In Haft: Felix Vossen muss sich noch in diesem Jahr vor Gericht verantworten. - © picture alliance / dpa
In Haft: Felix Vossen muss sich noch in diesem Jahr vor Gericht verantworten. | © picture alliance / dpa

Gütersloh/Zürich Betrug und Geldwäsche: Felix Vossen muss vor Gericht

Termin: Dem mutmaßlichen Millionenbetrüger wird noch in diesem Jahr der Prozess gemacht

Patrick Menzel

Gütersloh/Zürich. Es kommt zum Prozess gegen Felix Vossen. Das Bezirksgericht Zürich hat die Anklage gegen den Sohn der ehemaligen Gütersloher Handtuch-Dynastie zugelassen, teilte eine Justizsprecherin auf Anfrage von nw.de mit. Die für Wirtschaftsdelikte zuständige Staatsanwaltschaft Zürich III wirft Vossen gewerbsmäßigen Betrug, Geldwäsche und mehrfache Urkundenfälschung vor. Konkret soll der frühere Börsenhändler und Filmproduzenten („I, Anna", „Miss You Already") den Geschädigten – vorwiegend Familienangehörige, Freunde und Bekannte – jahrelang vorgegaukelt haben, dass sie bei ihm gewinnbringend und risikoarm Geld in Finanzprodukten anlegen können. Dabei soll der 43-Jährige „raffiniert aufeinander abgestimmte Lügen genutzt haben", insbesondere, indem er Konto- und Depotauszüge erstellte, die fiktive Gewinne auswiesen. Einen Teil des auf diese Weise erzielten Erlöses von insgesamt etwa 35 Millionen Euro soll Vossen aus der Schweiz nach Großbritannien und Guernsey, einer Steueroase im Ärmelkanal, transferiert haben. Mit dieser Vernebelungstaktik, so heißt es in der 50-seitigen Anklageschrift, habe Vossen die Einziehung der Vermögenswerte durch die Strafverfolgungsbehörde erschwert. Weiter werfen die Strafverfolger in der Schweiz dem Beschuldigten vor, „gegenüber der Buchhaltung und im Verkehr mit Banken falsche Angaben gemacht und dadurch unwahre Urkunden generiert zu haben". Ein Verhandlungstag Ob diese Vorwürfe zutreffen, soll noch in diesem Jahr in der Hauptverhandlung geklärt werden. Als Termin dafür hat das Bezirksgericht Zürich bislang ausschließlich einen Verhandlungstag am 22. November anberaumt. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass während der Verhandlung ein weiterer Termin festgelegt wird, sagte die Justizsprecherin. Über das Schicksal Vossens, der sich bereits im vorzeitigen Strafvollzug befindet, werden neben dem stellvertretenden Gerichtspräsidenten Sebastian Aeppli noch zwei weitere Richter entscheiden. Im Falle einer Verurteilung droht dem mutmaßlichen Millionenbetrüger ein mehrjähriger Gefängnisaufenthalt. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Haftstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten.

realisiert durch evolver group