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Neuheit in Bielefeld? Das Palladium steht kurz vor der Eröffnung, ältere Bielefelder erinnern sich an Stripclubs wie den Fürstenhof und den Club Atlantik. - © Jens Reichenbach
Neuheit in Bielefeld? Das Palladium steht kurz vor der Eröffnung, ältere Bielefelder erinnern sich an Stripclubs wie den Fürstenhof und den Club Atlantik. | © Jens Reichenbach

Bielefeld Erotische Shows: Bielefelds erste Tabledance-Bar eröffnet

Während sich viele Bielefelder fragen, was an der Feilenstraße entsteht, schwelgen ältere Bielefelder in Erinnerungen an den Fürstenhof oder das Atlantik

Jens Reichenbach
14.08.2019 | Stand 15.08.2019, 07:16 Uhr

Bielefeld. Klammheimlich ist im Untergeschoss der ehemaligen Wäschefabrik "Dornbusch" an der Feilenstraße - zwischen dem Cinestar-Kino und den Restaurants des alten Industriegebäudes - ein neues Nachtlokal entstanden. Wie berichtet, soll dort in Kürze erstmals in Bielefeld Striptease und Tabledance zu sehen sein. Wie der Betreiber der Palladium-Bar nun mitteilte, ist die Bauphase abgeschlossen, die letzten Vorbereitungen werden getroffen und das Ordnungsamt hat die nötige Genehmigung erteilt. "Am Samstag, 17. August, öffnet das Palladium um 21 Uhr erstmals seine Tore", heißt es in einer Pressemitteilung. Der Betreiber verspricht eine erotische Show mit internationalen Tänzerinnen und Tänzern. Sogar ein Film über eine Bielefelder Stripperin existiert Doch ist Striptease und Tabledance wirklich eine Neuheit für das bisher so unbefleckte Bielefeld? Mitnichten. Ein Leser erinnert sich: "Bis in die 1960er Jahre gab es den Fürstenhof an der Niedernstraße und den Club Atlantik neben dem Bunker Ulmenwall." Andere berichten von einer "wilden Zeit" in den 50er Jahren, als noch Nachtlokale wie das Atlantik, das Trocadero, die Deele und eben der Fürstenhof, der sich mitten in der Altstadt befand, die Innenstadt auf andere Art belebten. Pikant: Der Fürstenhof lag in unmittelbarer Nähe zur Altstädter Nicolaikirche. Das Atlantik an der Kreuzstraße, in dessen Gebäude heute ein Restaurant thailändische Speisen anbietet, lag in nächster Nachbarschaft zur Neustädter Marienkirche. 1974 entstand unter dem Titel "Sex im Rampenlicht" sogar ein Film des Bielefelder Filmemachers Gunther Wolf über den Alltag einer Stripperin im Club Atlantik. Im Jahr 2000 tauchten Pläne für einen Dollhouse-Stripclub auf Doch dann verschwanden die Rotlicht-Lokale aus der Bielefelder Innenstadt. In den Jahren 2000/2001 tauchten von Investoren nochmals Pläne auf, wonach im ehemaligen Skala-Kino an der Herforder Straße ein Dollhouse-Stripclub nach Reeperbahn-Vorbild etabliert werden sollte. Doch das Tabledance-Konzept wurde - trotz grünen Lichts der Politik - nach kurzer Zeit wieder verworfen. Seitdem gab es kein ähnliches Angebot mehr in der Stadt. Oder vielleicht auch nicht den Bedarf? Der Geschäftsführer des Palladium, der in Osnabrück eine ähnliche Bar betreibt, nennt eine seine Zielgruppen: Junggesellenabschiede, Firmen- und Weihnachtsfeiern oder Männerabende. Antrag für Striptease-Club liegt der Behörde nicht vor An der Feilenstraße soll nun erotischer Tabledance oder Pole-Dance (Akrobatik an der Stange) gezeigt werden. „Komplett ausziehen ist bei uns verboten", sagt der Betreiber. Wie berichtet, liegt dem Ordnungsamt lediglich der Antrag für ein Etablissement vor, in dem Pole-Dance angeboten werden soll, erklärt Christiane Krumbholz, Leiterin des Geschäftsbereichs Ordnung, Sicherheit und Gewerbe. Denn auch solche Tanzdarbietungen sind genauso wie der Ausschank von Alkohol von der Stadt zu genehmigen. Ein Antrag für einen richtigen Striptease-Club hat der Stadt hingegen nicht vorgelegen, so Krumbholz.

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