Futuristisch: So könnte das Telekom-Hochhaus nach den Entwürfen von Andreas Wannenmacher und Hans-Heinrich Möller aussehen. Die Antennenanlage auf dem Dach würde zum Penthaus.
Futuristisch: So könnte das Telekom-Hochhaus nach den Entwürfen von Andreas Wannenmacher und Hans-Heinrich Möller aussehen. Die Antennenanlage auf dem Dach würde zum Penthaus.

Bielefeld Aus den Büros im Telekom-Hochhaus könnten Wohnungen werden

Höchstes Haus der Stadt: Die Architekten Wannenmacher + Möller sind mit ihrem Plan unter den Finalisten für den international renommierten Future-Projects-Award

Alexandra Buck

Bielefeld. Die Die Architekten Wannenmacher + Möller haben sich Gedanken dazu gemacht, wie man das verlassene Telekom-Hochhaus am Kesselbrink sinnvoll nutzen könnte. Ihr Vorschlag ist nun für einen Award nominiert. Sie sind Finalist für den Residential-Future-Projects-Award beim Word Architecture Festival 2017. Dies wurde am vergangenen Donnerstag bei einem Festakt in Barcelona bekannt gegeben. Bei dem in diesem Jahr zum 10. Mal ausgelobten Auszeichnungsverfahren wurden über 1.000 Arbeiten aus 68 Ländern eingereicht. Wannenmacher + Möller, die den Entwurf im letzten Jahr auf der Architekturbiennale in Venedig vorgestellt hatten, wurden von einer internationalen Jury als einer von 14 Finalisten ausgewählt. Der Entwurf sieht vor, das zum Teil leer stehende Telekom-Hochhaus umzubauen, einer Wohnnutzung zuzuführen und dabei auch den angrenzenden Kesselbrink zu beleben. Alle Finalisten sind nun eingeladen, am 15. und 16. November in Berlin ihre Entwürfe persönlich vorzustellen und dabei der Jury Rede und Antwort zu stehen. Am 17. November werden dann bei einer feierlichen Abendveranstaltung die Preisträger des Jahres bekannt gegeben. Grau und großteils ungenutzt steht das Telekom-Hochhaus da. Aus dem nüchternen Nutzbau haben die Architekten am Computer einen futuristischen Wohnungskomplex mitten in der Stadt gemacht, mit Wintergärten und viel Grün. Die Architekten beschäftigten sich damit, wie urbaner Wohnraum in Zeiten aussehen könnte, in denen einerseits Neuankömmlinge untergebracht werden müssen, andererseits sozialer Wohnungsbau fehlt. Außerdem wird die hiesige Bevölkerung immer älter und der Trend geht zu Single-Haushalten. „Statt in Außenbezirken neu zu bauen, haben wir uns auf innerstädtische Verdichtung konzentriert", sagte Andreas Wannenmacher im vergangenen Jahr. Freie Flächen gibt’s dort kaum, also ging’s in die Höhe. „Gedankliches Experimentieren" nannte es Hans-Heinrich Möller. Unter anderem haben die Architekten außerdem ein Gebäude vor und neben dem Ritterstraßen-Parkhaus konzipiert. Einmal mehr verschwände dadurch eine Häuserschlucht. Im Erdgeschoss entstünden Gewerbeflächen, oben Wohnraum, so Wannenmacher.Ob manches davon tatsächlich umsetzbar ist? „Wir sind offen für alles", so Wannenmacher 2016.

realisiert durch evolver group