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Mit Pfand-Bechern und Holzbrettern im Kampf gegen den Müll: Erwin Görke, Ingeborg Schiller und Sükrü Deniz (v. l.). - © Wolfgang Rudolf
Mit Pfand-Bechern und Holzbrettern im Kampf gegen den Müll: Erwin Görke, Ingeborg Schiller und Sükrü Deniz (v. l.). | © Wolfgang Rudolf

Bielefeld Bielefelder Freibad setzt dem Verpackungsirrsinn ein Ende

Freibäder sind Wegwerf-Orte: Becher, Plastikflaschen, Pizza- und Pommesboxen sind alles andere als nachhaltig. In Dornberg geht man jetzt mit guten Ideen dagegen an.

Ariane Mönikes
01.06.2019 | Stand 01.06.2019, 18:44 Uhr

Bielefeld. Das Freibad Dornberg setzt dem Verpackungsirrsinn ein Ende: Getränke gibt's dort jetzt nur noch in Pfand-Bechern, die Pizza kommt auf dem Holzbrett. "Wir haben uns schon lange Gedanken darüber gemacht, wie wir den Müll reduzieren können", sagt Susanne Hahn, zweite Vorsitzende des Freibad-Fördervereins. "Vermeiden können wir ihn nicht - aber das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung." Denn zwei Mal in der Woche war in der vergangenen Saison ein großer Müll-Container abgeholt worden. Zu viel, findet der Förderverein. Während der Winterpause haben sich der Vorstand und Sükrü Deniz, Pächter des Freibad-Kiosks und Inhaber des Kavala-Grills, zusammengesetzt und ein Konzept entwickelt, wie mit dem Verpackungsmüll Schluss sein kann. Getränke nur noch in Mehrwegbechern In dieser Saison werden Getränke nur noch in Mehrwegbechern ausgeschenkt, Heißgetränke wie Kaffee gibt es in schwarzen 0,2-Liter-Gefäßen, Kaltgetränke im grünen 0,3-Liter Becher. Die Besucher bezahlen 1 Euro Pfand, den sie bei Abgabe des Bechers zurückbekommen, sagt Erwin Görke, Beisitzer im Förderverein. 200 große und 100 kleine Becher haben die Dornberger besorgt. Sie kommen von der Firma "Fair Cup" aus Göttingen. "Sie sind aus 100 Prozent recycelfähigem Kunststoff ohne Zusatzstoffe wie Melanin", sagt Hahn. Nachhaltige Lösung für die Pizza Auch, wer sich beim "Kavala Grill" künftig Pizza ins Freibad bestellen will, muss kein schlechtes Gewissen mehr haben, dass der Pappkarton schnell wieder auf dem Müllhaufen landet: Die bestellten Pizzen werden in wiederverwertbaren Schachteln im Freibad angeliefert, erklärt Deniz. Gegen eine Pfandgebühr von 2 Euro bekommen die Besucher die Pizza dann auf einem Holzbrett. 40 davon hat Deniz angeschafft. Neue Spülmaschine für den Kiosk "Wir freuen uns, dass Sükrü Deniz dem Thema so viel Beachtung schenkt", sagt Erwin Görke. Damit die Becher auch schnell wieder sauber werden, hat der Förderverein in eine spezielle Spülmaschine zur Reinigung der Gefäße investiert. Pommes wird es allerdings weiterhin in der Pappschale geben, sagt Deniz. "Wir starten erstmal mit Pizza, dann werden wir weitersehen." Wer sagt in Bielefeld dem Müll noch alles den Kampf an? Schreibt es uns: bielefeld@nw.de

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