Hängt im Eingangsbereich: Die neue Gedenktafel. - © Christian Weische
Hängt im Eingangsbereich: Die neue Gedenktafel. | © Christian Weische

Bielefeld Kunsthallen-Gedenktafel von Oetker: Name Kaselowsky wegen Nazi-Vergangenheit entfernt

Inschrift für Opfer des Zweiten Weltkriegs wurde neu erstellt

Dennis Rother

Bielefeld. Die Steintafel in der Eingangshalle der Kunsthalle Bielefeld ist ausgetauscht worden. Auf der neuen steht, dass die Familie Oetker den Bau der Kunsthalle im Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkriegs ermöglicht habe. Gestrichen ist der vorherige Zusatz, dass zu den Opfern Richard Kaselowsky gehörte. Damit ist der Prozess abgeschlossen, den Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) bei der Ankündigung Mitte 2016 so bezeichnete: „Der Name Richard Kaselowsky soll aus dem öffentlichen Raum entfernt werden." Der Text der Inschrift stammt laut Kunsthallen-Sprecherin Anne Kaestner von der Familie Oetker – samt der Schreibweise des Zweiten Weltkriegs mit kleinem „z". Der Austausch der Tafel geschah im Einvernehmen von Stadt und Oetker, heißt es von beiden Parteien. Das gleiche galt bereits für die Änderung eines Straßennamens: Die Kaselowskystraße heißt wieder Hochstraße. Die Aktionen basieren auf Kaselowskys Rolle im Nationalsozialismus. Der 1944 verstorbene Oetker-Chef, dessen Stiefsohn Rudolf-August Oetker war, hatte wirtschaftliche und militärische Führungspositionen. Das wurde und wird auf der Gedenktafel verschwiegen. Laut OB Clausen geht es in der Halle „um Kunst und Künstler". Besucher bräuchten keine „ablenkenden gedanklichen Anstöße".

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