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Chemikalie in Logistikhalle ausgelaufen: Die Einsatzkäfte der Feuerwehr durften sich dem Sack nur mit entsprechenden Schutzanzügen nähern. - © Jens Reichenbach
Chemikalie in Logistikhalle ausgelaufen: Die Einsatzkäfte der Feuerwehr durften sich dem Sack nur mit entsprechenden Schutzanzügen nähern. | © Jens Reichenbach

Bielefeld Bielefelder Feuerwehr im Gefahrguteinsatz - drei Arbeiter verletzt

Arbeiter hantiert mit beschädigtem Sack. Chemikalie gerät in sein Gesicht. Rettungsdienst und Feuerwehr mit starken Kräften vor Ort

Jens Reichenbach
16.08.2019 | Stand 16.08.2019, 18:00 Uhr |

Bielefeld. Großer Feuerwehreinsatz in Oldentrup: Auf dem Gelände eines Logistikunternehmens an der Friedrich-Hagemann-Straße ist nach Angaben von Feuerwehr und Polizei Gefahrgut ausgetreten. Drei Arbeiter, die damit in Kontakt kamen, mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Chemikaliensalz weht Arbeiter beim Wegfegen ins Gesicht Wie Feuerwehrsprecher Frank Klumpe mitteilte, war einem Arbeiter in der Logistikhalle sieben beschädigte 25-Kilo-Säcke mit einem Chemikaliensalz auf einem Lastwagen aufgefallen. Weil dem Arbeiter beim Auffegen Staub dieses Salzes ins Gesicht wehte, wurden gegen 9.15 Uhr Rettungsdienst und Feuerwehr alarmiert. Die Berufsfeuerwehr führte eine Not-Dekontamination durch. Das heißt, die Kleidung wurde umgehend entfernt und der Arbeiter schnellstmöglich gesäubert. Vier weitere Kollegen, die in unmittelbarer Nähe gearbeitet haben, wurden ebenfalls vom Rettungsdienst überprüft. Während der erste Arbeiter sofort über Übelkeit klagte, wurden bei den übrigen zunächst keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen festgestellt. Eineinhalb Stunden später meldeten sich allerdings zwei weitere Arbeiter mit Hautreizungen. Natriumsulfid wird zur ätzenden Säure In dem Sack befand sich Natriumsulfid. Nach Angaben des Chemikers und Feuerwehrsprechers Frank Klumpe reagiert das Salz in Zusammenhang mit Feuchtigkeit zu giftigem und ätzenden Schwefelwasserstoff. Das stinkt nach faulen Eiern. Diese Säure wäre akut gesundheitsgefährdend. Eine Notärztin versorgte daher den Mann nach der Dekontamination, der Rettungsdienst brachte ihn ins Krankenhaus. Trotzdem gilt er als leicht verletzt. Die Polizei sprach davon, dass der Mann Glück gehabt habe. Später wurden auch die beiden anderen Arbeiten zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gefahren. Natriumsulfid wird in Gerbereien zur Tierhaar-Entfernung für Leder eingesetzt, zur Einfärbung von Glas und in Müllverbrennungsanlagen zur Reinigung von Rauchgasen. Betrieb ruht seit 8 Uhr Die Feuerwehr eilte mit einer großen ABC-Einheit zum Einsatzort. Neben der Berufsfeuerwehr sind auch viele Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr vor Ort, die für die Gefahrgut-Erkundung und die Dekontaminationsstelle zuständig sind, die für die Einsatzkräfte eingerichtet wurde. Die Halle wurde direkt nach der ersten Meldung an den Betriebsleiter evakuiert, es gibt ihm zufolge keine weiteren Verletzten. Allerdings ruht der Betrieb seit etwa 8.30 Uhr. Feuerwehrleute arbeiten in Chemikalien-Schutzanzügen Feuerwehrleute durften sich anschließend nur in speziellen Chemikalien-Schutzanzügen dem beschädigten Sack nähern. Sie nahmen das ausgetretene Salz auf und sicherten die sieben beschädigten Säcke, damit eine Spezialfirma die Substanz später fachgerecht entsorgen konnte. Die Arbeiten der Feuerwehr dauerten am Ende noch bis 13.20 Uhr. Anschließend übernahm die Polizei die Untersuchung des Sachverhalts und der Umstände, die zu dem Vorfall geführt haben. Die Feuerwehr war insgesamt mit 95 Einsatzkräften im Einsatz - neben Mitgliedern der Berufsfeuerwehr waren auch freiwillige Kräfte der Löschabteilungen Heepen, Eckardtsheim, Lämershagen, Milse, Mitte, Niederdornberg-Deppendorf, Ost und West involviert. Der Verpflegungszug Jöllenbeck sorgte für eine Getränkeversorgung während des lnagwierigen Einsatzes.

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