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Klosterpassage: In dem Komplex zwischen Klosterplatz, Ritter- und Goldstraße könnte eine Markthalle entstehen. Noch sind die Pläne nicht reif, die heutigen Geschäfte bleiben wie bisher geöffnet. Auf eine Aufwertung des Viertels warten viele. - © Andreas Frücht
Klosterpassage: In dem Komplex zwischen Klosterplatz, Ritter- und Goldstraße könnte eine Markthalle entstehen. Noch sind die Pläne nicht reif, die heutigen Geschäfte bleiben wie bisher geöffnet. Auf eine Aufwertung des Viertels warten viele. | © Andreas Frücht

Bielefeld Einkaufserlebnis: Pläne für Markthalle am Klosterplatz

Investoren prüfen Projekt für größeren Umbau der Klosterpassage. Schon im März starten der neue Altstadt- und der bewährte Abendmarkt

Joachim Uthmann
22.02.2017 | Stand 22.02.2017, 07:31 Uhr

Bielefeld. Die Altstadt fristete als Marktstandort bis vor Kurzem noch ein eher stiefmütterliches Dasein. Das ändert sich jetzt. Ab 4. März wird der Altstadtmarkt in der Niedernstraße dienstags und samstags den kleinen Blumen- und Obstmarkt deutlich aufwerten. Ab 30. März öffnet der Abendmarkt auf dem Klosterplatz wieder. Und die Klosterpassage könnte zu einer modernen Markthalle werden. Investoren rund um die Bielefelder Bautra-Gruppe prüfen ein solches Projekt. "Es gibt Überlegungen", bestätigt Christoph Buse, Geschäftsführender Gesellschafter der Bautra GmbH. Noch liege kein fertiges Konzept vor und sei keine Entscheidung gefallen, ob ein solches Projekt umsetzbar sei: "Wir denken noch in mehreren Richtungen." Die Investoren, die 2015 die beiden Großimmobilien am Klosterplatz, die Klosterpassage und das Gesellschaftshaus, von einem dänischen Investmentfonds gekauft haben, streben nach eigenen Angaben "eine nachthaltige Belebung und Attraktivitätssteigerung des Quartiers" an. Das Aus des Biergartens, fehlende Investitionen der Alteigentümer und die Konkurrenz des Neuen Bahnhofsviertels hatten das Klosterplatzviertel geschwächt. Frequenzbringer Eine Wochenmarkthalle wäre ein Frequenzbringer und würde einen ganz neuen Akzent setzen. "Es wäre eine Belebung des Quartiers, das strukturelle Schwächen hat", sagt der städtische Baudezernent Gregor Moss (CDU). Der Wechsel der kleinen Passage zu einer Markthalle würde allerdings auch größere Umbauten erfordern. Moss sieht aber "keine planungsrechtlichen Hemmnisse". Eine Bauvoranfrage gebe es aber noch nicht. Ob das Projekt, das nicht vor 2018/2019 zu erwarten wäre, zustande kommt, ist offen. Eine Rolle spielt es aber schon bei den Überlegungen anderer Markt- und Geschäftsbetreiber. Die Bielefeld Marketing GmbH, die ab März Altstadt- und Abendmarkt anbietet, "beobachtet die Entwicklung", wie Sebastian Wappelhorst, zuständig für die Marktorganisation, erklärt: "Wir haben das auf dem Schirm." Altstadtmarkt Deshalb soll der Altstadtmarkt erst einmal ein Jahr lang beobachtet werden: "Es passiert eine Menge, da müssen wir das Konzept eventuell anpassen." Denn auch das Einkaufscenter Loom in der Bahnhofstraße, das im Herbst öffnen will, plant ein Food- und Frischezentrum, das Einfluss auf die Wochenmärkte haben könnte. Marketing startet aber optimistisch in die neue Marktsaison in der Altstadt. Mit neun Ständen soll der Markt auf Altem Markt und an der Niedernstraße bis zur Nicolaikirche beginnen, kündigte Wappelhorst an. Die Bezirksvertretung Mitte hatte nach langen Debatten die Erweiterung des kleinen Blumen- und Obstmarkes als Alternative zum von vielen gewünschten Rathausplatz und zum in der Woche gescheiterten Kesselbrinkmarkt beschlossen. Zu den vier bisherigen Ständen des Alten Marktes mit Obst, Gemüse, Schnittblumen und Stauden werden dienstags und samstags auch drei Händler hinzukommen, die bereits auf dem Abendmarkt Klosterplatz vertreten sind: Ellis Fischlädchen, Kohlstelle mit Fleisch und Wurst sowie Amine mit mediterranen Spezialitäten, erläuterte Wappelhorst. Dienstags würden zudem Bio-Obst- und Gemüsehändler Ulenburg und Käse Drosin, die bisher dienstags noch auf dem Kesselbrink ausharrten, zur Niedernstraße wechseln. Am Kesselbrink bleibt der Wochenmarkt nur noch samstags. Ausweichstandort Das sei ein Anfang, auf Dauer sei eine Ausweitung des Marktes auf den Altstädter Kirchplatz durchaus denkbar, sagt Wappelhorst: "Spätestens zum Jahresende ziehen wir Bilanz." Für die Ausweitung müsste allerdings die Kirche noch Fläche freigeben. Ausfallen müsse der Altstadtmarkt während des Leinewebermarktes im Mai und an Feiertagen wie Karfreitag, Tag der Deutschen Einheit und Weihnachten. Für Veranstaltungen wie La Strada, Weinmarkt und Weihnachtsmarkt ziehe der Altstadtmarkt voraussichtlich auf den Rathausplatz, teilte Marketing mit. Abendmarkt "Wir sind überzeugt, dass der Altstadtmarkt sich zum Besuchermagnet entwickelt", sagt Marketing-Geschäftsführer Martin Knabenreich, so wie der Abendmarkt auf dem Klosterplatz, der am 30. März in seine dritte Saison startet. Hier werden 17 Händler und Gastronomen ihre Stände mit frischen Waren öffnen.

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