Bielefeld hieß am Mittwochabend bei Facebook plötzlich Bielefeldverschwörung. - © Screenshot Facebook
Bielefeld hieß am Mittwochabend bei Facebook plötzlich Bielefeldverschwörung. | © Screenshot Facebook

Bielefeld Bielefeld heißt plötzlich Bielefeldverschwörung

Rätsel um die Gründe. Bielefeld Marketing distanziert sich

Angela Wiese
Jens Reichenbach

Bielefeld. Ist es ein Spaß, das Ergebnis eines Hackerangriffs oder gar eine Verschwörung? In dem sozialen Netzwerk verwandelte sich am Mittwoch der Ortsname Bielefeld in "Bielefeldverschwörung". Jeder, der seitdem seinen Standort angibt, bekommt diesen irritierenden Begriff angezeigt. Mittlerweile gibt es dazu zumindest einen Erklärungsansatz - aber noch keinen Urheber. Auf Anfrage der Neuen Westfälischen schrieb Facebook zunächst: "Wir sind große Fans Bielefelds und nichts läge uns ferne, als uns an dieser Verschwörung, diese schöne Stadt Ostwestfalens gäbe es nicht, direkt oder indirekt zu beteiligen." Facebook selbst habe keine Änderung vorgenommen. Es werde derzeit geprüft, "was dort passiert ist". Wenig später ließ Facebook-Unternehmenssprecher Klaus Gorny zumindest einen ersten Erklärungsversuch folgen: "Facebook ist eine userbasierte Plattform." Wenn es dort einen bestimmmten Konsens gebe, dann könnten solche Änderungen passieren. Mit anderen Worten: Ändert ein Scherzkeks etwas und auf Facebook finden genügend Mitscherzkekse diese Änderung gut oder nehmen sie hin, kann Bielefeld zur Bielefeldverschwörung geändert werden. Die genaue Ursache - oder ein Urheber - sei aber noch nicht bekannt. Die Verschwörungs-Satire, die der Kieler Student Achim Held in den 1990er-Jahren losgetreten hat, langweilt viele Bielefelder eigentlich nur noch. Trotzdem hat sie sich jetzt zumindest bei Facebook zum offiziellen Wohnort gemausert. Das dürfte sich bald wieder ändern. Solange sorgt der Namenswechsel für Gesprächsstoff nicht nur bei Facebook. Bei Twitter schrieben Nutzer unter anderem: Wer war das?? 😡🔥 #facebook#bielefeld#liebefeld#bielefeldverschwörungpic.twitter.com/d7fZx6V5mr — Alexa (@alexakaruzo) 25. Januar 2017 Gibt's doch gar nicht! :D#bielefeldverschwoerungpic.twitter.com/2DiJV4FvuJ — Anna Wilhelmy (@DieWilmy) 25. Januar 2017 Knapp redet man davon, ändert Facebook den offiziellen Stadtnamen in "Bielefeldverschwörung". Kein Witz. https://t.co/j5Y5I3OcyN — Rebecca (@Beccei) 25. Januar 2017 Auf #Facebook wird bei allen Nutzern, die Bielefeld als Wohnort/Geburtsort angaben, nun der Stadtname "Bielefeldverschwörung" angezeigt. pic.twitter.com/6UDkq12Jb9 — Dominik Castorp (@D_Mikami) 25. Januar 2017 Wie lange Bielefeld bei Facebook nun "Bielefeldverschwörung" heißen wird, ist noch unklar. In anderen Netzwerken wie Twitter und Instagram heißt die Stadt weiter Bielefeld. Auch bei Google Maps bleibt es bei Bielefeld. Eine Anfrage dazu, was hinter dem neuen Namen steckt, hat Facebook bislang nicht beantwortet. Einige User sprachen schon von einem PR-Gag des Stadtmarketings. Bielefeld Marketing-Geschäftsführer Martin Knabenreich hat schon am Mittwochabend jede Verantwortung von sich gewiesen, weil man die Bielefeldverschwörung seit dem Stadtjubiläum grundsätzlich nicht mehr nutze. In der Facebook-Gruppe NW Bielefeld schreibt er: "Mit dem Thema locken wir in Bielefeld wirklich niemanden mehr hinter dem Ofen vor." Gleichzeitig bezeichnet er die Umbenennung als "einen hohlen Quatsch", den Bielefeld nicht nötig habe. "Wir müssen nicht um jeden Preis Aufmerksamkeit auf uns ziehen." Seine Vermutung: Eine gezielte Aktion des Sozialen Netzwerks oder ein Gag, der durch die Google-Geodaten entstanden sein könnte, mit denen die Wohnortangaben verknüpft werden. Auch die Facebookgruppe "Bielefelderinnen und Bielefelder 2.0 - Alles rund um Bielefeld" hat sich dem Phänomen angeschlossen und den Gruppennamen kurzfristig geändert. Auch das hat natürlich Irritationen ausgelöst. "Wir haben nichts mit der Änderung Bielefeld / Bielefeldverschwörung zu tun", schreibt ein Administrator. "Wir haben den Gag nur kurzfristig aufgenommen und den Gruppennamen abgeändert." Die meisten nehmen das Phänomen mit Humor. So wie der Marktkauf in Oldentrup:

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