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Die Mordkommission Theenhausen ermittelt in einem Einfamiliehaus, nachdem ein Freund der Familie dort drei Leichen gefunden hatte. - © Marc Uthmann
Die Mordkommission Theenhausen ermittelt in einem Einfamiliehaus, nachdem ein Freund der Familie dort drei Leichen gefunden hatte. | © Marc Uthmann

Werther/Bielefeld Bielefelder tötet Eltern in Werther: Obduktionsergebnis bringt Klarheit

Rechtsmediziner bestätigen Verdacht der Mordkommission. Ermittler schließen Erwürgen als Todesursache aus

Claus Meyer
12.07.2019 | Stand 12.07.2019, 12:22 Uhr |
Marc Uthmann

Jens Reichenbach

Werther/Bielefeld. Die Obduktion der drei Leichen, die ein Freund der Familie am Mittwoch in einem Haus in Werther-Theenhausen fand, ist nun abgeschlossen. Wie Staatsanwaltschaft und Polizei gemeinsam mitteilten, brachte die Obduktion am Donnerstag eine Bestätigung des bisherigen Verdachts. "Die Rechtsmediziner haben Feststellungen getroffen, die den bisherigen Verdacht erhärten, dass der 55-jährige Bielefelder zunächst seine Eltern tötete und anschließend Suizid beging", heißt es in einer kurzen Mitteilung der Behörden. Die Rechtsmediziner konnten dabei die genaue Todesursache feststellen, Staatsanwalt Veit Walter möchte aber zum Schutz der Angehörigen keine weiteren Details dazu veröffentlichen. "Das Ehepaar wurde nicht erwürgt" Lediglich eines räumt der ermittelnde Staatsanwalt ein: "Das Ehepaar wurde nicht erwürgt." Wie berichtet, haben die Ermittler der Mordkommission Theenhausen schnell den Verdacht geäußert, dass der Sohn des betagten Ehepaares seine Eltern getötet habe. Aus gut unterrichteten Kreisen war zu vernehmen, dass der 55-Jährige seinen 93-jährigen Vater und seine 87-jährige Mutter mit einem Messer getötet haben soll. Anschließend rief der Bielefelder einen guten Freund an, und bat ihn mit den Worten "Ich habe Scheiße gebaut", zu seinem Eltern zu fahren. Kurze Zeit später fand dieser Freund nicht nur die getöteten Eltern in dem Haus. Er fand auch den Freund, der sich im Keller das Leben genommen haben soll. Die Rechtsmediziner konnten bei der Obduktion außerdem einen weiteren Tatbeteiligten ausschließen. "Auch durch die weiter durchgeführten Ermittlungen haben sich keine Hinweise darauf ergeben, dass eine andere bisher unbekannte Person ursächlich für den Tod der drei Personen war", heißt es in der Mitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei. Während für die Ermittler der Mordkommission ein immer dichteres Bild des Tatgeschehens entsteht, bleibt in der Nachbarschaft das Entsetzen über eine Tat, die niemand verstehen kann. Der Sohn (55), der aufgrund seiner Krebserkrankung nicht mehr arbeitete, kümmerte sich schon lange intensiv um seine Eltern. Dabei kam es auch zu Streit zwischen den hilfsbedürftigen Eltern und ihm. Dass so ein Streit aber tödlich enden würde, war nicht abzusehen. Erst wenige Wochen zuvor hatte die gesamte Familie noch den Geburtstag des 93-jährigen Vaters und Großvaters gefeiert. Der 55-Jährige Sohn hinterlässt eine Ehefrau und drei erwachsene Töchter.

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