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Eingeschränkte Öffnungszeiten: Die Ernst-Hansen-Schule kämpft nach eigenen Angaben mit Vandalismus, Prostitution, Alkoholexzessen und Verschmutzungen. Werktags ab 22 Uhr, an Wochenenden und in den Ferien bleibt das Schulgelände geschlossen. - © Andreas Zobe
Eingeschränkte Öffnungszeiten: Die Ernst-Hansen-Schule kämpft nach eigenen Angaben mit Vandalismus, Prostitution, Alkoholexzessen und Verschmutzungen. Werktags ab 22 Uhr, an Wochenenden und in den Ferien bleibt das Schulgelände geschlossen. | © Andreas Zobe

Bielefeld Drogen und Prostitution auf Bielefelder Schulhöfen

Zäune und rigorose Schließzeiten sollen die Kriminalität auf den Geländen in der Nacht und an Wochenenden eindämmen. Zwei Einrichtungen haben mit einem besonderen Problem zu kämpfen

Jürgen Mahncke
09.03.2019 | Stand 09.03.2019, 17:42 Uhr

Bielefeld. Rund 40 Schulhöfe von 92 Schulen in der Stadt sind inzwischen verriegelt und verrammelt. Und es werden immer mehr Schulen, die sich abschotten und in den Nachtstunden und am Wochenende keinen Zutritt der Schulhöfe mehr gestatten. "Grund für das Abriegeln sind Vandalismus und mangelnder Respekt vor öffentlichem Raum", ärgert sich Sozialdezernent Ingo Nürnberger. Die Sportjugend Bielefeld hatte im vergangenen Herbst bereits die Frage gestellt, warum zahlreiche Spielflächen an Schulen außerhalb der Schulzeiten nicht frei zugänglich seien. Schuldezernent Udo Witthaus hat jetzt eine Vorlage für die Verwaltung erstellt, in der die Probleme der Schulen offen zutage treten. "In den letzten Jahren hat die Zahl von Vandalismusschäden an und in den Schulgebäuden, aber auch auf Schulhöfen, erheblich zugenommen. Im Kontext stehen damit Nachbarschaftsbeschwerden, die sich mit unerwünschtem Verhalten von Personen insbesondere zu Abend- und Nachtzeiten zum Beispiel durch Alkohol- und Drogenkonsum sowie Lärmentwicklung auf zum Teil attraktiv gestalteten Schulhöfen befassen", heißt es in der Vorlage. Vandalismus und Drogenkonsum Als Begründung für Einzäunung und Schließen der Schulhöfe zu bestimmten Zeiten gaben die Schulen gegenüber dem Amt unterschiedlichste Gründe an. Am häufigsten wurden dabei Vandalismus und Drogenkonsum genannt. Zwei Schulen gaben an, neben dem Problem mit Rauschgift auch mit Prostitution auf ihren Schulhöfen zu kämpfen. Dazu zählen die Ernst-Hansen-Schule im Krähenwinkel und die Kuhloschule in der Fritz-Reuter-Straße. Die Ernst-Hansen-Schule spricht gegenüber dem Schuldezernat von "Vandalismus, Prostitution, Alkoholexzessen und Verschmutzungen". Dort ist der Schulhof komplett eingezäunt. Werktags werden die Tore ab 22 Uhr durch den Hausmeister geschlossen, während des Wochenendes und in den Ferien bleiben sie generell verschlossen. An der Kuhloschule in Bielefeld-Mitte gibt es eine Teileinzäunung. Eine Schließung des Schulgeländes erfolgt im Augenblick noch nicht. Doch auch hier kämpft man mit "Vandalismus, Prostitution, Alkoholexzessen und Verschmutzung", heißt es in der Verwaltungsvorlage. Hervorzuheben sei die Problematik der Prostitution, die werktags und am Wochenende in den Nachtstunden in dunklen Ecken der Schulhöfe stattfände und teilweise den Straßenstrich ersetzte oder ergänze, erfuhr die NW aus Polizeikreisen. Rauschgift werde auf Schulhöfen verkauft Weitere 19 Schulen im Stadtgebiet gaben an, dass auf ihren Schulhöfen außerhalb der Schulzeiten mit Rauschgift konsumiert und verkauft würde. Bekannt ist, dass auch tagsüber in einigen Schulen weiche Drogen unter den Schülern verkauft werden. Eine pauschale Schließung der Schulhöfe hält Kirsten Hopster vom AWO-Kreisverband Bielefeld auf Dauer für nicht sinnvoll. Sie könne sich vorstellen, Schulgelände zu bestimmten Zeiten offen zu halten. Nicht jedes Kind habe Zugang zu Spielgeräten, mit denen viele Schulhöfe ausgestattet seien. "Die Umzäunung von Schulgrundstückflächen erfolgt stets unter Beachtung des Gebotes der Verhältnismäßigkeit und der Interessenlage der Drittnutzer", heißt es vom Schuldezernenten. Aufgrund von vielfältig gemachter Erfahrungen in der Vergangenheit müsse Störungen, die nicht durch den Schulbetrieb verursacht würden, begegnet werden. Zum Teil wünschten sich Schulleitungen eine Teil- oder Ganzeinzäunung des Schulhofes, um wertvolle Ausstattungen außerhalb des Schulbetriebs vor Vandalismus zu schützen.

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