadt stattdessen „teilstationäre Anlagen" anschafft. Solche Blitzer stehen auf einem Anhänger und können an beliebigen Stellen, so auch an der Friedrich-Ebert-Straße eingesetzt werden. Bielefeld etwa setzt solche Geräte ein, dort trägt der Apparat den Namen „Blitzer Bernd" und erweist sich als überaus einträglich. Die Verwaltung sei nicht verpflichtet, bewilligtes Geld auszugeben, kommentierte SPD-Sprecher Thomas Krümpelmann im Ordnungsausschuss lapidar. Er forderte, dass die Stadtverwaltung nun nicht eigenmächtig handele, sondern die Angelegenheit erst im nächsten Ausschuss beraten werde. Christine Lang sicherte zu, entsprechende Zahlen im Haushaltsentwurf beziehungsweise bei der nächsten Sitzung zu liefern. Neue Blitzer an der B61 sind noch immer nicht scharf Stadt und Politik hatten als Hauptargument für den Tunnel-Blitzer stets angeführt, dass dort zwar kein Unfallschwerpunkt, aber jeder dritte Autofahrer zu schnell sei. Jedoch fielen die Beschlüsse nie einstimmig. Unterdessen teilte Maria Rolfes vom Fachbereich Ordnung mit, dass die beiden neuen Starenkästen an der innerstädtischen B 61 – Nord- und Westring – noch immer nicht scharf geschaltet sind. „Sie gehen erst in etwa 14 Tagen in Betrieb", so Rolfes. Derzeit sei man noch dabei, Mitarbeiter zu schulen. Die Stadt rechnet dort mit 3.000 bis 4.000 Verfahren pro Jahr.

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