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Die Stadtbibliothek am Neumarkt: Bisher ist sie sonntags geschlossen. Durch ein neues Gesetzt könnte die Öffnung künftig möglich werden. - © Archiv
Die Stadtbibliothek am Neumarkt: Bisher ist sie sonntags geschlossen. Durch ein neues Gesetzt könnte die Öffnung künftig möglich werden. | © Archiv

Bielefeld Stadtbibliothek soll sonntags öffnen - was halten die Bielefelder davon?

Zusätzliche Dienstzeiten sollen Berufstätigen entgegenkommen

Sebastian Kaiser
08.05.2019 | Stand 08.05.2019, 17:54 Uhr |

Bielefeld. In den Stadtbibliotheken geht es längst nicht mehr nur darum, Bücher, CD’s oder Filme auszuleihen. Dort gibt es Kulturangebote und Computerkurse, Weiterbildungsangebote oder Spielerunden. "Doch gegenüber Museen, Theatern oder Kinos ist die Bibliothek im Nachteil", sagt die FDP. Denn sie bleibt sonntags geschlossen. Das wollen die Liberalen ändern. Bisher ist kommunalen Bibliotheken die Öffnung an Sonntagen nicht erlaubt. Daher setzt die Partei auf eine Gesetzesinitiative der NRW-Landtagsmehrheit. CDU und FDP wollen durch eine Änderung des Kulturförderungsgesetzes und der Bedarfsgewerbeverordnung künftig Sonntagsöffnungen ermöglichen, sagt Laura von Schubert. Die Liberalen hoffen, dass ein Bibliothekenstärkungsgesetz spätestens im Herbst in Kraft tritt. "Auch in den Abendstunden sind die Öffnungszeiten unzureichend" Da die Bibliothek nur 32 Stunden pro Woche geöffnet sei, wünschen sie sich auch eine Verlängerung der Dienstzeiten an Samstagen. "Und auch in den Abendstunden sind die Öffnungszeiten unzureichend", sagt FDP-Vorsitzender Jan Maik Schlifter. Vergleichbare Häuser in Münster, Dortmund oder Hamm hätten länger geöffnet. Damit die Bielefelder auch Sonntags die Bibliothek am Neumarkt nutzen können, solle dort ähnlich wie in der Stadtteilbücherei in Sennestadt auf Fachpersonal verzichtet werden. "Lediglich ein Sicherheitsdienst könnte sonntags notwendig sein", sagt Laura von Schubert. Mit dem Open-Library-Modell hat die Stadtbibliothek in Sennestadt nach eigenen Angaben bisher gute Erfahrungen gemacht. Für Besucher gebe es keine Probleme, zu Diebstählen sei es bisher nicht gekommen. Vorbild könne auch eine Stadtteilbibliothek in Mönchengladbach-Rheydt sein, so die FDP. Die hat eine Sonntagsöffnung eingeführt und ist an diesem Tag zum Treffpunkt für Familien geworden. Samstags haben die Bibliotheken in Mönchengladbach zudem bis 18 Uhr geöffnet, montags bleiben sie allerdings komplett geschlossen. "Da wir von einer Gesetzesänderung ausgehen, fordern wir die Stadtverwaltung auf, schon jetzt Vorbereitungen für Öffnungszeiten zu treffen, die vor allem Berufstätigen entgegenkommen", sagt Jan Maik Schlifter. Außerdem müsse man eine mögliche Sonntagsöffnung bei der Auswahl des künftigen Bibliotheksleiters, der derzeit gesucht wird, berücksichtigen.

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