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Leider nicht: Teri Stern, 26, versucht es im nächsten Jahr noch einmal. - © Christian Mathiesen
Leider nicht: Teri Stern, 26, versucht es im nächsten Jahr noch einmal. | © Christian Mathiesen

Bielefeld Bielefelder haben auf "Deutschland sucht den Superstar" keine Lust mehr

Beim Casting auf dem Kesselbrink war nicht viel los

Catharina Luft gen. Pläsir
19.09.2018 | Stand 19.09.2018, 13:16 Uhr

Bielefeld. Es ist heiß draußen. Bei solch einem Wetter sollte man meinen, das offene Casting für "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) wäre gut besucht. Doch auf dem Kesselbrink ist nichts los. Zumindest nicht in der Mitte des Platzes, in der die Casting-Trucks stehen. Der Bereich, in dem das Casting stattfindet, ist abgesperrt. Es gibt keine Möglichkeit, hinter die Absperrung zu gelangen. Auch nicht auf Anfrage. Zwei Security-Männer stehen an der Anmeldung. Während einer von ihnen sich um die Anmeldungen kümmert, sitzt der andere lange Zeit auf seinem Hocker und hat das Handy vor der Nase. Der Rest des Teams sitzt an Laptops in einem abgetrennten Bereich. Alles scheint mit nahezu absoluter Geheimhaltung abzulaufen. Die auf die Interessierten zukommende Person drückt diesen einen Zettel in die Hand und das war's. Die wenigen Bewerber sitzen in einem offenen Zelt. Neun von 15 Stühlen sind unbesetzt. Auch vor der Absperrung an der Anmeldung ist gähnende Leere. Nach einer Stunde hat es der Erste in die nächste Runde geschafft. Konstantinos Kotsopoulos hat mit Liedern von Beyonce, Dua Lipa und Zayn die Jury überzeugt. Jetzt hat er ein neues Ziel vor Augen: "Wenn es klappt, möchte ich gewinnen." Als nächste Hürde steht aber erstmal ein erneutes Casting kommende Woche in Köln an. Die meisten Bewerber sind minderjährig Nur vereinzelt finden sich weitere Bewerber ein. Jedoch sind zu keinem Zeitpunkt alle 15 Stühle besetzt. Auffällig ist, dass die meisten minderjährig sind. Deshalb sind die paar Menschen, die sich vor der Absperrung befinden, Eltern, die auf ihre Kinder warten. Auch zwei Stunden später ist nicht wirklich was los. Nur sechs neue Bewerber sind in der Zwischenzeit aufgetaucht. Andere sind mit ihrem Casting durch und bereits verschwunden. Im Durchschnitt warten die Bewerber eine halbe Stunde auf ihren Einsatz. Jedoch kann man ihrem Auftritt nicht zusehen. Die beiden Casting-trucks stehen einander gegenüber und die Abstände zwischen den Zelten und den Trucks sind so eng, dass man nur mit Glück einen Blick auf die Performance erhaschen kann. Doch hören kann man nichts. Deshalb ist es wenig überraschend, dass es keine Zuschauer gibt. Die Bewerber, die den Castingbereich verlassen, sind unterschiedlicher Stimmung. Viele sind geknickt, andere laufen direkt weg. Eine von ihnen ist Teri Stern. Sie ist motiviert, es im nächsten Jahr nochmals zu versuchen. "Ich soll noch ein bisschen üben. Dann nehmen sie mich im nächsten Jahr mit", glaubt sie. Manch einer von ihnen war bereits nach einem Song raus. Andere tragen alle drei Songs vor und kommen nicht weiter. Bis auf drei junge Männer hat es auch nach drei Stunden keiner in die nächste Runde geschafft. Im Gespräch mit einigen der Teilnehmer lässt sich raushören, dass die Jugendlichen zum Teil zu schüchtern sind, um in die nächste Runde zu kommen. Diejenigen, die bereits Mitte zwanzig sind, haben sich eine berufliche Zukunft schaffen wollen. Eins aber haben fast alle Castingteilnehmer gemein. Ein Gespräch mit einem Youtuber, der versucht, sie von "Deutschland sucht den Superstar" abzuwerben. So folgt er der Casting-Tour seit einem Monat in die einzelnen Städte und versucht, die Leute für seine Sache zu begeistern. Er erzählt im Gespräch mit der NW von einer großen Castingshow, die über die Internetseite Youtube im nächsten Jahr laufen soll. Derzeit gibt es noch keine Inhalte.

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