Ronny Blaschke. - © FOTO: ROUVEN RIDDER
Ronny Blaschke. | © FOTO: ROUVEN RIDDER

Bielefeld Auch Nazis unter den Arminia-Fans

Vortrag des Journalisten Ronny Blaschke auf der Alm

VON ROUVEN RIDDER

Bielefeld. "Es war immer da, es war nie weg", sagt Ronny Blaschke im "Sechzehner" der Schüco-Arena. Das Bielefelder Fanprojekt hatte den 31-jährigen Berliner Sportjournalisten und Buchautoren ("Angriff von Rechtsaußen – Wie Neonazis den Fußball missbrauchen") eingeladen, um mit ihm über die Präsenz von Rechtsextremismus innerhalb der Fußballfanszene zu diskutieren.
Gerade der Fußballsport, bei dem ständig Grenzen gegenüber dem Gegner gezogen und wo ein Männlichkeitskult zelebriert werde, sei anziehend für Neonazis, so Blaschke.

Beliebt sei dabei stets das Argument des "Unpolitischen": Da Sportveranstaltungen an sich nicht politisch seien, begründeten Rechtsextreme ihren Aufenthalt im Stadion hiermit – als bloße Zuschauer. Mit reichlich Fotobeweisen konnte Blaschke aber belegen, dass die Fußballstadien von rechtsextremer Symbolik wahrlich nicht frei sind: Mehrfach tauchten in seinem Lichtbildervortrag Parolen in Runenschrift oder Kleidungsstücke, die der rechten Szene zuzuordnen sind, auf den Zuschauerrängen auf.

Jörg Hansmeier vom Fanprojekt konnte nicht leugnen, dass sich auch Nazis unter den Arminia-Fans tummeln. "Aber es sind relativ wenige. Eine wirklich offen rechte Szene ist nicht da." Arminias Fanbetreuer Thomas Brinkmeier ergänzte: "Marken wie Thor Steinar sind laut Stadionsatzung verboten. Aber es kann vorkommen, dass Sicherheitsmitarbeiter sie nicht sofort eindeutig erkennen." Von allen wurde zur Bekämpfung die Selbstregulierung und eine positive Fankultur für wichtig erachtet. Charles Schwede, Vorstandsmitglied des bekennend unpolitischen Fanclubs "The Firm": "In unseren Blöcken sorgen wir für Ruhe und beziehen klare Haltung gegen Rassismus."

Berichtigung: Der Fanclub ist nicht - wie zunächst dargestellt - "bekennend links", sondern versteht sich als unpolitisch.

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