Gütersloh Heidewaldstadion hat Zukunft

Ausschuss macht Weg für Sanierung frei / FDP muss Kritik für Antrag auf Bürgerentscheid einstecken

VON THORSTEN GÖDECKER
Martin Witlage (v. l.), Babsi Osthus, Dagmar Barkey und Jürgen Osthus verfolgen gespannt die Debatte in der Stadthalle. - © FOTO: PATRICK MENZEL
Martin Witlage (v. l.), Babsi Osthus, Dagmar Barkey und Jürgen Osthus verfolgen gespannt die Debatte in der Stadthalle. | © FOTO: PATRICK MENZEL

Gütersloh. Das Heidewaldstadion wird für 560.000 Euro saniert, das hat gestern der Sportausschuss einstimmig beschlossen. Die Investition soll verhindern, das die Bauaufsicht den "Schlüssel umdreht", denn die altehrwürdige Spielstätte weist gravierende Sicherheitsmängel auf.

"Gütersloh, Gütersloh"-Sprechchöre hallten nach der Abstimmung zaghaft durch den kleinen Saal der Stadthalle. Die FCG-Fans feierten nicht ausgelassener, weil die Redner auch den FCG in die Pflicht nahmen und mit dem bisherigen Engagement der Funktionärsebene nicht zufrieden sind.

CDU-Fraktionschef Heiner Kollmeyer macht gleich zum Auftakt klar, dass es um das Stadion und nicht um den Verein gehe. Er zeigte sich optimistisch, dass es der Vereinsführung noch gelingen werde, Sponsoren zu finden, um die Sanierung auch finanziell zu unterstützen. Bislang hat der Verein nur Eigenleistung angeboten, um die Schließung der Spielstätte abzuwenden. Der FDP, die einen Ratsbürgerentscheid über die Zukunft des Stadions gefordert hatte (die NW berichtete am Samstag), warf Kollmeyer "politischen Klamauk" und "Effekthascherei" vor. Dieser Vorschlag sein völlig unverhältnismäßig und kein Zeugnis verantwortungsvoller Bürgerbeteiligung. Dafür sei die Investitionssumme einfach zu gering. Verwundert fragte sich Kollmeyer, warum die Liberalen in der Dezember-Sitzung des Ausschusses noch für den Abriss der Spielstätte und einen Neubau an der Verler Straße votiert hätten, der mindestens zehn Millionen Euro verschlungen hätte. "Damals wollten sie darüber nicht die Bürger entscheiden lassen", warf er dem sachkundigen Bürger der FDP, Volker Ebeling, vor.

Auch Matthias Trepper (SPD) betonte, dass es um das Stadion der Stadt gehe, das prinzipiell jedem Verein offen stehe. Trepper und Heike Horstmann (BfGT) erklärten, dass andere Vereine in der Stadt mehr geleistet hätten, um ihre Wünsche erfüllt zu bekommen. Fraktionsübergreifend herrschte Einigkeit darüber, dass die jetzige Auslastung des Stadions, die die Stadt mit 70 Prozent angibt, nicht ausreicht.

Alle Fraktionen appellierten an die FDP, ihren Antrag auf den Ratsbürgerentscheid zurück zu ziehen, um vor dem Hintergrund einer überwältigen Mehrheit gegen den Antrag, eine völlig unnötig gewordene Sonderratssitzung zu vermeiden. Dazu wollte sich Volker Ebeling nicht äußern. Zur Überraschung der Politiker, Fans und Zuhörer stimmte er dann aber mit den 15 anderen Ausschussmitgliedern für den Verwaltungsvorschlag, die 10.500 Zuschauer fassende Sportstätte durch die Investition von 570.000 Euro in den nächsten drei Jahren sicherheitstechnisch auf dem Stand der Viertliga-Tauglichkeit zu halten. Die Summe ist zunächst mit einem Sperrvermerk versehen, da noch Daten für eine Sanierung der Tribüne ermittelt werden sollen.

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