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Das entscheidende Schild für den kommenden Straßenabschnitt ist durch Bagger kaum zu sehen. Trotzdem wartet hinten Laserblitzer Bernhard. - © Jens Reichenbach
Das entscheidende Schild für den kommenden Straßenabschnitt ist durch Bagger kaum zu sehen. Trotzdem wartet hinten Laserblitzer Bernhard. | © Jens Reichenbach

Bielefeld Bagger verdecken Schild - Bielefelder Blitzerfotos ungültig

Alle Tempoverstöße verfallen, die Blitzer Bernhard am Freitag von 7 bis 12 Uhr in der Ravensberger Straße erfasst hat. Ordnungsamt fürchtet sonst Widerspruchswelle

Jens Reichenbach
18.05.2019 | Stand 17.05.2019, 21:31 Uhr |

Bielefeld. Es ist erst seine erste Station und schon gibt es Probleme rund um "Blitzer Bernhard". Seit dem 7. Mai steht Bielefelds neuer, dunkler Anhänger-Blitzer an der Ravensberger Straße, zwischen August-Bebel- und Teutoburger Straße. Es ist ein verkehrsberuhigter Bereich („Spielstraße", Höchsttempo 10 km/h). Doch genau dieses Schild war zumindest vorübergehend nicht gut zu sehen. Denn zwei Bagger von der Großbaustelle an der August-Bebel-Straße verdeckten am Freitag das entscheidende Schild, so war es zumindest am Vormittag. Stefan Heiermann vom Ordnungsamt kündigte daraufhin an, sämtliche Vorgänge vom Freitag, die Blitzer Bernhard zwischen 7 und 12 Uhr erfasst hat, verfallen zu lassen. "Wir machen das prophylaktisch." Denn in so einem Fall sind zahlreiche Einspruchsverfahren zu befürchten - vermutlich auch mit guten Erfolgsaussichten. Direkt vor dem Schild wurde ein Schacht ausgehoben Nicht zum ersten Mal muss das Ordnungsamt nun Fotos von Temposündern verfallen lassen. Im August 2018 hatte Bernhards Vorgänger Blitzer Bernd 7.000 Tempoverstöße in der 30er-Zone an der Babenhauser Straße erfasst. Weil aber zwei Verkehrsschilder fehlten, mussten alle Fotos wieder gelöscht werden. Bestand die Sichtbehinderung die ganze Zeit? Nach Angaben der Bauarbeiter haben sie erst am Donnerstag direkt vor dem Straßenschild „verkehrsberuhigter Bereich" einen Schacht ausgegraben. Baustellentätigkeit allein lässt Stefan Heiermann vom Ordnungsamt nicht gelten, um die Tempokontrollen grundsätzlich zu hinterfragen. Weil am Freitag aber tatsächlich zwei Bagger vor dem Schild parkten, musste er zumindest für diesen Zeitraum reagieren: „Das Schild war wirklich schlecht zu sehen. Der Baggerfahrer hat uns versichert, dass er erst am Freitag seit 7 Uhr dort parkte." Um 12 Uhr war das Schild wieder frei. "Warum liegen die wie Wegelagerer dort, wo überall Baustelle ist?" Der Bielefelder Frank-Michael Frensen ist schon deutlich früher geblitzt in der Ravensberger Straße worden. Er reagierte trotzdem sauer: „Ich hatte das Spielstraßen-Schild einfach nicht gesehen, ich musste ja auf die Baustellenschilder achten und plötzlich blitzt es. Warum liegen die wie Wegelagerer dort, wo überall Baustelle ist?" Tatsächlich hatte das Ordnungsamt auf Anwohner-Beschwerden reagiert, weil viele Autofahrer diesen Bereich der Ravensberger Straße eben nicht im Schritttempo befahren. Bei einer ersten Messung - noch ohne Bernhard - hatte der Laser in der Spielstraße 1.400 Fahrzeuge mit Tempo 20 oder schneller abgetastet. 40 Prozent der Temposünder waren damals übrigens Radler. Frensen ist dennoch nicht zufrieden: "Wie kann eine Straße, die Baustelle ist, gleichzeitig eine Spielstraße sein, auf der Kinder spielen dürfen?" Das Amt für Verkehr erklärt dazu, dass trotz Baustelle die Spielstraße Spielstraße bleibe. Für Baustellen werde ja meist das Tempo heruntergeregelt. Es wäre nicht sinnvoll, das Tempo hier für die Bauphase zu erhöhen. Neuer Blitzer-Standort ab Montag Für Blitzer Bernhard ist seine Arbeit an der Ravensberger Straße ohnehin getan. Er wird am Samstag abgeholt und aufgeladen. Am Montag dürfte er dann seine zweite Station kennenlernen.

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