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Adolf Kampeter zeigt's an: Der Caritas-Flachbau bleibt, das alte Hotel samt Anbauten erwartet der Abriss. - © Barbara Franke
Adolf Kampeter zeigt's an: Der Caritas-Flachbau bleibt, das alte Hotel samt Anbauten erwartet der Abriss. | © Barbara Franke

Bielefeld Abriss geplant: Bekanntes Bielefelder Hotel macht Platz für Einzelhandel

"Zur Spitze": Auf die Gastronomie folgt jetzt das Hotel. Die Familien-Dynastie Kampeter erfindet sich neu an alter Stelle - mit Drogeriemarkt und barrierefreien Appartements

Stefan Becker
10.10.2019 | Stand 10.10.2019, 12:22 Uhr

Bielefeld. Strategie-Wechsel im Haus Kampeter: Der Familienbetrieb in Senne will sein Hotel "Zur Spitze" samt den zur Straße Am Waldbad verlaufenden Anbauten abreißen und an der historischen Stelle an der Windelsbleicher Straße einen Neubau errichten mit geteilter Nutzung. "Ins Erdgeschoss will der Drogeriemarkt Rossmann einziehen, die Zusage des Unternehmens haben wir bereits und in den beiden Geschossen darüber planen wir barrierefreie Appartements", sagt Adolf Kampeter. Zusammen mit seiner Frau Anke managt er das Hotel, das sich schon vor einem Jahr von seiner traditionellen Gastronomie verabschiedet hatte. Die renovierten Räume vermieten die Kampeters seitdem an die Caritas, die dort eine Tagespflege betreibt. Klassisches Hotel verschwindet Und jetzt verschwindet also auch das klassische Hotel. Mehrere Zimmer über der Caritas sollen als Pension weiterbestehen. Man habe lange überlegt, ob eine Modernisierung des Hauses möglich sei, so Kampeter, doch sei die Immobilie im Laufe ihres Bestehens so oft umgebaut worden, dass mittlerweile keine Wand mehr versetzt werden dürfte. Selbst die noch im Angebot befindlichen zehn Zimmer seien alle komplett unterschiedlch. Darum der Entschluss zum Abriss samt Neubau. Als möglichen Termin für die Arbeiten samt Baubeginn nennt der Besitzer das kommende Frühjahr. Allerdings unter Vorbehalt: "Wir würden gerne im März oder April beginnen, doch müssen wir erst einmal auf die Entscheidung der Verwaltung warten, ob die eingereichten Pläne in der Form genehmigt werden", sagt Kampeter. Die Zustimmung der örtlichen Politik sei bereits sicher. Barrierefreie Appartements Da für das ganze Areal kein Bebauungsplan bestehe, müsse alles individuell entschieden werden. Die Ingenieurs-Gesellschaft Lankowski aus Bielefeld sei mit der gesamten Planung des Projekts beauftragt. Die Front des Neubaus würde sich demnach bis zum Ende des jetzigen Rondells erstrecken. Der noch bis zur Kreuzung reichende Anbau, einstige Stallungen des ehemaligen Bauernhofes, würde ersatzlos verschwinden. Über den Räumen für den Einzelhandel sollen auf zwei Geschossen barrierefreie Appartements entstehen, so der Bauherr in spe. Die Familie habe auch über die Errichtung von förderungswürdigen Sozialwohnungen nachgedacht, so Kampeter, doch sei das Projekt bei den aktuellen Baukosten mit einer Miete von 5,50 Euro pro Quadratmeter nicht refinanzierbar. Zu dem Neubau kämen dann noch 20 Parkplätze für die Appartements, die Tagespflege und den Drogeriemarkt. Nach dem Abriss aller redundanten Bauten bliebe dann nahe der Kreuzung noch weiterer Platz für Neues. Unter anderem auch für weitere Wohnungen. Doch da gebe es noch keine konkreten Pläne, so Kampeter. "Den Umbau mit der Caritas haben wir realisiert, jetzt arbeiten wir für den Rossmann-Neubau und danach widmen wir uns dem nächsten Projekt - das könnte durchaus ein Mehrfamilienhaus sein - Fläche ist ja da." Präsentation in Bezirksvertretung Mit Blick auf die angrenzende Kreuzung überlegen die Verkehrsplaner schon seit geraumer Zeit, diese in einen Kreisverkehr zu verwandeln. Der sei definitiv leiser, so Kampeter, und genug Grund besäße die Stadt auch für den dessen Bau. Allein die bestehenden Straßenverläufe seien wohl suboptimal für die Lösung - weil sich die Straßen Am Waldbad und Friedrichsdorfer Straße nicht direkt gegenüberliegen. Was die Verkehrsplaner beschäftigt, kümmert den Einzelhandel nur wenig. Denn schon bald könnte dem geplanten Rossmann Drogeriemarkt ein Discounter des Unternehmens Aldi schräg gegenüber liegen. Diese Konstellation wäre für die Familie Kampeter auch mit reduzierten Gäste-Betrieb spitze. Am Donnerstag um 18 Uhr will die Bezirksvertretung in im Sennesaal weitere Pläne zum Aldi-Projekt vorstellen.

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