FridayForFuture-Demo vor dem Bielefelder Rathaus: Mehr als 500 Jugendliche streikten für mehr Anstrengungen zum Schutz des Weltklimas. - © Dennis Angenendt
FridayForFuture-Demo vor dem Bielefelder Rathaus: Mehr als 500 Jugendliche streikten für mehr Anstrengungen zum Schutz des Weltklimas. | © Dennis Angenendt

Bielefeld Schüler in NRW streiken heute fürs Klima, auch in Bielefeld

500 Jugendliche demonstrieren vor dem Alten Rathaus. Deutschlandweit sollen an der Aktion #FridaysForFuture über 50 Städte teilnehmen

Ivonne Michel
18.01.2019 | Stand 18.01.2019, 15:34 Uhr

Bielefeld/Bonn. Schüler und Studierende haben in mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen am Freitag für besseren Umwelt- und Klimaschutz demonstriert. Die Polizei zählte in Bonn mehrere Hundert Teilnehmer. Auch in Bielefeld hieß es "Klimaschutz statt Unterricht": Etwa 500 Jugendliche trafen sich am Mittag um 12 Uhr am Rathaus und demonstrierten für den Klimaschutz. Wie in vielen Städten folgten sie damit dem Beispiel der schwedischen Schülerin Greta Thunberg, die seit Monaten jeden Freitag vor dem schwedischen Parlament gegen die Klimapolitik protestiert (die NW berichtete). "Advent, Advent, die Erde brennt" und "There ist no Planet B" steht auf den selbstgemalten Protestplakaten von Nike und Marla (beide 11). Die Sechstklässlerinnen vom Bodelschwingh-Gymnasium haben sich für die letzten Schulstunden, Biologie, beurlauben lassen. "Weil wir wollen, dass auch unsere Kinder und Enkelkinder nicht zwischen Müllbergen und auf einer ganz hässlichen Erde leben müssen, sondern es auch noch schön haben", sagen sie. Die Aktion der schwedischen Schülerin Greta habe sie beeindruckt. Auf YouTube haben sie sich ihre Reden angehört. "Wahnsinn, das hätte ich nie so formulieren können", sagt Nike. Lehrer hat wenig Verständnis Auch Stella Adler, Schülersprecherin vom Bielefelder Ratsgymnasium, ist mit einigen Stufenkameraden vorbei gekommen. Obwohl der Lehrer, bei dem sie Unterricht gehabt hätten, dafür nicht viel Verständnis hatte. "Aber egal, wenigsten kurz vorbei kommen und ein Zeichen setzen", sagt die 18-Jährige, die selbst sehr viel Fahrrad fährt und so das Klima schont. Organisiert haben  Leonard Schuler (18), Lea Büllersbach (18), Simon Erichsen (17, alle drei Schüler des Oberstufenkollegs) und Ajdina Demirovic (17), Schülerin aus Löhne, die Veranstaltung am Rathaus. "Lieber Grünkohl statt Braunkohle" steht auf ihrem Banner. Per WhatsApp haben sie alle Schülervertretungen kontaktiert und einen entsprechenden Link mit Infos zum Treffen weitergeleitet. Kohleausstieg sei ein aktuelles Thema, aber auch nur eine von vielen Forderungen, so Leonard Schuler. Jeden ersten Freitag im Monat weitere Aktionen geplant Ihre Meinung zum Thema Politik und Klimaschutz dürfen einzelne Teilnehmer zwischen Musik des Bandprojekts des Oberstufenkollegs übers Mikro der jubelnden Menge verkünden - und ist auf den mitgebrachten Plakaten zu lesen: "Ihr macht unsere Zukunft kaputt", "Ihr verschmutzt unser Leben", "Erderwärmung ist kein Schnee von gestern" oder "Erde: Todesursache: Burnout". Nicht jeden Freitag, aber jeden ersten Freitag im Monat, sind weitere Aktionen geplant, so die vier Organisatoren. Auch in Münster kamen  etwa 500 Demonstranten zusammen, in Düsseldorf 250 und in Köln rund 200. Die an der Aktion „Friday for Future" beteiligte Umweltschutzorganisation BUNDjugend sprach von landesweit insgesamt 3.000 Teilnehmern. Viele Schüler trugen Plakate mit Aufschriften wie „Opa, was ist ein Schneemann?" und Banner mit Appellen an die Politik, den Klimawandel einzudämmen. Schwedin Greta Thunberg (15) setzte ein Zeichen In rund 50 Städten in ganz Deutschland gingen Schüler am Freitagvormittag während der Unterrichtszeit auf die Straße. Die Aktionen folgten dem Beispiel der schwedischen Schülerin Greta Thunberg, die seit Monaten jeden Freitag vor dem schwedischen Parlament gegen die Klimapolitik protestiert. Die 16 Jahre alte Aktivistin hatte gefragt, warum sie zur Schule gehen solle, wenn ohnehin nichts getan werde, um ihre Zukunft zu sichern. Seit Mitte Dezember finden in mehreren Ländern wöchentlich solche Schulstreiks statt.Am nächsten Freitag wollen Schüler und Studierende in Berlin für einen schnellstmöglichen Kohleausstieg demonstrieren. Dort tagt am 25. Januar die Kohlekommission der Bundesregierung mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Umweltverbänden. Heute ist es soweit, wir sind in über 55 Städten in Deutschland auf der Straße. Teilt heute eure Bilder mit #FridaysForFuture. Gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft!#Youth4Climate#Endcoal#ClimateJustice — Fridays For Future Germany (@FridayForFuture) 18. Januar 2019

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