BIELEFELD Ex-Grand-Prix-Sängerin Bianca Shomburg: "Lena polarisiert"

Interview über den Eurovision Song Contest

13.05.2011 | Stand 13.05.2011, 15:23 Uhr |
Die Countrysängerin Bianca Shomburg hat mit der Musik auch ihren Kleiderstil gewechselt. Die Künstlerin trägt vieles, was man aus Western kennt, vor allem Jeans. - © FOTO: NW
Die Countrysängerin Bianca Shomburg hat mit der Musik auch ihren Kleiderstil gewechselt. Die Künstlerin trägt vieles, was man aus Western kennt, vor allem Jeans. | © FOTO: NW

Bielefeld. Das waren noch Zeiten. Als der Eurovision Song Contest noch Grand Prix hieß und eine Bielefelderin für Deutschland in Dublin antrat. Ihr Name: Bianca Shomburg. Mit der Sängerin, die sich heute Shomburg nennt, sprach Heidi Hagen-Pekdemir über Lena, ihr Lied und die Veranstaltung am Samstag in Düsseldorf.

Frau Shomburg, was machen Sie Samstagabend?
SHOMBURG: Ich gebe ein Konzert in Detmold.

Ziemlich weit weg von Düsseldorf. Dann kriegen Sie vom Grand Prix wohl nicht allzu viel mit?
SHOMBURG: Na ja, mit meinem iPhone und mit meinen Gedanken bin ich wohl doch dabei.

Links zum Thema
http://quiz.nw-news.de/deutschland_beim_eurovision_song_contest', 'width=930,height=630'); return false">Hier geht's zum Grand-Prix-Quiz

Ihre Erinnerungen an den Grand Prix 1997? Damals kamen Sie mit Ihrem Beitrag "It’s My Time" in Dublin auf Platz 18.
SHOMBURG: Es war eine sehr aufregende Zeit, in der ich sehr viele Erfahrungen im Musikbusiness sammeln konnte. Zu erfahren, wie diese gesamte Medien- und Musikmaschinerie funktioniert, hat mich auf der einen Seite beeindruckt, auf der anderen Seite aber auch vorsichtig werden lassen. Es wird viel versprochen und viel geredet. Ich erinnere mich aber immer sehr gerne daran zurück und bin nach wie vor stolz darauf, Deutschland vertreten zu haben.

Welche Chancen hat Ihrer Meinung nach "Taken By A Stranger", das Lied, mit dem Lena in den Wettbewerb geht?
SHOMBURG: Das ist ganz schwer vorherzusagen. Entweder schafft sie es unter die ersten zehn, oder sie landet irgendwo ganz weit hinten. Für mich gibt es nur diese beiden extremen Platzierungen.
Zwei Extreme – das spiegelt sich auch in der Stimmung des Publikums wider. Lena polarisiert. Von etwa der Hälfte des Publikums erfährt sie als Gewinnerin des Jahres 2010 uneingeschränkte Zustimmung. Die andere Hälfte wendet sich ab – so nach dem Motto "Die schon wieder".

Und Ihr ganz persönlicher Eindruck? Mögen Sie "Taken By A Stranger"?
SHOMBURG: Ja doch, das Lied gefällt mir. Doch richtig gut fand ich es allerdings erst, nachdem ich es drei- bis viermal gehört hatte.

Information

ZUR PERSON

  • Bianca Shomburg kam 1974 in Bielefeld zur Welt.
  • 1996 beteiligte sich die damalige Beamtin an der European Soundmix Show von Linda de Mol. Mit dem Celine-Dion-Titel "Think Twice" kam sie auf Platz 1.
  • 1997 folgte die Teilnahme am Grand Prix in Dublin. Shomburg schaffte es auf Platz 18.
  • In den folgenden Jahren trat Shomburg mit der Gruppe "United Voices" auf.
  • 2008 gründete sie mit Ehemann Björn Diewald die Gruppe "Nashville".
  • Das Paar lebt mit seinem Sohn in Borgholzhausen.

Das empfinden viele ähnlich wie Sie. Was macht dieses Lied so schwierig?
SHOMBURG: Der Song ist problematisch, weil er sich nicht in diese Mainstream-Nummern einreihen lässt. Das ist kein Ohrwurm, bei dem jeder gleich mitsummt oder -trällert.
Als Grand-Prix-Beitrag wirkt dieses etwas geheimnisvoll anmutende Lied auf mich experimentell.

Sie selbst haben das Genre mittlerweile gewechselt. Ihr Metier ist die eingängige Countrymusik.
SHOMBURG: Seit drei Jahren. Im August 2008 haben mein Mann und ich die Gruppe "Nashville" gegründet. Man kann uns live erleben und auf Tonträgern. Gerade arbeiten wir an unserem neuen Album "Ticket like Country".
Das soll, bitte Daumen drücken, im Herbst erscheinen. Außerdem sind wir mit zwei weiteren Musikern als Partyband "Graffiti" auf unterschiedlichen Veranstaltungen nicht nur in der Region unterwegs.

Da bleibt nur wenig Zeit für Ihr Söhnchen Daniel?
SHOMBURG: Das geht in Ordnung. Tagsüber ist er ständig bei uns. Mit seinen anderthalb Jahren hält er uns gut auf Trab. Am liebsten kommt er mit uns ins Tonstudio. Sobald er Musik hört, beginnt er zu tanzen. Nur wenn wir irgendwo auftreten, kommt Daniel zu Oma und Opa.

Copyright © Neue Westfälische 2019
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group